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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadtwerke treten Kritik entgegen
 
Verkehrsbetrieb verteidigt neues Handyticket
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke antworten Seniorenbeirat
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Kritik des Seniorenbeirats der Stadt Osnabrück, die neuen Handytickets für den Bus würden ältere und einkommensschwache Bürger diskriminieren, weisen die Stadtwerke Osnabrück entschieden zurück. In einem Schreiben begründen sie die Einführung der Tickets ausführlich.

Osnabrück. Die Stadtwerke Osnabrück weisen Vorwürfe des Seniorenbeirats der Stadt Osnabrück zurück, durch die Einführung von Handytickets ältere Bürger und Menschen mit geringem Einkommen zu diskriminieren. Zugleich zerstreut der Verkehrsbetrieb Datenschutzbedenken.

In einem dreiseitigen Antwortschreiben an den Seniorenbeirat, das unserer Redaktion vorliegt, nimmt Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes Stellung zur unlängst öffentlich geäußerten Kritik des 15-köpfigen Gremiums. Dabei beschreibt er die bemängelten Maßnahmen als direkte Folge einer negativen Fahrgastentwicklung im Bereich der wahlfreien Kunden in den vergangenen Jahren″. Seit 2017 verfolge der Osnabrücker Verkehrsbetrieb deshalb eine neue, analoge wie digitale Tarifstrategie, die neben der Einführung von Sonderangeboten für bestimmte Zielgruppen (unter anderem Senioren) teilweise sogar sinkende Produktpreise beinhalte.

Umfangreiche Analysen hätten die Stadtwerke dazu veranlasst, sich bei der digitalen Neuausrichtung des Mobilitätsangebots auf das Medium Smartphone zu fokussieren. Chipkarten werden von uns als Brückentechnologie für die kommenden Jahre gesehen″, heißt es in dem Brief weiter. Rolfes verweist dabei auf eine Bitkom-Research-Statistik von 2017 über den Anteil der Smartphone-Nutzer in Deutschland nach Altersgruppen.

Daraus geht hervor, dass 88 Prozent der 50- bis 64-Jährigen ein solches Gerät gebrauchen. Bei den Jüngeren sind es bis zu 97 Prozent, bei den Älteren 41 Prozent. Vor dem Hintergrund des digitalen Fortschritts und des Älterwerdens der Smartphone-affinen Bevölkerungsgruppen″ sei für die kommenden Jahre ein weiterhin starker Anstieg″ der Nutzerzahlen zu erwarten, so Rolfes. Hätten die Osnabrücker Stadtwerke die Digitalisierungsstrategie im Bereich des Mobilitätsangebots also nicht umgesetzt, wäre der öffentliche Verkehrsbetrieb nach Ansicht des Vorstands künftig als rückständig″ wahrgenommen worden.

Voller Datenschutz

Vom Seniorenbeirat bemängelte Preisvorteile bei den neuen Handytickets, die fast durchweg günstiger sind als die entsprechenden (zum 1. November verteuerten) Fahrkarten aus Papier, dienen laut Rolfes unter anderem der Verkaufsförderung. Dies sei ein gängiges Verfahren″ und auch in anderen Verkehrsunternehmen und Branchen üblich. Darüber hinaus halte das Tarifsortiment Angebote vor, mit denen auch und teilweise sogar ausschließlich analoge Kunden″ zu reduzierten Preisen im ganzen Stadtbusnetz mobil sein können Stichwort 8-Fahrten-Ticket, Sozialticket und 63plus-Abo.

Was den Datenschutz beim Handyticket angeht, halte das Gesamtsystem″ alle erforderlichen Bestimmungen ein, versichert der Stadtwerke-Vorstand. Eine kundenbezogene Aufzeichnung von Fahrtwegen oder gar Erstellung von Bewegungsprofilen sei nicht möglich.

Kommentar:

Billige Kritik

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Die Stadtwerke Osnabrück als kommunaler Verkehrsbetrieb scheinen sich dessen bewusst und versuchen die Segnungen einer unaufhaltsamen Digitalisierung sinnvoll zu nutzen. So manche ältere Fahrgäste hingegen nicht. Rundweg lehnen sie das neue Handyticket ab, weil ihnen ein dafür notwendiges Smartphone zu teuer sei. Das mag vereinzelt sogar stimmen. In Wahrheit aber wollen sich viele Senioren mit der neuen Technik einfach nicht auseinandersetzen. Fadenscheinig wirkt deshalb ihr Argument, sich als treue Nutzer von Papierfahrkarten wegen der geringeren Einführungspreise bei Handytickets diskriminiert zu fühlen. Apropos Sonderangebot: Wer 63 Jahre oder älter ist, kann in Osnabrück mit dem 63plus-Abo für 30 Euro im Monat so viel Bus fahren, wie er will. Billiger als die meisten anderen. Und ganz ohne Smartphone.
Autor:
sst


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