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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wird Wohnungsbau überreguliert?
Zwischenüberschrift:
Diskussion in der IHK – Stadtbaurat verteidigt Eingriffe der Stadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Es wird viel gebaut in Osnabrück aber reicht das, um den großen Bedarf an Wohnungen zu decken? In der Industrie- und Handelskammer diskutierten gestern Fachleute aus der Wohnungswirtschaft mit Stadtbaurat Frank Otte und Stefanie Nöthel aus dem Sozialministerium über Regulierungswut und Investitionshemmnisse.

Osnabrück. Osnabrück schickt sich erstmalig an, die Marke von 170 000 Einwohnern zu überschreiten. Um dem Trend in die Städte gerecht zu werden, forderte IHK-Geschäftsführer Eckhard Lammers die Stadt auf, mehr Flächen für den Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. Dem Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), auf dessen Initiative die Veranstaltung zustande kam, reicht das nicht aus. Er drängt auf mehr Markt und weniger Reglementierung, etwa bei den Umweltauflagen.

Jedes Grundstück hat mindestens einen Nachbarn oder einen Feldhamster″, bekundete Dirk Streicher, der Vorstandsvorsitzende des BFW Niedersachsen/ Bremen. Durch die Auflagen für Wärmedämmung, Barrierefreiheit und Brandschutz erhöhten sich die Baukosten erheblich. Heute müsse für die Planung und Genehmigung eines Bauvorhabens mehr Zeit einkalkuliert werden als für das eigentliche Bauen.

Wir sind nicht heiß darauf, alles zu regeln″, entgegnete Stefanie Nöthel, die Leiterin der Abteilung Städtebau und Wohnen im niedersächsischen Sozialministerium. Aber auch in Zukunft werde es nicht ohne das Ordnungsrecht gehen. Es gebe einen großen Nachholbedarf beim sozialen Wohnungsbau und bei der Inklusion.

Wenn allein nach Marktgesichtspunkten entschieden werde, komme es zu noch mehr Engpässen bei bestimmten Zielgruppen, etwa bei älteren und pflegebedürftigen Menschen. Der Markt habe es auch nicht geschafft, barrierefreien Wohnraum und Einpersonenwohnungen in zentralen Lagen zur Verfügung zu stellen. Das Land greife aber nicht nur mit Auflagen ein, es setze auch Anreize mit der Städtebauförderung, zum Beispiel mit dem neuen Programm Zukunft Stadtgrün″. In der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass jeder eingesetzte Euro weitere Investitionen von sechs Euro nach sich gezogen habe.

Nach Ansicht von Stadtbaurat Frank Otte ist Osnabrück ein guter Standort fürs Bauen, weil die Renditen passen″. Gleichwohl sei es für viele Menschen schwierig, geeigneten Wohnraum zu finden. Und es gebe auch Leute mit relativ gutem Einkommen, die die hohen Mieten in Neubauten nicht bezahlen könnten. In Osnabrück stünden 110 Hektar Bauflächen mit Planungsrecht zur Verfügung. Oftmals werde aber nicht gebaut, weil Grundstücke zurückgehalten würden für den Enkel, der vielleicht noch gar nicht geboren ist″.

Widerstände zeigten sich auch, sobald die Stadt drei, vier oder fünf Geschosse plane. Im Bürgerforum heiße es dann gleich: Wir wollen in unserer Nachbarschaft keine Hochhäuser! Er wünsche sich, dass es hier zu einem Umdenken komme, erklärte Otte. Der Stadtbaurat verteidigte den von der Stadt vorgeschriebenen energetischen Standard KfW 55, um die Klimaziele zu erreichen. In Osnabrück gebe es 80 Prozent Altbaubestand, aber nur bei Neubauten könne die Stadt direkt eingreifen.

Bildtext:
Überall wird gebaut, aber viele Menschen haben es weiterhin schwer auf dem Wohnungsmarkt.

Foto:
David Ebener

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Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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