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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Handyticket grenzt viele Bürger aus
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Busfahren in Osnabrück wird teurer Preiserhöhung zum 1. November Handytickets billiger als Fahrscheine aus Papier″ (Ausgabe vom 17. Oktober).

Soll man Osnabrück weiträumig meiden? Nun werden durch die VOS die Buskunden ohne Smartphone diskriminiert, nachdem die Tarife mit Handytickets ausgestattet werden! Wird vorausgesetzt, dass alle Menschen nur noch mit Smartphone rumlaufen und damit zahlen? Mitnichten. Gerade die älteren Leute werden mehr und mehr ausgegrenzt; gerade diese möchten mit dem Bus fahren.

Schlimm genug, dass nicht verstärkt auf die Rollatoren-Generation eingegangen wird. Die stehen verzweifelt an der Bushaltestelle und hoffen, dass der Bus den Einstieg absenkt. Warum wird alles so kompliziert gemacht und der Busverkehr so teuer angeboten, dass es sich überhaupt nicht lohnt, damit zu fahren?

Wollen wir nicht etwas für die Umwelt tun? Städte wie zum Beispiel Bologna in Italien machen es ganz einfach: Für einen Euro pro Stunde im gesamten Stadtgebiet fahren, wie man mag herrlich einfach und einen Euro hat man leicht in der Hosentasche.

Selbst bei den hohen Parkgebühren in Osnabrück lohnt es sich, von Wallenhorst mit dem Pkw zu fahren. Sehr schade. Aber die vielen Baustellen, die Schließung des Neumarktes und die erwähnten Parkgebühren vermiesen es einem, überhaupt noch in die Stadt zu fahren. Immer mehr potenzielle Kunden fahren in die umliegenden kleinen Städte wie Bramsche, Ibbenbüren und so weiter. Dort kann man günstig oder umsonst parken, hat keinen Verkehrsstress und gut sortierte, inhabergeführte Läden, die sich alle Mühe geben. Dort ist der Kunde noch König.

Wann merkt Osnabrück die Abwanderungen?

Anja Heinze

Wallenhorst

Das können sich nur Manager ausgedacht haben, die mit ihren Smartphones und sicher auch einer Sprechanlage in ihren Autos, aber nicht Bus fahren. Sonst würde wahrscheinlich die seit Wochen unzuverlässige elektronische Abfahrtsanzeige schon längst funktionieren.

Nun soll wohl neue Technik das Image der Stadtwerke aufpolieren. Ticket mit Smartphone mag ja gut klingen, grenzt aber all diejenigen aus, die am ehesten in ihrer Mobilität auf öffentliche Verkehrsmittel in Osnabrück angewiesen sind. Nämlich diejenigen, die kein Smartphone haben oder es nicht bedienen können, wie beispielsweise Menschen in prekären Lebenslagen, Menschen mit Sehbehinderung, viele Seniorinnen und Senioren.

Diese Zielgruppe mit einer höheren Gebühr für Papier-Fahrkarten zu belasten ist eine Dreistigkeit und Ausgrenzung einer nicht gerade kleinen Gruppe von Bewohnerinnen und Bewohnern in und um Osnabrück. Zudem widerspricht dies den Klimaschutzzielen der Stadt Osnabrück, nach denen der öffentliche Personennahverkehr für alle gestärkt werden soll. Aber vielleicht ist es ja jetzt ein Ziel, wegen der stark verteuerten Schülerfahrkarten diese Gruppe beziehungsweise deren Eltern eher von Rad oder Auto zu überzeugen? Eine super (Schnaps-) Idee!

Vielleicht werden künftig auch die übertragbaren Monatskarten (oder werden die jetzt auch abgeschafft wie bei der letzten Tarifumstellung die sinnvollen Einpersonen-Tagestickets?) dann auf Smartphone sein dann bin ich eben telefonisch nicht erreichbar, wenn mein Mann das Smartphone zum Busfahren braucht …″

Prof. Dr. Elisabeth Leicht-

Eckardt

Osnabrück
Autor:
Anja Heinze, Elisabeth Leicht-Eckardt


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