User Online: 1 | Timeout: 09:32Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Raiffeisenplatz soll erneuert werden
 
Raiffeisenplatz soll schöner werden
Zwischenüberschrift:
Verwaltung schlägt Umbau für 100 000 Euro vor – Den Anfang macht ein lange versprochener Unterstand
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Stadt Osnabrück schlägt eine Erneuerung des Raiffeisenplatzes für 100 000 Euro vor. Er ist zentraler Treffpunkt der Osnabrücker Alkohol- und Drogenszene. Seit Monaten beschweren sich Nachbarn über die Zustände vor Ort.

Lange ist es ruhig geblieben um den Osnabrücker Raiffeisenplatz, der sich zum Unmut der Nachbarn als Treffpunkt der städtischen Alkohol- und Drogenszene etabliert hat. Jetzt schlägt die Verwaltung eine komplette Erneuerung der Grünanlage für 100 000 Euro vor.

Osnabrück. Drogenhandel, Alkoholkonsum, Streitigkeiten: Könnten die Büsche am Raiffeisenplatz sprechen, hätten sie viel zu erzählen von Kleinkriminalität und von Menschen, die ganz unten sind. Jetzt soll das dichte Buschwerk verschwinden, damit der Platz übersichtlicher und schöner wird und es keine Versteckmöglichkeiten mehr für Drogen und ihre Händler gibt.

Die momentane Platzsituation lädt ein für Kleindelikte, Drogenvertrieb, Prostitution, Obdach für Wohnsitzlose″, schreibt die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage. Schon vor zehn Jahren und noch viel länger war die kleine Parkanlage am Fußweg von der Innenstadt zum Hauptbahnhof mehr als Drogenumschlagplatz denn als schmucke Grünfläche bekannt. Doch seit ein Teil der Alkohol- und Drogenszene sich den Platz als neuen Treffpunkt erkoren hat, nachdem die Stadt am Salzmarkt ein Alkoholverbot verhängt hatte, hat sich die Situation dort zugespitzt. Der Unmut der Nachbarn ist groß. (Weiterlesen: Alkoholverbot am Raiffeisenplatz keine Lösung)

Vor einem Jahr hatte Stadtvorstand Frank Otte Anwohner und Vertreter der Szene an einen Tisch geholt. Er versprach den Leuten vom Raiffeisenplatz, dass die Stadt einen Regenunterstand installiert. Erst jetzt, ein Jahr später, wurde er aufgestellt. Folgen soll noch eine abschließbare Box für Müllbeutel und Greifzangen, damit die Nutzer des Platzes dort selbst für Ordnung sorgen können was sie bei den ersten Treffen von sich aus vorgeschlagen hatten.

Streit eskaliert

Doch dann eskalierte der Streit mit den Nachbarn. Unter Tränen verließen im Frühjahr 2017 zwei Vertreterinnen der Szene das dritte von der Stadt organisierte Treffen mit den Nachbarn. Die Hauseigentümer und Geschäftsleute aus der Heinrich-Heine- und Niedersachsenstraße machten am Runden Tisch ihrem Ärger über die Zustände am Platz Luft und verdeutlichten, dass sie sich von Stadt und Polizei im Stich gelassen fühlten. Die Szene-Vertreterinnen wiederum hielten der Stadt vor, ihr Versprechen nicht gehalten zu haben, einen Unterstand zu installieren. Niemand erkenne an, wie sehr sie sich um mehr Ordnung auf dem Platz bemühten.

Seitdem hat sich nicht viel getan. Zwar sprach die Verwaltung kurz darauf noch einmal mit Vertretern der Szene und laut Otte Ende September erneut mit den Anliegern des Platzes, doch deren Positionen hätten sich nicht geändert, sagte der Stadtbaurat unserer Redaktion auf Anfrage. Ein weiteres gemeinsames Treffen von Stadt, Anwohnern und Szene-Vertretern blieb aus.

Stattdessen schlägt die Verwaltung nun vor, den Platz komplett zu renovieren. Bepflanzung und Wege sollen erneuert werden, auch Treppenstufen zum Sitzen an der Hase sind vorgesehen alles zusammen für 100 000 Euro. Dunkle Eiben und Rhododendren erzeugten zurzeit Angsträume″, heißt es in der Beschlussvorlage, die jetzt in die politische Beratung geht. Insgesamt sei durch die Büsche der Platz so unübersichtlich, dass er von einem Teil der ständigen Nutzer des Raiffeisenplatzes zum Drogenvertrieb und nach Aussage von Anliegern in Teilen zur Prostitution genutzt″ werde. Von einer Neugestaltung erhofft sich die Verwaltung eine deutliche Verbesserung der Nutzerstruktur und damit auch der Aufenthaltsqualität für querende Besucher und Gäste der Stadt″.

Die Stadt bleibe allerdings bei ihrer Aussage, dass die Szene nicht vom Platz vertrieben werden soll, betonte Otte. Die Erneuerungsmaßnahmen dienen allen Beteiligten″, so Otte sowohl den Nutzern des Platzes als auch Passanten und den Anwohnern.

Bildtext:
Übersichtlicher und einladender soll der Platz werden, den die städtische Alkohol- und Drogenszene nutzt.

Ein Jahr, nachdem Verwaltungsvorstand Frank Otte es versprochen hatte, ist der Regenunterstand da.

Fotos:
Gert Westdörp

Kommentar:

Wort halten

Endlich: Ein Jahr lang hat es gedauert, bis die Stadt ihr Versprechen eingelöst und einen Regenunterstand für die Leute vom Raiffeisenplatz errichtet hat.

Für die Szene ist es ein wichtiges Signal, dass die Stadt sie ernst nimmt. Weil es so lange dauerte, bis das Wartehäuschen aufgestellt wurde, keimten Zweifel daran und regte sich Frust. Schließlich hatten die Alkohol- und Drogenabgängigen von sich aus angeboten, auf dem Platz für etwas Ordnung zu sorgen, um sowohl die Nachbarn als auch die Stadt zu beschwichtigen.

Die Anlieger allerdings halten nichts von dem Unterstand. Sie fürchten, dass dadurch noch mehr Leute den Platz als Treffpunkt nutzen.

Doch irgendwo müssen sie ja hin. Eine Umgestaltung, wie von der Verwaltung vorgeschlagen, könnte das Problem lösen. Wird der Platz besser einsehbar, dürfte das manchen Dealer abschrecken, ohne die übrigen Nutzer zu vertreiben. Ein guter Kompromiss, denn die Stadt steht im Wort, die Szene, die nach dem Alkoholverbot am Salzmarkt an den Raiffeisenplatz ausgewichen ist, nicht erneut zu vertreiben.
Autor:
sdo


Anfang der Liste Ende der Liste