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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Erinnerung an die Opfer der Pogromnacht
Zwischenüberschrift:
Gedenkfeier im Schloss und Kranzniederlegung am Mahnmal Alte Synagoge
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Am Donnerstag ist an die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 erinnert worden. Nationalsozialisten initiierten deutschlandweite Pogrome gegen Juden und Einrichtungen der jüdischen Gemeinden. Auch in Osnabrück wurde in dieser Nacht die alte Synagoge in Brand gesetzt.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert begrüßte die Besucher der Gedenkveranstaltung Von Guten und schlechten Pilzen″ in der Aula des Schlosses Osnabrück. Die Sechstklässler der Integrierten Gesamtschule setzten sich in einer Inszenierung mit der Kindheit im Nationalsozialismus auseinander. Jedes Jahr erinnert eine ausgewählte Osnabrücker Schule mit einer Aufführung an die Nacht des 9. Novembers, in der Nationalsozialisten Verbrechen an Juden ausübten. Heute sind es vor allem zwei Ereignisse, die unsere Erinnerung an diesen Tag prägen: der 9. November 1938 und der 9. November 1989, der Beginn der deutschen Wiedervereinigung″, sagte Griesert. Das staatliche Handeln der Nationalsozialisten habe ab diesem Zeitpunkt auch millionenfachen Mord und systematische Verfolgung und Vernichtung des europäischen Judentums beinhaltet, sagte der Oberbürgermeister. Auch in Osnabrück brannte in dieser Nacht die Synagoge an der ehemaligen Rolandstraße, die einst als Zierde der Stadt′ bezeichnet wurde.″

Nach dem Theaterstück der Gesamtschule begleitete Blaulicht die Menschenmenge vom Schloss bis zum Mahnmal Alte Synagoge″. Schüler, Lehrer und Besucher sowie Oberbürgermeister Griesert folgten leisen Trittes dem Polizeiwagen. Angekommen an der Gedenkstelle der Synagoge, erinnerte Angela Müllenbach-Michel von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Osnabrück: Vor 79 Jahren wurde die alte Synagoge in Brand gesetzt. Die Feuerwehr wurde von Nationalsozialisten davon abgehalten, das Feuer zu löschen, bis es zu spät und alles abgebrannt war.″ Jüdische Bewohner seien in ihren Wohnungen aufgesucht und 80 bis 90 Männer daraufhin in dem Osnabrücker Schlosskeller eingesperrt worden, sagt Müllenbach-Michel. Es sei wichtig, die Bedeutung der Erinnerungskultur weiterhin zu erhalten. Wir müssen uns heute damit auseinandersetzen, die Gedenkkultur neu zu gestalten. Unsere Zeitzeugen werden sterben, und wir müssen einen Weg finden, wie wir junge Menschen unsere Geschichte vermitteln″, sagt sie.

Vertreter des Landes Niedersachsens und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Osnabrück, der Jüdischen Gemeinde Osnabrück und der Hans-Calmeyer-Initiative sowie der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Stadt Osnabrück legten nacheinander einen Kranz am Mahnmal nieder. Mit einer Schweigeminute gedachten sie der Opfer. Ich bin selbst gerührt″, sagte Griesert. Es ist unsere Geschichte und somit unsere Verpflichtung in der Gegenwart und Zukunft.″ Nach der Kranzniederlegung wurde das Gebet für die Seelen der Opfer der Schoah gesprochen.

Christine Grewe, Mitarbeiterin des städtischen Büros für Friedenskultur, betonte: Die Schüler der sechsten Klassen der Gesamtschule haben ihren Auftritt sehr ernst genommen.″ Auch am Ende der Aufführung sei das Publikum nach dem großen Applaus noch nachdenklich sitzen geblieben, sagte Grewe. Der bewegende Abschluss der Gedenkveranstaltung mit den jüdischen Gebeten habe bei den Schülern und Besuchern bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir sind froh, dass die jüdische Gemeinde wieder zu Osnabrück gehört″, erklärte Griesert im Anschluss an die Veranstaltung.

Bildtext:
Im Beisein von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert wurde mit einer Kranzniederlegung der Opfer der Pogromnacht von 1938 gedacht.

Foto:
Katja Steinkamp
Autor:
kast


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