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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nicht jeder Markt ist kommerziell
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu den Artikeln Der letzte Kunsthandwerkermarkt? Beliebte Veranstaltung in der Halle Gartlage könnte sonntags künftig verboten sein″ und Schnäppchenjagd bei Kaiserwetter Großer Andrang beim Herbstflohmarkt im Moskaubad″ (Ausgabe vom 16. Oktober).

Es gibt Gerichtsurteile, die einfach nicht nachvollziehbar sind. Während bei Sonntagsöffnungszeiten die Angestellten auf ihre Freizeit verzichten müssen, kommen die Beschicker des Kunsthandwerkermarktes ganz freiwillig in die Halle Gartlage, nehmen dafür sogar viele Kilometer Anfahrt auf sich. Die Besucher bewundern Ideenreichtum und deren Herstellung. Es ist interessant, dem Glasbläser zuzuschauen und am Ende das fertige Produkt zu bestaunen sowie nette Gespräche mit den Standbesitzern zu führen. Wann geht das besser als an einem Sonntagvor- oder - nachmittag?

Für meine Freundin und mich ist ein Besuch des Marktes zweimal im Jahr zum festen Bestandteil unseres Lebens geworden. Anschließend lassen wir den Nachmittag in einem Café bei Kaffee und Kuchen ausklingen. Dort herrscht dann tatsächlich Sonntagsarbeit. Müssen wir demnächst auch darauf verzichten? Was ist mit den Pflegekräften in Krankenhäusern und Altenheimen? Sonntags müssen Alte und Kranke alleine klarkommen? Wenn die geltende Rechtslage in Niedersachsen so löcherig ist, sollte man sie schnellstens überdenken und gegebenenfalls erneuern. […]″

Marianne Kameier

Bissendorf

Es geht um den Kunsthandwerkermarkt in der Halle Gartlage, aber nicht nur dort: Es entschied das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht, dass , gewerbliche Märkte an Sonn- und Feiertagen nach geltender Rechtslage unzulässig sind ähnlich wie die meisten Sonntagsöffnungen im Einzelhandel.′

Gilt es da nicht, die , geltende Rechtslage′ differenzierter zu gestalten und nicht einfach jede Sonntagsveranstaltung, bei der für ein Objekt Geld genommen wird, pauschal zu verbieten? Hier werden rein kommerziell orientierte Sonntagsöffnungen des Einzelhandels zum Teil mit mehr oder weniger fragwürdigen Begründungen wie Jubiläen und Ähnliches mit Kunsthandwerker-, Trödel- und Flohmärkten in einen Topf geworfen.

Bei Trödel- und Flohmärkten würde ich einem Verkaufsverbot von fabrikneuer Billigware zustimmen, den privaten Anteil an Gebrauchtwaren besonders im Sinne der immer wichtiger werdenden Müllreduzierung und der Kommunikationsförderung aber vom Verbot ausklammern. Der Artikel [. . .] , Schnäppchenjagd bei Kaiserwetter′ zeigt, dass diese Differenzierung durchführbar ist.

Beim Kunsthandwerkermarkt kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die Bewertung des Kunsthandwerks als Kulturgut! Was einem beim Erwerb eines entsprechenden Objekts in einem normalen Geschäft nicht geboten wird, ist der unmittelbare Kontakt mit dem Künstler selbst. Er/ Sie kann Interessierten Auskünfte zu Herstellungstechniken geben und damit zu eigener Tätigkeit anregen. Die daraus resultierende Erfahrung des Wertunterschiedes zum bloßen Konsum ist durch nichts zu ersetzen. Die Erkenntnis , das habe ich selbst gemacht, das ist ein Stück von mir′ wird so durch diese Märkte gefördert.

Und nun sind es gerade die Sonn- und Feiertage, an denen die meisten Menschen dafür die nötige Muße haben. Konsumieren können sie zu den üblichen Öffnungszeiten mehr als genug. Die Bemerkung von Herrn Osterbrink , Wir stellen fest, dass viele Besucher nichts kaufen′ bewertet die Verkaufsmöglichkeit negativ, zu Unrecht, wie ich meine: Kunst zu machen, kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Diese Anmerkung hätte der Glasbläser Stefan Warnken seinen sehr treffenden Aussagen gerne hinzufügen dürfen! Ist die Frage erlaubt, wer wohl das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in dieser Sache bemüht hat im Interesse der Abschaffung dieser Sonntagsmärkte?

Helmuth Kohn

Bramsche
Autor:
Marianne Kameier, Helmuth Kohn


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