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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
BBS Marienheim bereitet Flüchtlinge auf Pflegejobs vor
Zwischenüberschrift:
Spendenfinanziertes Projekt „Vom Flüchtling zur Fachkraft″
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Wie motiviert und qualifiziert man junge Flüchtlinge, damit sie freie Jobs in der chronisch unterbesetzten Pflegebranche übernehmen? Auf diese Frage hat die Berufsbildende Schule im Marienheim eine Antwort gefunden.

Ein fremdes Land, fremde Leute, eine fremde Sprache das war echt schwierig für mich″, sagt Assadullah Rahmani. Der 18-Jährige ist seit 2016 in Deutschland. In seiner Heimat Afghanistan hat er zehn Jahre lang die Schule besucht. Nur noch zwei mehr, und er hätte dort studieren können. Ich wollte Arzt werden″, erzählt Rahmani, aber die Flucht kam dazwischen.

Dass er heute gemeinsam mit 16 anderen Flüchtlingen die Berufsbildenden Schule (BBS) im Marienheim besucht, hat er seinem Ehrgeiz, auf eigene Faust Deutsch zu lernen, zu verdanken. Und den vielen Helfern, die dafür gesorgt haben, dass seine afghanischen Zeugnisse als Realschulabschluss anerkannt wurden, dass er aus der Flüchtlingsunterkunft ausziehen durfte und dass er eine realistische Berufsperspektive entwickelte. In Deutschland Arzt zu werden, das würde sicher noch acht, neun Jahre dauern″, weiß Rahmani jetzt. Und entschied sich dafür, einen Ausbildungsplatz in der Krankenpflege zu suchen.

Als es darum ging, die Bewerbung zu verfassen, griff ihm Vanessa Wellendorf unter die Arme. Sie kennt Rahmani seit August 2017. Da legte die BBS auf Initiative von Schulleiterin Schwester Eva-Maria Siemer und mithilfe von Spendern wie der Caritas-Gemeinschaftsstiftung das Projekt Heute Flüchtling morgen Fachkraft″ auf. Neun Flüchtlinge wurden so beispielsweise in die Berufseinstiegsklasse mit dem Schwerpunkt Hauswirtschaft und Pflege aufgenommen. Ein Jahr lang lernen sie dort berufliche Grundlagen und die deutsche Sprache. Anschließend sollen sie alle einen Schulabschluss haben und möglichst eine Laufbahn in der Pflege einschlagen.

Damit der Plan aufgeht, suchte die Schule ehrenamtliche Paten für die Flüchtlinge. Ich habe mich freiwillig gemeldet, weil ich es wichtig finde, Menschen zu helfen, die so viel Schlimmes erlebt haben″, sagt Wellendorf. Die 18-Jährige besucht an der BBS die zwölfte Klasse, will im nächsten Sommer ihr Abitur machen. Nebenbei hilft sie Rahmani bei den Hausaufgaben, wenn er im Unterricht mit den Fachbegriffen nicht zurechtkommt, oder eben mit der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz. Die war dann auch direkt erfolgreich: Der junge Afghane kann zum 1. August 2018 seine Lehre im Osnabrücker Marienhospital beginnen. Er und Wellendorf werden dann Kollegen sein. Auch sie hat eine schriftliche Zusage von den Niels-Stensen-Kliniken bekommen.

Eigentlich ein Grund zur Freude, wären da nicht die Sorgen, die die beiden beschäftigen. Ich habe letzte Woche die Nachricht bekommen, dass mein Asylantrag abgelehnt wurde″, erzählt Rahmani. Akzeptieren will er das nicht, ich kann nicht zurück nach Afghanistan.″ Als seine Stimme bei diesen Worten immer leiser wird, streckt Wellendorf ihre Hand aus und berührt ihn sanft am Knie. Wir schaffen das schon″, sagt sie ihm beruhigend. Eine kleine Geste mit großer Bedeutung: Rahmani ist in Deutschland nicht mehr allein.

Bildtext:
Lernt an der BBS im Marienheim die Grundlagen für eine Karriere in der Pflege: der 18-jährige Afghane Assadullah Rahmani.

Foto:
David Ebener
Autor:
lori


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