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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Eltern aus Nahne bauen Kindern eigenen Spielplatz
Zwischenüberschrift:
20 000 Euro Spenden gesammelt – Einweihungsfest im kommenden Frühjahr geplant
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Spielplätze zu bauen und instand zu halten, ist eigentlich Aufgabe der Stadt. Da das Budget jedoch begrenzt ist, haben Eltern in Nahne selbst die Initiative ergriffen. Uns haben sie erzählt, wie sie es geschafft haben, 20 000 Euro Spenden zu sammeln.

Osnabrück. Kennengelernt haben sich Carolin Klostermann und Christina Gehrke in der Krabbelgruppe der Gemeinde. Bei schönem Wetter sind die Mütter mit ihren Kinder nach draußen gegangen, und da nun mal nicht jeder über ein Häuschen mit Garten verfügt, zog es die Gruppe zu den nahe gelegenen Spielplätzen. Da gibt es in Nahne allerdings nicht viele.

Zum einen wäre da der Spielplatz der Franz-Hecker-Schule – „ ein wirklich großartiger Spielplatz″, wie Carolin Klostermann meint. Allerdings für Kleinkinder völlig ungeeignet. Alles ist zu hoch, zu groß, zu wild eben perfekt für Schulkinder mit entsprechendem Bewegungsdrang. Aber es gibt ja noch einen weiteren Spielplatz, ein Stückchen weiter die Ansgarstraße hinauf, nur wenige Schritte von der Kirche St. Ansgar entfernt. Doch auch hier gab es wenig Angebote für kleine Kinder dafür überwucherte Fußwege und einen in die Jahre gekommenen Spielturm. Der Spielplatz war schon immer ein Problem″, sagt Carolin Klostermann.

Sie muss es wissen sie ist in direkter Nachbarschaft zu dem Spielplatz aufgewachsen, nun lebt sie mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern hier. Schon früher sei es oft nötig gewesen, dass Eltern selbst Hand anlegten und das wuchernde Unkraut und Gestrüpp zurückschnitten. Bei dem Klettergerüst lösten sich schon Teile″, bemerkt Christina Gehrke, und auch sonst wirkte der Spielplatz wenig einladend. Unser Wunsch war es, einen richtigen Familientreffpunkt zu haben″, sagt die Mutter zweier Kinder. Bei der Stadt hätten sie schließlich nach einer Babyschaukel gefragt, die sei dann auch recht schnell gekommen und seither ständig in Benutzung. Die Eltern merkten: Es tut sich was wenn man selbst etwas tut. Beim Bürgerforum des Stadtteils im vergangenen Jahr wiesen die Mütter den anwesenden Oberbürgermeister Wolfgang Griesert auf ihren Wunsch nach einem kleinkindgerechten Spielplatz hin und holten zudem den Bürgerverein ins Boot. Auf die Frage des Oberbürgermeisters, welcher Betrag für die Umsetzung wohl nötig sei, nannten die Eltern die Summe von 20 000 Euro ein Betrag, der dem OB realistisch erschien. Gekommen ist von der Stadt dann aber nichts″, sagt Carolin Klostermann. Das Budget sei begrenzt.

Nach der Berichterstattung der NOZ meldete sich dafür jemand anderes: Michael Prior, Geschäftsführer der Friedel-&- Gisela-Bohnenkamp-Stiftung. Er zeigte sich beeindruckt von dem Engagement der Mütter und wollte gerne mehr über das Projekt wissen. Von Geld war zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Rede. Das sammelten die Eltern erst einmal auf eigene Faust mit einem Glücksrad-Stand beim Hoffest bei Padeffke, der rund 1000 Euro einbrachte, mit Keksverkäufen nach den Gottesdiensten und einem Spendenaufruf beim Jubiläumsfest des TuS Nahne, bei denen ebenfalls ein paar Hundert Euro zusammenkamen.

Kraftakt für alle

Was die Mütter noch taten: Sie gründeten eine Planungsgruppe, erstellen ein Konzept und eine Skizze von den Spielgeräten, die sie sich auf der Fläche wünschten, und legten diese der Stadt vor, die daraus einen konkreten Entwurf machte. Carolin Klostermann klappt einen dicken Ordner auf und zeigt den Schriftverkehr. Anträge schreiben, Firmen anrufen, Klinken putzen so langsam kam Fahrt in die Sache, und auch die Bohnenkamp-Stiftung meldete sich wieder bei dem Bürgerverein und den Eltern und sagte diesmal auch finanzielle Unterstützung zu. Auch die Sparkassenstiftung wollte sich nun an dem Nachbarschaftsprojekt beteiligen, ebenso Firmen und Privatpersonen aus dem Stadtteil. Ein Karussell, eine Rutsche samt Podest, ein Bodentrampolin, ein Bagger, eine Tischtennisplatte und zwei Tische der Spielplatz nahm langsam Form an, vor wenigen Tagen wurde schließlich auch das große Holzpiratenschiff geliefert.

Für die Eltern war es ein Kraftakt, den es so neben Beruf und Kindern zu bewältigen galt. Es hat wahnsinnig viel Zeit gekostet, aber wenn man so etwas anfängt, dann muss man es auch zu Ende bringen″, sagt Klostermann. Gelohnt habe es sich in jedem Fall: Wir kriegen so tolles Feedback, und plötzlich trifft man hier so viele Leute, die Kinder haben und schon seit Jahren hier wohnen, dass man sich fragt, wo sie eigentlich in den letzten Jahren gesteckt haben″, sagt sie.

Im Frühjahr soll es ein Einweihungsfest geben, bei dem allen Helfern und Spendern gedankt werden soll. Auch eine Spendentafel würden sich die Eltern wünschen. Allzu bald wird der Spielplatz die Nachbarschaft also noch nicht loslassen.

Bildtext:
Ein Spielplatz, der sich sehen lassen kann: Eltern aus Nahne haben mit Unterstützung des Bürgervereins Spenden gesammelt, um den Spielplatz an der Ansgarstraße auf Vordermann zu bringen. Foto: Jörn Martens

Foto:
Jörn Martens
Autor:
Cornelia Achenbach


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