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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kupferschatz 500 Jahre älter als angenommen
Zwischenüberschrift:
Lüstringer Fundstücke werden im kommenden Jahr vielleicht in Berlin gezeigt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Der im Juni 2016 bei Bauarbeiten in Lüstringen gefundene Kupferschatz ist älter als bislang angenommen. Dies hat sich nach einem Jahr mit zahlreichen Untersuchungen gezeigt. Entgegen der ursprünglichen Annahme, die vier gefunden Gegenstände seien 4000 bis 4500 Jahre alt, sind diese den Wissenschaftlern zufolge mindestens 500 Jahre älter also älter als 5000 Jahre. Demnach stammen sie nicht aus der Einzelgrabkultur, sondern aus der sogenannten Trichterbecherkultur, also der Zeit der Großsteingräber, wie die Stadt nun mitteilte.

Wir können nicht mit Bestimmtheit sagen, welchem Zweck diese Schmuckstücke dienten oder warum sie dort vergraben wurden. Sicher ist aber, dass dieser Metallschmuck für die damals lebenden Menschen einen unermesslichen Wert darstellte″, wird der Leiter der Stadt- und Kreisarchäologie, Axel Friederichs, in einer Pressemitteilung zitiert.

Mit einem Alter von mehr als 5000 Jahren eröffnen die Ergebnisse neue Perspektiven zur Erforschung der Anfänge der Metallurgie. Sie führen den Wissenschaftlern zufolge zu tieferen Einblicken in die Frühzeit der Fernhandelsbeziehungen in Europa und der Herausbildung von gesellschaftlichen Eliten deutlich vor der Wende von der Steinzeit zur Bronzezeit. Die Stücke seien so bedeutend, dass sie voraussichtlich 2018 in Berlin im Rahmen einer Ausstellung zum Weltkulturerbe gezeigt werden.

Lennard Janßen, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Stadt- und Kreisarchäologie, hatte den Kupferschatz im Juni 2016 bei Bauarbeiten in Lüstringen gefunden. Die Fundstücke waren drei sogenannte Lunulae, also halbmondförmiger Brust- oder Halsschmuck, und eine Kupferaxt.

In Zusammensetzung und Umfang ist dies der Stadt zufolge einer der ungewöhnlichsten und ältesten Schatzfunde Norddeutschlands.

Bei der seinerzeit anschließenden Ausgrabung wurde die unmittelbare Fundstelle als fast 300 Kilogramm schwerer Erdblock eingegipst und nach Hannover ins Landesamt für Denkmalpflege transportiert. In der dortigen Restaurierungswerkstatt wurde der Inhalt des Blockes bis in diesen Sommer hinein millimeterweise ausgenommen. Dabei traten fehlende Reststücke der drei Lunulae zutage immerhin fast 30 Prozent. Außerdem wurden alle noch so winzigen organischen Reste geborgen und mehrere Bodenproben entnommen.

Einen Film zum Fund des Kupferschatzes zeigt das Kulturgeschichtliche Museum unter osnabrueck.de/
kupferschatz

Bildtext:
Ein Teil des Kupferschatzes, der vorübergehend im Kulturgeschichtlichen Museum gezeigt wurde.

Foto:
Archiv/ Gründel
Autor:
pm


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