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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Inklusion in der Herbstakademie
Zwischenüberschrift:
Künstlerische Auseinandersetzung mit der eigenen Identität
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Im Dialog mit anderen und vermittelt über künstlerische Ausdrucksformen, sich mit der eigenen Identität auseinandersetzen: Dazu lud im Rahmen der diesjährigen, 16. Herbstakademie ein Kurs der bildenden Kunst an der Universität ein.

Osnabrück. Nicht immer deckten sich dabei Selbst- und Fremdwahrnehmung der insgesamt 27 Teilnehmer, die sich angemeldet hatten, um auch im Spiegel der anderen etwas über sich zu erfahren. Es komme aber auch immer darauf an, was man von sich preisgibt, gab Lehramtsstudentin Lena Brüner zu bedenken. So konnte sie sich ebenso wie ihre Kommilitonin Pia Dittmann am Ende gut mit dem identifizieren, was über sie auf dem großen Wandbild stand, das die Studierenden gemeinsam mit zwölf Schülern des Gymnasiums Ursulaschule erarbeitet hatten. Aus der dortigen, seit zwei Jahren bestehenden Arbeitsgemeinschaft für interkulturelle Kommunikation unter der Leitung von Sophie Kafsack konnte leider nur ein Flüchtling aus dem Iran an dem mehrtägigen Inklusionsprojekt teilnehmen, da die anderen im selben Zeitraum verpflichtende Deutschkurse zu belegen hatten.

Da aber auch viele der anderen Teilnehmer über einen Migrationshintergrund verfügten, war nichtsdestotrotz ein lebendiger Austausch über unterschiedliche kulturelle Identitäten und verschiedene Aspekte der Inklusion möglich. Den Teilnehmern blieb es dabei bewusst selbst überlassen, in welcher Form sie sich dem Thema Identität annähern wollten, betonte Kunstlehrerin Simone Niemeier. Lediglich ein für die jeweilige Person typischer Gegenstand und drei für sie charakteristische Begriffe sollten vorgegeben werden. Nach intensiver schriftlicher wie sprachlicher Kommunikation und künstlerischer Interaktion wurden dann auf dieser Grundlage die Bilder von sich selbst weiterentwickelt und als großflächiges, buntes Graffiti zusammengefasst. Zudem wurden Definitionen und Indikatoren auch für kulturelle Gruppenidentitäten wie etwa nationale Herkunft, Sprache oder Essgewohnheiten erarbeitet. Dass man dabei viele Freiräume″ hatte, um alles einzuspinnen″, hat nicht nur Ursulaschülerin Alina Bergmann besonders an der künstlerischen Identitätsforschungswerkstatt begeistert, die von der Bohnenkamp-Stiftung gefördert worden ist.

Eine kunstvermittelte Auseinandersetzung mit dem Fremden und Eigenen in der Migrationsgesellschaft″ hatte Andreas Brenne im Sinn, der als Professor für Kunstpädagogik das offene Werkstattangebot begleitet hat. Explizit ergebnisoffen standen an dessen Ende unterschiedliche, auch Straßen-Performances der Teilnehmer.

Diese Resultate sind auch in Videos eingeflossen, die am 14. November kursübergreifend und öffentlich präsentiert werden sollen, worauf Reinhardt Fulge hinwies, der einmal mehr die Herbstakademie als Kooperation von Universität und Hochschule mit derzeit jeweils vier Gymnasien und Gastschulen aus der Region organisiert hat.

Das Kunstprojekt war dabei nur eines von insgesamt einem Dutzend Kursangeboten. Auch in den technisch-naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Systemwissenschaft, Verfahrenstechnik und Informatik sowie Amerikanistik, Geschichte, Soziologie, Soziale Arbeit, Experimentelle Ethik, Lebensmittelwissenschaft oder Werkstofftechnik wurden ergebnisorientierte Kurse ausgeschrieben, die Schüler und Hochschüler zusammengebracht haben, damit sie im wechselseitigen Austausch ihr selbstständiges Arbeiten und ihre Teamfähigkeit verbessern können.

Bildtext.
Aufgezeichnet haben die Teilnehmer des Herbstakademie-Kunstkurses Me, Myself and I″ ihr Bild von sich selbst und den anderen.

Foto:
Egmont Seiler
Autor:
Matthias Liedtke


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