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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Lernen und Schule sollen Freude bereiten″
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu den Leserbriefen Wo bleibt in Niedersachsen das Wohl der Kinder? (Ausgabe vom 23. Oktober) mit Bezug auf die aktuelle Berichterstattung zu Förderschulen.

Die Art und der Grad der Behinderung von Menschen sind extrem unterschiedlich. Hier geht es um Kinder und Familien, die ein schweres Los zu tragen haben. Es gilt, diesen zu helfen, und zwar ab dem ersten Tag. Ideologen haben mit der Gleichmacherei in unseren Systemen schon reichlich Unheil angerichtet (die O-Stufe lässt grüßen) und sollten sich hier zurückhalten.

Man spricht von , knappen Ressourcen, weil sie im Parallelsystem stecken′, doch Geld ist genug da. Andere halten schon die Existenz der Förderschulen für diskriminierend! Da liest man von Neologismus, Inklusionsbeschulung und Separationsbeschulung und kommt zu dem Begriff , Inklusionskinder′, die Anspruch auf , eine Beschulung im Regelschulsystem′ haben, auch wenn der aus Sicht vieler Eltern nicht den optimalen Rahmen bietet.

Die Leserbriefe von Frau Ostermann und Frau Jansing lesen sich da wie Hilferufe von Eltern betroffener Kinder, die einige politisch Verantwortliche nicht wahrhaben wollen. Diese Eltern möchten, dass ihre Kinder individuell unter ihresgleichen bestmöglich gefördert werden. Dass auch denen das Lernen und Erleben , Schule′ ein wenig Freude bereitet. Sie möchten erreichen, dass ihre Kinder, wenn nicht ganz große, so doch kleine Erfolgserlebnisse genießen können. Das sollten wir ihnen von Herzen gönnen.″

Hermann Bischof

Bramsche

Auf dem Schulsektor vollzieht sich zurzeit ein Wandel, dessen Folgen noch gar nicht absehbar sind: Haupt- und Realschulen wurden abgeschafft und die Oberschule still und heimlich etabliert. Außerdem ist man dabei, unter dem Decknamen , Inklusion′ behinderte und nicht behinderte Mädchen und Jungen in die Regelschule zu stecken und in einem Klassenverband zu unterrichten.

Ganz abgesehen von der Überforderung der Lehrer, die für solche Aufgaben gar nicht ausgebildet und vorbereitet sind, findet eine Gleichmacherei statt, die keinem gerecht wird. Ich betrachte alle Schularten als Förderschulen: Mädchen und Jungen, die eine Hauptschule, eine Realschule, ein Gymnasium oder eine Sonderschule besuchen, gehören ihrem Leistungsvermögen entsprechend in der Regel da hin. Dort werden und wurden sie ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend gefördert.

Schade, dass der Öffentlichkeit der Eindruck suggeriert wird, dass individuelle Förderung in Förderschulen diskriminierend sei. Schulformen dieser Art sind bewährte , sonder′pädagogische Einrichtungen, auf die wir stolz sein sollten und deren Existenz mit allen Mitteln erhalten werden muss. Warum schafft man ein gut funktionierendes System einfach ab? Sind die Kinder, die sonderpädagogischen Förderbedarf haben, Menschen zweiter Klasse?

Kindern mit Lernproblemen wird durch falsch verstandene Gleichmacherei nach meinen Erfahrungen die Aussicht auf ein gutes Schulleben, das ihnen Freude macht und wo sie sich wohlfühlen, genommen. Bestes Beispiel, das noch allen Betroffenen in Erinnerung ist, war die Orientierungsstufe (OS). Hochbegabte wurden mit Kindern, die ein anderes Lerntempo brauchten, in eine Klasse gesteckt mit dem Ergebnis, dass besonders die Langsamen auf der Strecke blieben.

Folge: Ihr Selbstwertgefühl ging mehr und mehr verloren. Sie fühlten sich abgehängt. Für potenzielle Hauptschüler war die erste Klasse nach der OS ein pädagogisches Aufbaujahr zur Wiedergewinnung des Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühls. Warum wohl hat man sie abgeschafft? […]

Lasst die Haupt- und Realschulen, die Gymnasien und andere Sonderschulen ihre bewährte Arbeit als Förderschulen weitermachen zum Wohl der Kinder, die es nötig haben! Und das sind alle. Seien wir bereit, dafür zu kämpfen!

Reinhard Büring

Meppen

Bildtext:
Der Wandel auf dem Schulsektor wird von vielen Seiten kritisch gesehen.

Foto:
dpa
Autor:
Hermann Bischof, Reinhard Büring


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