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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Freie Bahn für Studenten
Zwischenüberschrift:
Landesweites Semesterticket: Vertrag und Preise fix
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Beim geplanten landesweiten Semesterticket für Niedersachsen und Bremen stehen alle Signale auf Grün. Vertrag und Preise sind fix, einer Einführung zum Wintersemester 2018/ 19 steht damit nicht mehr viel im Weg. Das letzte Wort haben in Osnabrück jetzt die Studentenvertreter.

Osnabrück. Nach jahrelangen Verhandlungen zwischen Eisenbahnunternehmen, Verkehrs-Landesastenkonferenz (VLAK) und Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) ist das gemeinsame Ziel zum Greifen nah: ein preiswerter Superfahrschein, der den bestehenden Flickenteppich aus lauter einzelnen, völlig verschiedenen Semestertickets ersetzt und den gut 220 000 Studenten in Niedersachsen und Bremen freie Fahrt auf allen Regionalbahnstrecken gewährt teilweise bis in benachbarte Bundesländer und die angrenzenden Niederlande.

Seit Donnerstag ist ein entsprechendes, 59-seitiges Papier in trockenen Tüchern. Was jetzt noch fehlt, ist die Zustimmung der studentischen Basis. Dazu finden in den nächsten Wochen landauf, landab Abstimmungen statt. Bis zum 31. Januar 2018 soll die Entscheidung stehen″, sagt der Osnabrücker Student Pascal Raynaud, einer der VLAK-Verhandlungsführer. Um den just geschlossenen Vertrag wirksam werden zu lassen, müssen sich mindestens 80 Prozent aller beteiligten Hochschulen dafür aussprechen. Für das Quorum gilt: Je mehr Studenten an einer Universität bzw. Fachhochschule studieren, desto größer ihr Gewicht. Die Meinungen von Uni und FH Osnabrück fließen laut Raynaud mit jeweils ungefähr sechs Prozent ein. Den größten Einfluss auf das Ergebnis haben demnach Unis wie Göttingen, Hannover oder auch Bremen.

In Osnabrück scheint breite Zustimmung garantiert. Bereits bei Umfragen im Jahr 2016 hatten sich Studenten teils mit überwältigender Mehrheit für ein landesweites Semesterticket ausgesprochen. Jetzt, wo die Einführungspreise feststehen, will man sich an der Universität jedoch noch einmal vergewissern. Seit dem 7. November läuft hier einen Monat lang eine Umfrage, an deren Resultat sich der Studierendenrat orientieren kann, wenn er voraussichtlich am 13. Dezember final beschließt.

Aus für Insellösungen

An der Hochschule Osnabrück entscheidet das Studierendenparlament ebenfalls in einer seiner nächsten Sitzungen allerdings ohne zuvor ein frisches Stimmungsbild einzuholen, wie das Asta-Verkehrsreferat am Montag auf Nachfrage mitteilte. VLAK-Mitglied Raynaud betont die Wichtigkeit der Entscheidung vor Ort: Falls das landesweite Ticket zustande kommt, aber zum Beispiel an der Universität oder Hochschule Osnabrück keine Zustimmung erreicht wird, werden wir dort kein Ticket für den Schienenverkehr mehr anbieten können. Individuelle Streckennetze wie bisher können nicht fortgeführt werden.″

Kosten steigen leicht

Auch haben sich Hoffnungen zerschlagen, dass es durch das großflächige Solidarmodell insbesondere in Osnabrück zu Preissenkungen beim Schienenverkehrsanteil im Semesterticket kommen könnte. Im Gegenteil: Der Betrag würde hier um gut 4 Euro steigen. Konkret soll in Osnabrück das landesweite Semesterticket im Wintersemester 2018/ 19 sowie im Sommersemester 2019 zunächst 129, 59 Euro kosten. Für das Wintersemester 2019/ 20 und das Sommersemester 2020 haben die Partner 131, 27 Euro vereinbart. Hinzu kommt jeweils ein noch unbestimmter Betrag für die Nutzung des Busverkehrs in Stadt und Landkreis Osnabrück sowie in Teilen des angrenzenden Münsterlandes. Dieser beträgt nach Informationen unserer Redaktion aktuell 54, 14 Euro. Bleibt er auch nur annähernd konstant, dürfte das All-inclusive-Semesterticket insgesamt also künftig für unter 190 Euro pro Halbjahr zu haben sein.

Streckennetz erweitert

Zum Vergleich: Die Gesamtkosten für das Semesterticket Bus/ Bahn betragen nach Angaben der Universität Osnabrück 179, 42 Euro im Sommersemester 2018. Studenten der Hochschule Osnabrück zahlen laut Asta im Wintersemester 2017/ 2018 für das Semesterticket in Osnabrück 180, 38 Euro und in Lingen 151, 65 Euro. Mit dem neuen, landesweiten Semesterticket vergrößert sich jedoch der Geltungsbereich im Regionalbahnverkehr stark″, erklärt Pascal Raynaud. Allein für Studenten in Osnabrück erweitere sich das Netz um rund 15 Strecken. Weitere fünf Strecken, die bislang nur abschnittsweise benutzt werden dürfen, würden damit komplett befahrbar. Weitere Vorteile des landesweiten Semestertickets seien Einheitlichkeit, Preistransparenz und Bürokratieabbau.

Andernorts im Land gelten übrigens andere Preise. Hochschulen, die zusammen mit dem landesweiten Semesterticket ein Verbundsemesterticket abnehmen (das bereits einen Teil der Schienenbeförderungsleistung vergütet), zahlen im ersten Jahr 81, 92 Euro und im zweiten Jahr 83, 27 Euro.

Bildtext:
Die Signale stehen auf Grün: Ab dem Wintersemester 2018 soll es ein landesweites Semesterticket für Niedersachsen und Bremen geben. Damit können Studenten alle Regionalbahnen nutzen.

Foto:
Michael Gründel
Autor:
Sebastian Stricker


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