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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Es funktioniert, weil wir und sie sich voll reingehängt haben″
Zwischenüberschrift:
Warum die Arbeitsagentur Flüchtlingen Ausbildungsplätze gab, obwohl sie keine oder nur geringe Deutschkenntnisse hatten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Arbeitsagentur hat zwei Flüchtlingen Ausbildungsplätze gegeben, obwohl eine Syrerin zunächst nur Grundkenntnisse und ein Afghane sogar keinerlei Deutschkenntnisse hatten. Wir mussten uns zu Ausbildungsbeginn vor einem Jahr erst auf Englisch mit ihnen unterhalten″, erklärt Sprecher Volkmar Lenzen. Mittlerweile sprechen wir mit ihnen Deutsch. Das hat aber nur funktioniert, weil wir und sie sich voll reingehängt haben.″

Die Agentur für Arbeit Osnabrück sorgte dafür, dass nachmittags jemand mit Slava Issa und Ajmirullah Hakimi Deutsch paukte, und motivierte die Flüchtlinge dazu, dass sie den Stoff, den sie wegen ihrer mangelnden Deutschkenntnisse in der Berufsschule zunächst verpassten, nachholten. Agenturleiterin Christiane Fern erklärt: Bei der Integration von Flüchtlingen wollten wir mit gutem Beispiel vorangehen.″ Aktuell absolvieren die beiden die Zwischenprüfung und sind guter Hoffnung, dass sie sie auch bestehen.

Der 23-jährige Hakimi konnte als lediglich geduldeter Flüchtling mit subsidiärem Schutzstatus zunächst keinen Deutschkurs machen. Umso mehr half ihm der Intensivsprachkurs, der seine dreijährige Ausbildung zum Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen begleitet.

Aus seiner Heimat brachte Hakimi ein abgeschlossenes Psychologie-Studium und eine zweijährige Berufserfahrung als Medienkorrespondent mit Qualifikationen, die ihm bei seiner kommunikationslastigen Tätigkeit im Eingangsbereich der Arbeitsagentur, wo der Erstkontakt zu den Kunden hergestellt wird, zugutekommen, auch wenn gerade in den ersten Monaten die sprachlichen Hürden hoch gewesen sind. Mit viel gutem Willen und Einsatz″ ließen sich jedoch die Schwierigkeiten überwinden, betont Agenturleiterin Christiane Fern.

Ihre berufliche Zukunft in Deutschland sieht auch die Auszubildende Slava Issa, die vor zwei Jahren mit ihren Eltern und zwei Geschwistern aus Syrien, wo sie ihr Jurastudium abbrechen musste, nach Quakenbrück geflüchtet ist. Von dort pendelt sie nun täglich nach Osnabrück und gelegentlich gemeinsam mit Hakimi zur Berufsschule nach Oldenburg. Ihre Ausbildung betrachtet die hoch motivierte und zielstrebige 29-Jährige nicht nur als einen ersten Karriereschritt, der ihr in zwei Jahren viele verschiedene Möglichkeiten″ eröffnen wird, sondern auch als Gelegenheit, anderen Menschen zu helfen und ihre deutschen Sprachkenntnisse im direkten Kontakt zu den Kunden nachhaltig zu vertiefen. Dabei sieht sie sich auch als Vorbild für andere Flüchtlinge, die sich oftmals allein durch die sprachlichen Defizite entmutigen ließen.

Entsprechende Rückstände hätten die beiden bereits im ersten Jahr so gut aufgeholt, dass ihre Ausbildung höchstwahrscheinlich nicht wie ursprünglich erwartet verlängert werden müsse, zeigt sich Fachbetreuerin Monika Koopmann zuversichtlich.

Sie betont ebenso wie Ausbilderin Christa Piechotka, dass die Flüchtlinge umgekehrt auch ihren Arbeitsalltag bereicherten und sie gerade im Hinblick auf die menschliche Komponente″ von ihnen viel gelernt hätten. Angesichts der insgesamt geringer werdenden Anzahl und der nachlassenden Qualität″ von Bewerbungen sind Piechotka und Koopmann guter Hoffnung, dass die Ausbildung von Flüchtlingen dazu beitragen kann, den Fachkräftemangel zu bekämpfen.

Bildtext:
Slava Issa und Ajmirullah Hakimi machen eine Ausbildung zu Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen. Zu Beginn der Ausbildung bei der Arbeitsagentur sprachen sie nur schlecht oder gar kein Deutsch, doch mit viel Engagement haben sie es geschafft.

Foto:
Michael Gründel
Autor:
Matthias Liedtke, Jean-Charles Fays


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