User Online: 1 | Timeout: 14:40Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mehr öffentliche Toiletten für Osnabrück?
Zwischenüberschrift:
Rat ist sich nicht einig und verschiebt das Thema in den Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Zwei öffentliche Toilettenanlagen gibt es in Osnabrück: am Domhof und an der Johannisstraße. Viel zu wenig, findet die SPD und schlägt vor, dass die Stadt sich der Initiative Nette Toilette″ anschließt oder ein anderes Konzept entwickelt.

Osnabrück. Die Nette Toilette″ ist eine Idee der Stadt Aalen in Baden-Württemberg und hat eine steile Karriere gemacht, rund 240 Städte und Gemeinden machen mittlerweile bundesweit mit. Das Prinzip: Teilnehmende Einzelhändler und Gastronomen kleben ein kleines Logo in ihre Fenster, das sie als Nette-Toilette-Standort″ ausweist. Für Passanten, die ein dringendes Bedürfnis haben, ist damit klar: Dort können sie sich kostenlos und unkompliziert erleichtern. Die Standorte erhalten im Gegenzug einen kleinen Pflegezuschuss von der Kommune.

Andreas Reinisch-Klaß (SPD) sagte in der Ratssitzung am Dienstag: Besonders viele ältere Menschen meiden den Innenstadtbereich aus Angst, keine öffentlich zugängliche Toilette zu finden.″ Für viele Gastronomen und Einzelhändler sei es ein Ärgernis, Passanten auf ihre sanitären Anlagen zu lassen, da sie für deren Pflege selbst aufkommen müssten. Die Nette Toilette″ sei eine kostengünstige Möglichkeit, mehr öffentlich zugängliche Toiletten zu schaffen″.

Kerstin Albrecht (BOB) hält das Thema für überflüssig. Mit was soll denn die Verwaltung noch beauftragt werden?″, fragte sie und verwies auf den aktuellen Personalmangel bei der Stadt. Wir finden, Osnabrück hat wirklich genügend nette Einzelhändler und Gastronomen, die die Leute auch so auf die Toilette lassen″, so Albrecht. Informieren Sie sich mal beim Osnabrücker Seniorenbeirat″, konterte Frank Henning (SPD). Dort sei der Wunsch nach mehr öffentlichen Toiletten groß.

Wulf-Siegmar Mierke (UWG) sah es wiederum wie Kerstin Albrecht und nannte noch ein Gegenargument: die Kosten. Wir sollten das Geld lieber in die Schulen investieren als in solche Sachen″, so Mierke.

Thomas Klein (Grüne) begrüßte die Initiative der SPD und kündigte an, den Vorschlag im Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung positiv zu begleiten denn dort solle darüber noch einmal diskutiert werden, bevor eine Entscheidung fällt. Oliver Hasskamp (FDP) befand: Die Attraktivität einer Stadt bemisst sich natürlich nicht an der Anzahl der Toiletten.″ Aber auch er sprach sich dafür aus, das Thema noch einmal im Fachausschuss zu besprechen.

SPD, Linke und UWG hätten lieber sofort über den Antrag abgestimmt, konnten sich damit aber nicht gegen CDU, Grüne, Piraten und FDP durchsetzen. Also wird der Feuerwehr- und Ordnungsausschuss sich mit den Toiletten noch einmal befassen.

Weitere Berichte aus der Ratssitzung und den Ticker zum Nachlesen gibt es auf noz.de/ os

Bildtext:
Die vollautomatische Toilettenanlage am Dom ist eine von nur zwei öffentlichen WCs der Stadt.

Foto:
Gert Westdörp

Kommentar:

Gute Idee

Ist der Vorschlag der SPD für mehr öffentlich zugängliche Toiletten in Osnabrück nun ein Griff ins Klo oder ein dringendes Bedürfnis für etliche Osnabrücker? Mit kalauerartigen Wortspielen in diesem Stil haben sich die Ratsmitglieder bereits in ihrer Sitzung am Dienstag ausgetobt. Dabei ist das Thema ernst zu nehmen.

Mag sein, dass viele Gastronomen und Händler kein Problem damit haben, Passanten ihre Toiletten benutzen zu lassen. Doch wissen die Betroffenen das im Vorfeld? Viele, gerade ältere Menschen, dürfte es einiges an Überwindung kosten nachzufragen. Und die beiden öffentlichen WC-Anlagen am Dom und an der Johanniskirche sind keine Alternative, sondern oft eine Zumutung.

Es ist daher eine gute Idee, Händler und Gastronomen über einen kleinen Zuschuss ins Boot zu holen und am Schaufenster für die Bürger kenntlich zu machen, dass sie sich hier erleichtern können.
Autor:
Sandra Dorn


Anfang der Liste Ende der Liste