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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
So rechnet sich private Fotovoltaik
 
Schule produziert Strom selbst
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Solaroffensive 3.0 mit Kataster und Renditerechner
 
Erste städtische PV-Anlage auf dem Dach der IGS Eversburg
Artikel:
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Originaltext:
Sonnenstrom für den eigenen Haushalt. So einfach geht das: Die Stadt Osnabrück hat alle Dächer in der Stadt auf ihre Sonnentauglichkeit untersucht und mit einen Renditerechner hinterlegt. Jeder kann im Internet schnell ausrechnen, was eine Solaranlage auf seinem Haus bringen würde. Der Service ist wahrscheinlich weltweit einmalig.

Osnabrück. Stadt und Stadtwerke starten damit die Solaroffensive 3.0″. Die Offensive begann 2008 mit dem Aufbau des Solarkatasters, der Erfassung aller Dächer in Osnabrück auf Eignung für eine Solaranlage. Das Projekt machte unter dem Namen Sunarea″ bundesweit Schlagzeilen und ist inzwischen in 1300 Städten kopiert worden. In der zweiten Offensive 2012 ergänzte das Umweltamt das Dachkataster um Daten für Warmwasser und Heizung. Nun folgt Offensive 3.0 mit einem ausgeklügelten Wirtschaftlichkeitsrechner und einem Komplettangebot der Stadtwerke. Wir wollen die Schwelle senken und den Einstieg für Privatleute und Unternehmen so einfach wie möglich machen″, sagte Stadtwerke-Vertriebsleiter Klaus Siedhoff bei der Vorstellung des neuen Angebots im Rathaus.

Energiewende und Klimaschutz in einer Großstadt das gehe nicht mit Windrädern oder Biogas, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Das Energiekapital der Stadt seien die Dächer. Dabei stehe der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Sonnenstroms im Mittelpunkt, ergänzte Stadtwerke-Chef Christoph Hüls. Die Reduzierung der Einspeisevergütung nach der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) habe den Verkauf des selbst produzierten Stromes weniger attraktiv gemacht. Der Eigenverbrauch ist wirtschaftlich viel interessanter, aber zu wenig im Bewusstsein″, sagte Hüls.

Die Solaroffensive soll das ändern. Das Solarkataster ist über die Homepages der Stadt Osnabrück und der Stadtwerke erreichbar. Für jedes Gebäude wirft das Kataster aus: Wie viel Modulfläche könnte maximal auf dem Dach installiert werden? Welcher Stromertrag wäre erreichbar? Wie hoch wäre die Kohlendioxid-Vermeidung? Der besondere Clou ist der Renditerechner. Ein weiterer Mausklick, und es öffnet sich ein Programm, das am Ende den wirtschaftlichen Ertrag ermittelt.

Die Stadt will mit der Solaroffensive den Klimazielen näher kommen, die Stadtwerke erhoffen sich ein neues Geschäftswelt obwohl die Eigenstromerzeugung ihrem Kerngeschäft, dem Stromverkauf, eigentlich entgegenläuft. Wir wollen mit Beratung, Dienstleistung und Service am Markt sein″, sagt Stadtwerke-Chef Hüls. Die Stadtwerke nehmen solarinteressierten Kunden, wenn diese es wollen, alles ab. Festpreisangebote sollen den Kunden die größtmögliche Sicherheit bieten und ihnen den Einstieg erleichtern. Seit etwa einem Jahr bieten die Stadtwerke auch Pachtverträge an. Dabei stellen die Hausbesitzer im Prinzip nur ihre Dächer zur Verfügung. Die Stadtwerke kümmern sich um alles, auch um Wartung, Service, Versicherungen.

Beim Klimagipfel

Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Grün und Umwelt der Stadt, erhofft sich durch die Solaroffensive einen weiteren Schub für die klimafreundliche, dezentrale Energieerzeugung. Die EEG-Reform habe nach 2013 einen Einbruch bei der neu installierten Fotovoltaikleistung zur Folge gehabt. Was offenbar vielen nicht bewusst sei, so Gerdts: Die Preise für Solarmodule sind parallel dazu dramatisch eingebrochen, sodass sich die Eigenerzeugung zum Eigenverbrauch sehr wohl lohne. Osnabrück ist nach Gerdts′ Angaben mit dem Solarkataster und dem Renditerechner bundesweit, vielleicht sogar weltweit führend. Gestern hat Gerdts die Osnabrücker Solaroffensive beim Weltklimagipfel in Bonn vorgestellt.

