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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Diagnose: Klimawandel
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Rekordanstieg der Treibhausgas-Konzentration – Studie: Bereits drastische Folgen
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Die Klimaerwärmung schreitet rasanter voran denn je. So viel Treibhausgase wie heute waren zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren in der Atmosphäre. Die Folgen: gravierend.

dpa GEnf/ London. Die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre ist nach Messungen der Klimaforscher noch nie so schnell gestiegen wie im vergangenen Jahr. Das lag neben den Aktivitäten der Menschen auch am Wetterphänomen El Niño mit seinen erhöhten Ozeantemperaturen und Dürren in den Tropen, wie die Weltwetterorganisation (WMO) am Montag in Genf berichtete. Dadurch konnten Ozeane und zum Beispiel Wälder nicht so viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) aufnehmen wie in anderen Jahren.

Besserung ist laut Experten aktuell nicht in Sicht: Denn die Ziele des Klimaabkommens von Paris werden bei Weitem nicht erreicht, wenn alle Länder so weitermachen wie bisher. Selbst bei Einhaltung aller bisher von den Ländern vorgelegten Klimaschutzziele wird sich die Erdtemperatur laut UN-Umweltprogramm (Unep) um mindestens 3 Grad erhöhen im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung. Dieses mahnende Zwischenzeugnis, den sogenannten 8. Emissions Gap Report, stellte die UN-Behörde am Dienstag in Genf vor. Es besteht dringend Bedarf, die kurzfristigen Maßnahmen zu beschleunigen und die langfristigen Ziele ehrgeiziger zu gestalten″, heißt im Unep-Report. Dieser dient zusammen mit dem WMO-Treibhausgas-Bulletin als Grundlage für die Klimakonferenz in Bonn ab 6. November.

In Paris hatten die Staaten vereinbart, die Erderwärmung möglichst auf 1, 5 Grad zu begrenzen, auf jeden Fall aber auf deutlich unter 2 Grad.

Das Ziel von unter zwei Grad durchschnittlicher Erwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau gilt als äußerste Grenze, um katastrophale Klimafolgen abzuwenden. Laut WMO ist es bereits jetzt 1, 2 Grad wärmer.

Hungerkrisen drohen

Der globale Klimawandel hat schon heute gravierende Folgen für die Gesundheit der Weltbevölkerung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kommission für Gesundheit und Klimaschutz des Fachblatts Lancet″ aus Klimaforschern, Medizinern und Ökonomen. Der Klimaschutz müsse deutlich intensiviert werden, so ihr alarmierendes Plädoyer, um einen weltweiten medizinischen Notfall zu vermeiden.

So seien von 2000 bis 2016 etwa 125 Millionen Menschen über 65 Jahre weltweit Hitzewellen ausgesetzt gewesen mit entsprechenden gesundheitlichen Folgen, etwa für das Herz-Kreislauf-System. Bis 2050 könnten es eine Milliarde Menschen sein.

Steigende Temperaturen hätten zudem dazu geführt, dass die Arbeitsproduktivität in ländlichen Gebieten von 2000 bis 2016 bei körperlich tätigen Menschen um 5, 3 Prozent abgenommen habe, so der Report. Besonders in wärmeren Regionen sei es an immer mehr Tagen zu heiß, um draußen zu arbeiten. Das ist gerade in landwirtschaftlich geprägten Gegenden von Bedeutung″ so Anthony Costello, einer der WHO-Direktoren.

Gleichzeitig nehme die Ausbreitung einiger Infektionskrankheiten wie Dengue zu, da die krankheitsübertragenden Mücken in immer mehr Gebieten vorkämen.

Zudem warnen die Autoren vor den Auswirkungen des Klimawandels auf den weltweiten Hunger. Für jedes Grad globalen Temperaturanstiegs würden sich die globalen Weizenerträge zudem um 6 Prozent verringern, bei Reis betrage der Schwund gar 10 Prozent. Außerdem bedrohten wärmere Ozeane die Fischbestände.

Ein weiteres großes Problem stelle die Luftverschmutzung dar: 2015 seien in 21 asiatischen Ländern 803 000 vorzeitige und vor allem vermeidbare Todesfälle darauf zurückzuführen. Zudem würden in 87 Prozent der Städte die Feinstaub-Grenzwerte der WHO regelmäßig überschritten. Wir reden also nicht mehr über Tausende oder Millionen betroffene Menschen, sondern über Milliarden″, sagte Nick Watts, Geschäftsführer von The Lancet Countdown″.

Nach Auskunft des Reports hat sich zudem die Zahl der wetterbedingten Naturkatastrophen seit 2000 um 46 Prozent erhöht. Allein 2016 sei so ein ökonomischer Schaden von 129 Milliarden US-Dollar (111 Mrd. Euro) entstanden.

Bildtext:
Der Mensch wirft einen Schatten auf die Natur: Falls nicht bald Erfolge im Kampf gegen den Klimawandel erzielt werden, drohen nach Expertenangaben katastrophale Folgen.

Foto:
dpa


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