User Online: 1 | Timeout: 11:39Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nicht alles muss perfekt sein
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Leserbrief von Alex Deitermann Jeder von uns kann etwas tun, selbst auf einem kleinen Balkon″ (Ausgabe vom 28. Oktober) mit Bezug auf den Artikel Insektenschwund immer dramatischer″ (Ausgabe vom 19. Oktober).

Danke für diesen klugen Leserbrief! Der Leserbriefschreiber zeigt einfache und praktische Möglichkeiten auf, wie wir alle etwas für Insekten tun können, indem wir ihnen Lebensraum bieten.

Sich für diese dramatisch unterschätzten Lebewesen mit dem ungerechtfertigt schlechten Image einzusetzen ist mehr als nötig, wie jüngste Meldungen aus der Wissenschaft zeigen. Der Autor liefert sogar ausgesprochen bequeme Tipps, von denen einige darin bestehen, einfach nichts zu tun, sondern etwas zu unterlassen.

Er empfiehlt doch tatsächlich , Unkrautecken′ im Garten und rät dazu, Laubhaufen über Winter
liegen zu lassen und auf Laubbläser und - häcksler zu verzichten. Wie wohl- tuend! […] Es gibt Dinge, die wichtiger sind als perfekte Ordnung, zwanghafte Hygiene und sterile Verhältnisse.

Denn das Streben nach diesen verfehlten Idealen hat, wie wir gerade sehen, massiv lebensschädigende Nebenwirkungen. Stattdessen brauchen wir den Mut, dem Leben eine Chance zu geben, indem wir es auch einmal sich selbst überlassen. Nicht für alles passt derselbe Maßstab: Ein Garten ist kein Operationssaal. Ordnung und Sauberkeit sind nicht überall das Maß aller Dinge.

Ist es nicht befreiend einzusehen, dass nicht alles immer perfekt sein muss und wir selbst schon mal gar nicht? Vielleicht lässt sich unser Nachbar davon ja sogar anstecken.″

Dr. Matthias Leder

Bad Essen

Man kann das globale Artensterben als Symptom von Fehlentwicklungen sehen, die auch den Homo sapiens bedrohen. [...] Hier mal ganz andere dramatische Zahlen: 1971 gab es noch 1 017 697 landwirtschaftliche Betriebe, 2016 nur noch 276 000 (Wikipedia). Der Artenschwund verläuft offensichtlich parallel zum Höfesterben.

Gibt es einen Zusammenhang? Die Zahl der Höfe schrumpft, die Flächen verändern sich kaum. Auf dem Land herrscht also ein knallharter Verdrängungswettbewerb, der die Betriebe zwingt, ständig zu wachsen und die Produktivität zu steigern.

Angeheizt wird diese Entwicklung durch die Globalisierung des Handels mit Agrarprodukten. Und damit die Weltmarktpreise nicht ins Bodenlose fallen, haben Lobbyisten beiderseits des Atlantiks die Subventionierung der Bioenergie und damit auch des Anbaus sogenannter , Energiepflanzen′ erfunden. Diese zusätzliche Nachfrage treibt hierzulande die Pachten und Grundstückspreise in die Höhe, was die Bauern dann wieder zu Produktivitätssteigerungen zwingt.

In südlicheren Gefilden führt sie aber zur Vertreibung von Kleinbauern und zur Vernichtung von Wäldern, um Platz für Palmöl-, Zuckerrohr- oder Maniokplantagen zu schaffen. Daraus wird Biodiesel oder Biosprit hergestellt. [...]

Dieser ganze Wahnsinn ist die wichtigste Ursache für den Verlust von Lebensräumen, welcher dann
zum Artensterben führt und für die betroffenen Menschen zur Fluchtursache wird. Auch im reichen
Norden gibt es eine Landflucht und ganze Landstriche, die sich abgehängt fühlen.

Das hat uns inzwischen den Brexit, Donald Trump und zahlreiche Wählerstimmen für die AfD beschert. Wir haben alle Angst, wo das alles noch hinführt. Einfache Lösungen sind nicht in Sicht. [...]″

Horst Menssen

Lingen
Autor:
Matthias Leder, Horst Menssen


Anfang der Liste Ende der Liste