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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Platzmangel und Sanierungsstau
Zwischenüberschrift:
Montessori-Eltern wollen Taten sehen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Containerklassen an der Montessorischule sollen ersetzt werden das fordern (von links) Helga Richter, Benno Schomaker und Kathleen Püth.

Rost und Moder setzen dem Stahlträger und der Decke des Therapiebades zu.

Risse im Beton bieten Wasser und Frost genügend Spielraum, um die Substanz weiter zu schädigen.

Die Toiletten riechen nicht nur streng, sie sind zum Teil auch defekt.

Osnabrücks Gymnasien und Grundschulen dominieren derzeit die Diskussion um den Sanierungsstau an Osnabrücks Schulen. Aber auch die Montessorischule hat dringenden Renovierungsbedarf und vor allem auch ein massives Platzproblem.

Osnabrück. Die Mängelliste, die Schulleiter Benno Schomaker Schuldezernent Wolfgang Beckermann hat zukommen lassen, umfasst zwei DIN-A4-Seiten. Sie beschreibt in dürrer Aufzählung die zum Teil gravierenden Mängel an der Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Defekte Türen und Fenster, durch die der Wind pfeift, ohne jeglichen Klemmschutz und zudem noch so schwergängig, dass die Kinder sie zum Teil nicht alleine öffnen oder schließen können; Toiletten, die zum Himmel stinken; ein Therapiebad, in dem Feuchtigkeit und Schimmel fröhliche Urständ feiern und dessen Umkleidetüren so verzogen sind, dass sie sich nicht mehr schließen lassen; Fensterrahmen, in die man mühelos mit dem Finger Löcher in das schwammige Holz bohren kann, und vieles mehr erschweren den Alltag, sind für die pädagogische Arbeit an einer Förderschule ein Hemmnis.

Hinzu kommt eine beständig wachsende Schülerschaft, resultierend unter anderem aus der Tatsache, dass viele Eltern nicht, wie erwartet, ihre Kinder in Regelschulen inklusiv beschulen lassen wollen, sondern sich vielmehr für die Förderschule entscheiden, weil sie ihren Nachwuchs hier besser gefördert sehen. Die Folge: Unterrichtet wird in Containerklassen. Jetzt hat die Stadt ein Haus auf der anderen Straßenseite angemietet, um die Situation wenigstens etwas zu entspannen. Das versetzt uns immerhin in die Lage, einen Fachraum wieder als solchen nutzen zu können″, sagt Schomaker.

Die Container im Vorgarten der Schule wurden installiert, als die Schule des Karl-Luhmann-Heims dichtgemacht wurde. Das war 2012 und wurde als Übergangslösung angekündigt. Für die Elternschaft rund um die Schulelternratsvorsitzende Kathleen Püth erweist sich hier einmal mehr, dass vor allem in Schulen offensichtlich nichts beständiger ist als der Übergang. Die Container stehen immer noch. Wann sie verschwinden, steht in den Sternen. Auf die Hoffnung, dass die Inklusion das Problem der steigenden Schülerzahlen schon lösen werde, setzt in der Montessorischule jedenfalls niemand mehr.

Also greift die Elternschaft zu Stift und Papier und setzt, wie schon zuvor Schomaker, ein Schreiben an den Schuldezernenten auf. Darin die dringliche Bitte, doch die Förderschulen nicht zu vergessen und die Probleme dort ernst zu nehmen. Ausdrücklich weisen sie in ihrem Schreiben auf die ähnlich gelagerte Situation an der Anne-Frank-Schule als Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung hin. Auch hier seien die Zustände in Teilen unhaltbar, auch hier müssen Kinder in Containerklassen unterrichtet werden. Für die Eltern ein Irrsinn, wenn es sich um Kinder mit körperlichen und oder geistigen Beeinträchtigungen handelt. Helga Richter, die eine Tochter an der Montessorischule hat, rechnet mit wachsendem Unmut der Eltern, der sich zunehmend artikulieren werde.

Wolfgang Beckermann weiß um die Sorgen und Nöte und kündigt eine Antwort auf die Post aus der Montessorischule an. Die Antwort habe sich wegen der Herbstferien verzögert, bittet Osnabrücks Schuldezernent um Nachsicht. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass selbst bei vorhandenen finanziellen Mitteln die Stadt auch personell in der Lage sein müsse, alle drängenden Sanierungen und Bauvorhaben umzusetzen.

Bleibt also das große Bangen und Hoffen als einzige Alternative für Schüler, Eltern und Lehrer der beiden Förderschulen? Immerhin sieht der Investitionsbericht (Stand 31. August dieses Jahres) des Eigenbetriebs Immobilien- und Gebäudemanagements als zur Verfügung stehende Mittel″ für die Anne-Frank-Schule 2, 88 Millionen Euro für die Erweiterung und den Ersatz von Mobilklassen sowie für die Sanierung der Montessorischule 2, 26 Millionen Euro vor. Die Spalte Beginn″ aber weist für die Anne-Frank-Schule ein NN″ für unbestimmt aus.

Bei der Montessorischule steht zwar als Beginn der Maßnahme das kommende Jahr als Eintrag, allerdings wurde der Termin zumindest für die Sanierung des Bewegungsbades schon mehrfach verschoben. Vor dem Hintergrund der noch unklaren Entwicklung des Themas Inklusion und der noch unklaren Auswirkungen auf die Förderschulen ruht die Planung weiterhin im Vorentwurfsstadium″, ist unter der Rubrik Zeitplan″ bei der Anne-Frank-Schule zu lesen. Bei der Montessorischule klingt es ähnlich. Zumindest in den Augen der Elternschaft dürfte dieses Argument kippelig sein, da die Förderschulen trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Inklusion offenbar dauerhaft gut nachgefragt sind.

Bildtexte:
Die Containerklassen an der Montessorischule sollen ersetzt werden das fordern (von links) Helga Richter, Benno Schomaker und Kathleen Püth.

Rost und Moder setzen dem Stahlträger und der Decke des Therapiebades zu.

Risse im Beton bieten Wasser und Frost genügend Spielraum, um die Substanz weiter zu schädigen.

Die Toiletten riechen nicht nur streng, sie sind zum Teil auch defekt.

Fotos:
David Ebener
Autor:
dk


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