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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Manor House″ schließt nach fast 40 Jahren
Zwischenüberschrift:
Josef Meyer bringt seit 1980 Stilmöbel von England nach Osnabrück – Unternehmer findet keinen geeigneten Nachfolger
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Das tut sich in Osnabrück

kast Osnabrück. Schon seit fast 40 Jahren gibt es das Manor House″ an der Bramscher Straße in Osnabrück. Nun schließt Inhaber und Geschäftsführer Josef Meyer für immer die Türen seines Möbelgeschäfts.

Manor House″ bedeutet übersetzt so viel wie Herrenhaus″. Das zurückgesetzte Gebäude mit den weißen Säulen und den großen Fenstern fällt von der Straße aus sofort ins Auge. Josef Meyer hat das Gebäude seinerzeit selbst entworfen: Ich habe so ein ähnliches Haus in England gesehen. Ich habe es selbst gezeichnet.″ Die großen Säulen am Haupteingang seien damals etwas Besonderes gewesen.

1980 gründete der Unternehmer das zur damaligen Zeit in der Stadt größte Kaufhaus für englische Stilmöbel. Heute ist es zusätzlich das einzige, das noch besteht. Die Idee, ein Unternehmen mit der Spezialisierung auf englische Einrichtungen zu eröffnen, entstand, als Meyer sein eigenes Haus in Vechta umgestalten wollte. In meinem Job richtete ich Gaststätten und Diskotheken ein. Vor allem Diskotheken hatten viele englische Möbel″, erinnert sich Meyer. Damals habe es aber dafür in der Umgebung nur ein geringes Angebot gegeben. So entdeckte er seine Liebe zum englischen Stil und baute sich ein eigenes Einrichtungshaus.

Auf 2000 Quadratmetern erstreckt sich die Ausstellung im Manor House″ über zwei Etagen. Anfangs verkaufte Josef Meyer nur englische Ware. Seit etwa zehn Jahren werden auch französische, spanische und italienische Möbel angeboten. Der Geschmack hat sich über die Jahre verändert″, sagt Meyer. Heute fänden auch jüngere Leute Gefallen an einer traditionell aussehenden Einrichtung. Meine Tochter baut gerade ein Haus und möchte sich auch solche Stilmöbel aufstellen.″ Den Geschmack hat Vater Josef Meyer also an seine drei Töchter weitergegeben.

Dem Geschäftsführer ist es schon immer wichtig gewesen, dass seine Möbelstücke Originale sind, wie er betont. Die Möbel werden aus England, Frankreich, Spanien oder Italien direkt nach Osnabrück gebracht. Dabei arbeitet Meyer mit mehr als 100 Möbel-Manufakturen zusammen. Ich brauche nur anzurufen und zu sagen, welches Möbelstück ich wie möchte.″ Die Einzelanfertigungen werden dann extra für ihn gebaut. Den engen Kontakt zu seinen Partnern aus den anderen Ländern weiß Meyer zu pflegen. Ich kenne alle Hersteller persönlich. Mittlerweile habe ich sogar auch die Kinder kennengelernt.″ Der Unternehmer führte das Geschäft damals mit der Unterstützung durch zwei Verkäufer. Doch seit fünf Jahren macht er alles komplett allein, wie er erzählt. Nach dem Studium hat eine meiner Töchter bei mir angefangen. Sie war ein absolutes Verkaufstalent″, erinnert sich Meyer stolz. Trotzdem wird keine seiner Töchter das Unternehmen weiterführen und das ist auch der Grund, warum nun bald Schluss ist.

Leider finde ich keinen Nachfolger″, sagt Josef Meyer nachdenklich. Nach der langen Zeit fällt es dem Inhaber des Manor House″ schwer, sein Lebenswerk aufzugeben. Meine Kunden sind mir ans Herz gewachsen. Manche kommen regelmäßig und trinken hier auch mal mit mir nur einen Kaffee.″

In all den Jahren hat Josef Meyer viele Stammkunden gesammelt, aber auch viele Möbelliebhaber aus anderen Städten reisen extra an, um in dem Traditionshaus an der Bramscher Straße einzukaufen. 80 Prozent meiner Kunden kommen von außerhalb wie beispielsweise Hamburg.″ Das Internet sei für den Einzelhändler also keine Konkurrenz, im Gegenteil: Durch unsere Internetpräsenz finden viele aus ganz Deutschland den Weg zu uns.″ Wirtschaftlich gibt es also keine Motive für Meyer, jetzt einen Schlussstrich zu ziehen. Es sind rein private Gründe, die ihn ein Ende finden lassen. Irgendwann ist einfach der Tag gekommen, an dem man aufhören muss. Und diesen Zeitpunkt habe ich jetzt erreicht″, sagt der 68-Jährige.

Langweilig werden wird dem Unternehmer aus Vechta aber trotzdem nicht. Meyer arbeitet weiter an seiner zweiten Liebe: einem Onlineshop für japanische Gärten. Dieser wird ihn weiterhin beschäftigen. Das sind aber alles Sachen, die ich von zu Hause aus erledigen kann.″

Die englische Stilrichtung überzeugt mich heute noch zu 100 Prozent. Vom Anfang bis zum Ende war ich dabei″, sagt Meyer. Nun steht der Räumungsverkauf vor der Tür. An diesem Freitag, 27. Oktober, startet dieser offiziell. Josef Meyer verspricht seinen Kunden großzügige Rabatte. Er wird im Laden stehen, bis alle Möbel verkauft sind. Wie lange das dauern wird, kann er noch nicht sagen, Ziel sei aber das Jahresende. Einen neuen Mieter habe der Unternehmer für sein selbst entworfenes Haus noch nicht gefunden. Er kann sich also noch etwas Zeit lassen, bis er die Tür des Manor House″ endgültig abschließt.

Bildtexte:
Inhaber und Geschäftsführer des Manor House″: Josef Meyer hört auf.

Josef Meyer bringt seit 1980 Stilmöbel von England nach Osnabrück Unternehmer findet keinen geeigneten Nachfolger

Fotos:
Katja Steinkamp


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