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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wie grün ist die Universität?
Zwischenüberschrift:
Siebter Umweltbericht vorgestellt – Wasser-, Wärme- und Stromverbrauch sinken
Artikel:
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Originaltext:
Mehr als 100 000 Quadratmeter Nutzfläche, 1700 Mitarbeiter und 14 000 Studenten die Universität Osnabrück ist ein Großbetrieb. Da stellt sich die Frage: Wie umweltfreundlich ist die Lehre eigentlich?

Osnabrück. Damit beschäftigt sich die Uni schon seit 20 Jahren. Als erste deutschlandweit hat sie bereits in den 1990er-Jahren Umweltleitlinien verabschiedet und sich dem Engagement verschrieben, die Umweltbelastung durch den Lehrbetrieb so gering wie möglich zu halten. Wie weit sie dabei schon gekommen ist und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt, steht im aktuellen Umweltbericht.

Verfasst hat ihn Umweltkoordinatorin Jutta Essl. In der 20-seitigen Broschüre listet sie auf, wie viel Strom und Wasser die Universität verbraucht, wie viel CO2 ausgestoßen wird und welche Projekte von Neubauten über Mobilitätsanreize für Mitarbeiter bis zu Beschaffungs- und Entsorgungsmaßnahmen zur Umweltverträglichkeit beitragen. Der letzte Bericht ist aus dem Jahr 2014.

Die Universität wächst

Dass sich seitdem einiges getan hat, wird schnell deutlich: Die Universität wächst, nicht nur was die Anzahl der Studenten angeht, sondern auch in Bezug auf die räumliche Ausdehnung. 1995 lag die Nutzfläche ihrer Gebäude noch bei rund 65 000 Quadratmetern. 2015 hat sie sich fast verdoppelt auf jetzt rund 105 000 Quadratmeter. Neue Bauprojekte wie die Bibliothek am Westerberg oder das Forschungsgebäude Cellnanos sind in dieser Zahl noch gar nicht enthalten.

Jutta Essl ist es wichtig, dass dieses Wachstum nicht gleichzeitig mit einer höheren Umweltbelastung einhergeht: Es ist unabdingbar, kommenden Generationen ein halbwegs intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge zu hinterlassen″, sagt sie laut einer Pressemitteilung der Universität. Damit der Spagat gelingen kann, gibt es an der Universität zahllose Projekte und Maßnahmen.

So wurden 2015 und 2016 vier neue Blockheizkraftwerke in Betrieb genommen, die Hörsäle und Büros in der Innenstadt mit Strom und Wärme versorgen. Über solche Maßnahmen wird mittlerweile fast ein Drittel des benötigten Stroms durch die Universität selbst erzeugt″, heißt es im Umweltbericht. Ein weiteres Projekt steht schon in den Startlöchern: 2018 soll am Westerberg eine Fotovoltaikanlage aufgebaut werden und 221 Kilowatt Strom (kWp) liefern. Um den Stromverbrauch zu verringern, setzt die Universität unter anderem auf LED-Lichttechnik. Gleich mehrere Gebäude wurden im Berichtszeitraum damit ausgestattet. Zwischen 2012 und 2015 konnte der Verbrauch so von 107 auf 88 Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche verringert werden.

517 Kilo CO2 pro Student

Ähnliche Fortschritte vermeldet die Universität auch beim Wasser- und Wärmebedarf. Der CO2-Ausstoß sank von 46 auf 38 Kilogramm pro Quadratmeter Nutzfläche. Umgerechnet auf den einzelnen Studenten, bedeutet das: Jeder einzelne sorgt für einen CO2-Ausstoß von 517 Kilo und verbraucht 680 Kilowattstunden Strom pro Jahr (2015). Das klingt viel, für Jutta Essl ist es ein erster Erfolg. Sie rechnet vor: Der CO2-Ausstoß der Universität wurde im Vergleich zum Basisjahr 1990 um 55 Prozent gesenkt. Gleichzeitig müsse aber noch mehr getan werden. Es gibt immer noch neue Themenfelder und Aktionen, mit denen wir zeigen können, dass nachhaltiges Handeln machbar ist″, so Essl.

Sie verweist auf die Tu was″-Kampagne, die umweltschonendes Verhalten im Betriebsalltag der Universität fördern will. Zum Beispiel werden alte Möbel aus dem Bestand kostenlos an Studenten und Mitarbeiter abgegeben, anstatt sie zu entsorgen. Ausgelesene Bücher können in Tauschregalen abgegeben werden und kommen so im Idealfall einem weiteren Leser zugute. Studenten erhalten mit ihrer Campuscard vergünstigte Konditionen bei der Nutzung des Stadtteilautos. Die Universität blickt schon lange über den Tellerrand der eigenen CO2-Bilanz hinaus″, sagt Jutta Essl.
Autor:
Louisa Riepe


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