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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Auch Leitungswasser löscht den Durst
Zwischenüberschrift:
Grüne wollen Plastikflaschen zurückdrängen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wenn es nach den Grünen geht, sollen die Osnabrücker statt Mineralwasser aus der Plastikflasche mehr Leitungswasser aus dem Hahn trinken. Die Ratsmitglieder stimmten dem bereits grundsätzlich zu, hielten sich bei konkreten Maßnahmen aber zurück.

Osnabrück. Plastikflaschen verschmutzen die Umwelt, deshalb haben die Grünen ihnen den Kampf angesagt. Dementsprechend hatte die Stadtratsfraktion einen Antrag in die jüngste Ratssitzung eingebracht, der gleich drei Projekte beinhaltete, die das Trinken von Leitungswasser fördern sollen: Gastronomen könnten mitgebrachte Wasserflaschen unter dem Motto Refill″ kostenlos wiederauffüllen, die Stadtwerke bei Stadtfesten eine kostenlose Wasserbar anbieten und das Rathaus sowie die Stadthäuser mit Trinkwasserstationen ausgestattet werden.

Thomas Klein erläuterte, warum seine Fraktion sich diese Maßnahmen wünscht: Was aus dem Hahn kommt, ist qualitativ nicht nur vergleichbar, sondern häufig sogar besser als Mineralwasser aus der Flasche.″ Insbesondere das Osnabrücker Trinkwasser sei von hoher Güte. Trotzdem würden die Deutschen bis zu zehnmal mehr Wasser aus der Flasche trinken als noch 1970.

Kerstin Lampert-Hodgson von der SPD stimmte der Problembeschreibung grundsätzlich zu. Aber bei den vorgeschlagenen Maßnahmen der Grünen gab sie sich zurückhaltend. Es gebe einiges zu bedenken, bevor beispielsweise Wasserstationen aufgestellt werden könnten: Wie sieht es mit den Energie-, Reinigungs-, und Wartungskosten der Geräte aus?″, fragte die Ratsfrau. Sie wies auch darauf hin, dass Hygiene-Standards eingehalten werden müssten. Dementsprechend schlug sie vor, den Antrag der Grünen an den Fachausschuss für Soziales und Gesundheit zu verweisen, wo die Details geklärt werden könnten.

CDU stichelt gegen Grüne

Das begrüßte Oliver Hasskamp von der FDP. Er ergänzte den Fragenkatalog sogar noch um einen Punkt: Hat man die Gastronomen gefragt, ob sie umsonst Leitungswasser ausgeben wollen? Sie leben schließlich vom Verkauf der Wasserflaschen.″

Fritz Brickwedde von der CDU ließ es sich nicht nehmen, sich öffentlich über den Erkenntnisgewinn″ der Grünen in Sachen Leitungswasser zu freuen. Er erinnerte an einen Antrag der Fraktion vom 14. Juni 2016, in dem sie die Qualität des Grundwassers angefragt hatte. Sie haben vor einer Verunreinigung mit Nitrat und Keimen gewarnt, und ich habe unsere Stadtwerke verteidigt″, sagte Brickwedde, selbst Mitglied im Aufsichtsrat des kommunalen Wasserversorgers.

Letztendlich wurde der Antrag der Grünen an den Fachausschuss für Soziales und Gesundheit verwiesen. Dafür stimmten CDU, SPD, FDP und BOB. Wulf-Sigmar Mierke von der UWG enthielt sich der Stimme.

Die Stadtwerke teilten auf Nachfrage unserer Redaktion mit, dass sie zumindest zwei Forderungen der Grünen auch ohne politischen Beschluss bereits umsetzen: Im Bezug auf die Aktion Refill″ verweist Sprecher Marco Hörmeyer auf die Initiative Trink! Wasser″, deren Mitglied die Stadtwerke sind. Seit 2010 wurden demnach mehr als 60 Schulen in Stadt und Landkreis Osnabrück mit Trinkwasserspendern für je 1000 Euro pro Gerät ausgestattet. In Kürze sollen auch die eigenen Servicezentren am Nikolaiort und an der Alten Poststraße als Refill″-Standorte ausgewiesen werden.

Zur direkten Forderung an die Stadtwerke, bei Großveranstaltungen Wasserbars anzubieten, ließ Hörmeyer wissen: Wir setzen bereits seit vielen Jahren unsere mobile Wasserbar auf unterschiedlichen Veranstaltungen im Stadtgebiet ein.″ Auf welchen, das hänge von Art und Größe der Veranstaltung sowie von den eigenen personellen Ressourcen ab. Es ist natürlich unser Ziel, unsere mobile Wasserbar auch bei künftigen Veranstaltungen im Stadtgebiet einzusetzen.″

Bildtext:
Leitungswasser kann in Osnabrück bedenkenlos direkt aus dem Hahn getrunken werden.

Foto:
imago/ Raimund Müller
Autor:
Louisa Riepe


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