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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Für heutige Kinder unvorstellbar
Zwischenüberschrift:
IGS-Schüler gestalten die Gedenkveranstaltung zum 9. November 1938
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
30 Kinder aus den sechsten Klassen der Integrierten Gesamtschule (IGS) Osnabrück gestalten heute das Gedenken an die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938. Ihr Theaterstück Von guten und schlechten Pilzen″ wird heute in der Schlossaula aufgeführt.

Osnabrück. In jedem Jahr ist eine andere Schule an der Reihe, der Gedenkfeier Form zu geben, mit der an die Verbrechen im Nationalsozialismus erinnert werden soll. Meist sind ältere Schüler beteiligt, in desem Jahr sind es Sechstklässler. Es ist wichtig, den Kindern zu zeigen, wohin so eine Geschichte führen kann″, sagt Christine Grewe, Mitarbeiterin des städtischen Büros für Friedenskultur. Die Erinnerungskultur in Deutschland sei kein Selbstzweck und müsse heute mehr denn je gefördert werden. Die Kinder sollen sensibilisiert werden.

Seit gut zwei Wochen proben die Schüler ihren Auftritt. Es wurde ausgelost, wer dabei sein darf″, sagt eine Schülerin. Das Interesse sei groß gewesen, erklärt Jahrgangsleiterin Ilka Grimm. Dies habe sich auch bei einem in der Schule veranstalteten Projekttag gezeigt. Die Elf- und Zwölfjährigen hätten ein gesundes Halbwissen″ zum Thema Nationalsozialismus mitgebracht, erinnert sich Geschichtslehrerin Claudia Geschermann. Die Kinder wissen oder sagen schon in jungen Jahren, dass Hitler schlecht war, weil sie es am Rande mitbekommen. Aber sie können die Geschichte dazu nicht einordnen.″

Es ist eine Herausforderung mit dieser Altersklasse. Es war interessant zu sehen, wie die Schule das umgesetzt hat″, sagt Grewe. Es habe überlegt werden müssen, wie die Kinder verständlich an das Thema herangeführt werden können. Die Idee, die Kindheit im Nationalsozialismus aufzugreifen, war naheliegend″, findet Grimm. Der Fokus läge dabei auf dem Aufwachsen der Kinder in der damaligen Zeit und auf dem Einfluss, den das politische Umfeld auf sie hatte.

Das Stück wurde von den IGS-Lehrern selbst geschrieben. Wir haben Bücher und Gedichte aus der Zeit gesucht″, erinnert sich Grimm. Alles, was in der Inszenierung gelesen wird, sind authentische Texte″, ergänzt Geschermann. Das Buch Der Giftpilz″, von dem der Titel des Stückes abgeleitet wurde, ist ein Kinderbuch, das damals schon im frühen Alter vorgelesen wurde. Es erschien 1938, stammt von dem Autor Ernst Hiemer und diente der Hetze gegen die Juden. Den Kindern sollte anhand einer Geschichte erklärt werden, dass Juden Giftpilze″ seien. Diese Art von Büchern sollten die Kinder beeinflussen, ohne dass sie bemerkten, in eine bestimmte Richtung gelenkt zu werden.

Dass jemand wegen seines Glaubens oder seiner Kultur ausgegrenzt wird, komme an der IGS nicht vor, betonen die Kinder. Ich habe das an dieser Schule noch nicht einmal erlebt″, sagt auch Jahrgangsleiterin Grimm. Für die Schüler sei es völlig normal, dass verschiedene Kulturen aufeinandertreffen. Auch ist es für sie selbstverständlich, dass es an ihrer Schule Flüchtlingskinder gibt. Wenn bei uns Krieg wäre, wollen wir uns auch sicher fühlen. Wir würden aufgenommen und integriert werden wollen″, sagt ein Schüler, man darf nicht beleidigen oder ausgrenzen. Jeder hat die gleiche Berechtigung, hier zu sein″.

Die Gedenkveranstaltung, die heute um 16.30 Uhr im Schloss beginnt, ist öffentlich. Anmeldung erforderlich per E-Mail an grewe.c@ osnabrueck.de oder unter Telefon 0541/ 323-22 87. Im Anschluss wird ein Gedenkgang zum Ort der zerstörten Synagoge an der Alten Synagogenstraße unternommen, wo gegen 18 Uhr ein Kranz niedergelegt wird.

Bildtext:
30 IGS-Schüler führen heute das Stück Von guten und schlechten Pilzen″ auf (hier ein Probenfoto).

Foto:
Katja Steinkamp
Autor:
Katja Steinkamp


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