User Online: 1 | Timeout: 21:19Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Dieses Haus hat noch Luft nach oben
Zwischenüberschrift:
Eigentümer wollen investieren, warten aber Entwicklung am Neumarkt ab
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Das Eckgebäude Neumarkt 6 am Eingang zur Großen Straße hat noch Luft nach oben. Es gibt Erweiterungspläne, deren Umsetzung aber von der Entwicklung auf dem Neumarkt abhängt.

Osnabrück. Für jede Ecke des Neumarktes gibt es große Pläne. An der Südseite soll das Einkaufszentrum entstehen, gegenüber vor H& M will Immobilienkaufmann Theodor Bergmann zusammen mit einem Partner im kommenden Jahr einen Zauberwürfel (auf dem sogenannten Baulos 2) realisieren. Auch das Sportarena-Haus wird 2018 weitgehend verschwinden und durch einen Hotel-Neubau ersetzt. Das Hasehaus setzt an der südöstlichen Ecke bereits seit 2014 ein architektonisches Ausrufezeichen. Nur am Eingang zur Großen Straße liegt ein flaches Haus anscheinend im Dornröschenschlaf. Wer küsst es wach?

Wolfgang Heemann ist dazu bereit. Seit Jahrzehnten verwaltet der 72-jährige Bauexperte das eingeschossige Gebäude im Auftrag einer elfköpfigen Eigentümergemeinschaft. Das Haus hat eine lange Geschichte. Die Familie Ressing kaufte es 1865. Damals war der Neumarkt noch keine breite Straße, sondern ein Platz mit einer klaren Hauskante zum Neuen Graben. Die alten Bilder, die Wolfgang Heemann im Treppenhaus aufgehängt hat, zeigen einen soliden Bau mit zwei Obergeschossen an einem romantisch anmutenden, von Bäumen gesäumten Neumarkt. Die Bomben des Zweiten Weltkrieges ließen davon nicht viel übrig. Auf den Grundmauern des Altbaus entstand in den Fünfzigerjahren das Geschäftshaus, wie es sich heute zeigt. Heemann schwärmt von seinem Mietermix: Sie können in unserem Haus eine Reise buchen, danach Wurst und Pommes genießen, Pralinen und Kaffee kaufen und das wohl beste Eis und den besten Espresso in Osnabrück genießen.″ Treue Mieter, zufriedenes Personal, gesicherte Existenzen, sagt Heemann. Das Obergeschoss nutzte bis vor einigen Jahren eine Rechtsanwaltskanzlei, heute dient es zum Teil als Lager.

Das Grundstück ist nur 230 Quadratmeter groß, insgesamt bietet das Haus 300 Quadratmeter Nutzfläche. Es gibt nur eine Richtung, in die sich die Immobilie entwickeln kann: nach oben. Wolfgang Heemann beschäftigt sich schon seit den Sechzigerjahren mit einer etwaigen Aufstockung. Ideen, Entwürfe und Pläne hat es schon mehrere gegeben. Doch eines ist allen gemeinsam: Es sollen in den Obergeschossen Wohnungen entstehen.

Leere Büros gibt es seit Jahren genug in dem Bereich″, sagt Heemann. Wer an dieser zentralen Stelle wohne, benötige kein Auto und könne auf kurzen Wege alle Annehmlichkeiten der Großstadt nutzen. Deshalb hält er es auch für unfair, dass die Stadt die volle Ablöse für nicht gebaute Parkplätze verlangt. Eine flexible Handhabung wäre wünschenwert, findet er.

Gutachten haben nach Heemanns Worten gezeigt, dass die Gebäudesubstanz eine Aufstockung ohne Probleme tragen könnte. Die Geschäfte im Erdgeschoss könnten bleiben, müssten während der Bauphase nicht mal schließen. Voraussetzung für die Erweiterung sei allerdings, dass der Neumarkt verkehrsberuhigt bleibt. Denn das Wohnen ist mit dem Lärm und der Luftbelastung einer vierspurigen Hauptverkehrsachse nicht vereinbar.

Natürlich autofrei″

Heemann war schon 2001 dabei, als die Stadt das Bürgergutachten zum Neumarkt in Auftrag gab. Mit etwa hundert anderen Osnabrückern erarbeitete der Hausverwalter Pläne für den Platz – „ natürlich autofrei″, wie er betont. Er ist Mitglied der Lokalen Agenda 21 und mischt sich in die Diskussionen um den Neumarkt ein. Heemann spricht auch für die Eigentümergemeinschaft, wenn er seinen Neumarkt der Zukunft beschreibt: Wir wünschen uns den Neumarkt als verkehrsberuhigten Platz mit hoher Aufenthaltsqualität. Am besten mit dem Center gegenüber, auch als angenehmen Eingang in die geplagte Johannisstraße. Am zweitbesten ohne Busse, als Piazza mit Außengastronomie. Zweimal im Jahr mit Stadtmarkt, vielleicht regelmäßig mit Markt. Überhaupt mit Veranstaltungen. Viel Grün.″

Die Eigentümer von Neumarkt 6 denken nach Heemanns Angaben nicht im Traum″ daran, das Haus zu verkaufen. Sie seien bereit zu investieren. Doch müsse zunächst die künftige Gestaltung des Platzes geklärt sein.

Bildtext:
Neumarkt 6 mit Eiscafé, Reisebüro, Kaffeeladen und Imbiss. Die Eigentümergemeinschaft will das Haus um Wohnungen aufstocken, wenn der Neumarkt neu gestaltet und verkehrsberuhigt ist.

1925. Links das Haus Neumarkt 6.

1905. Blick in die Große Straße. Rechts Neumarkt 6.

Fotos:
Jörn Martens
Autor:
Wilfried Hinrichs


Anfang der Liste Ende der Liste