Kostenloser Solarcheck und Beratung. Kontakt: Fachbereich Umwelt und Klimaschutz, Telefon 05 41/ 3 23-31 73 oder per E-Mail an umwelt@ osnabrueck.de.

Osnabrück. Die Stadt Osnabrück geht in der Solaroffensive 3.0 mit gutem Beispiel voran: Sie hat ihre erste eigene Fotovoltaik-(PV-) Anlage auf dem Dach der zur Integrierten Gesamtschule Eversburg gehörenden Sporthalle errichtet.

78 Prozent der erzeugten Solarenergie werden zukünftig von der Eversburger Schule selbst verbraucht, die restlichen 22 Prozent werden ins öffentliche Netz eingespeist, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Künftig werden somit 14 Prozent des jährlichen Strombedarfs der IGS Eversburg über selbst produzierte Solarenergie gedeckt. Noch dieses Jahr werden drei weitere Anlagen auf der BBS Schölerberg, dem Graf-Stauffenberg-Gymnasium und einer Sporthalle in Sutthausen installiert, bei Neubauten prüfen wir den wirtschaftlichen Einsatz regenerativer Energien stets mit″, wird Dirk König, Leiter des Eigenbetriebs Immobilien- und Gebäudemanagement der Stadt Osnabrück, in der Mitteilung zitiert. Vor allem ist es eine wirtschaftliche Entscheidung, die mittelfristig zur Entlastung unseres Haushalts beitragen soll.″, so Oberbürgermeister Wolfgang Griesert.

Die städtischen Stromkosten betrugen den Angaben zufolge 2016 rund 2, 1 Millionen Euro, was eine Verdoppelung seit 2003 bedeutet unter anderem wegen der steigenden Strompreise und der fortschreitenden Technisierung. Selbst im schlechtesten Fall soll sich die Anlage an der IGS Eversburg nach spätestens 13 Jahren amortisiert haben. 25 Jahre sollen die Module garantiert halten bis dahin will die Stadt in etwa 150 000 Euro eingespart haben, weil sie weniger Strom kaufen muss.

Gerade Verwaltungsgebäude und Schulen sind nach Ansicht der Stadt gut geeignet für die Erzeugung und Nutzung von Solarstrom, denn ihr Strombedarf entspricht zeitlich dem Gang der Sonne: Zu typischen Öffnungs- und Arbeitszeiten ist die Stromproduktion der PV-Anlage am höchsten. Daher beschloss der Rat Ende 2016, jährlich 300 000 Euro für den Bau von PV-Anlagen bereitzustellen.

Modellrechnung für ein Einfamilienhaus

Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus in Voxtrup mit einem nach Süden geneigten Dach, bewohnt von einer vierköpfigen Familie, die 5000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht. Die Fotovoltaikanlage (Kaufpreis: 13 000 Euro) kann, übers Jahr gerechnet, 35 Prozent des Eigenbedarfs liefern. Sie ist zur Hälfte fremdfinanziert (3 Prozent Zinsen, Laufzeit 10 Jahre). Nach elf Jahren hat sich die Anlage amortisiert, und am Ende der zwanzigjährigen Lebenszeit der Anlage wird die Familie 15 600 Euro verdient haben. Die Modellrechnung lässt zahlreiche Varianten zu, darunter auch Kalkulationen mit und ohne Stromspeicher.

geo.osnabrueck.de/ solar

Bildtext:
Die Sporthalle der IGS Eversburg ist mit einer Fotovoltaik-Anlage ausgestattet worden. Etwa 400 Module erzeugen Solarenergie.

Foto:
Stadt Osnabrück/ Fachdienst Geodaten
Autor:
Wilfried Hinrichs, pm


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