User Online: 3 | Timeout: 19:34Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Homosexualität sucht man sich nicht aus
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Erste homosexuelle Paare verheiratet″ (Ausgabe vom 2. Oktober) und dem Leserbrief von Dr. Ragnar Weber Von christlichem Menschenbild verabschiedet″ (Ausgabe vom 10. Oktober).

Den Leserbrief Herrn Dr. Webers habe ich mit einem gewissen Erstaunen gelesen. Ich möchte mich jetzt nicht zu jeder Aussage äußern und stattdessen nur auf den Widerspruch zwischen zwei Aussagen hinweisen. Aussage eins lautet: , Hier (gemeint ist die christliche Familie) werden die Werte gelebt [. . .], auf denen unsere Gesellschaft aufbaut. Dazu gehört auch die Achtung vor Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung.′ Klingt ja ganz nett. Gegen Achtung vor Menschen kann schließlich keiner was haben.

Aussage zwei allerdings hat es in sich, wenn man sich die Mühe macht, die Verklausulierung , Gen 19, 1-29; Röm 1, 24-27′ zu entschlüsseln, die Herr Dr. Weber vorgenommen hat. Warum er es bei der Benennung der Bibelstellen belassen hat und nicht daraus zitiert, wird bei der näheren Betrachtung deutlich. Und da sehen wir, was es mit der Achtung vor Menschen mit anderen Orientierungen im Weltbild des Leserbriefautors auf sich hat.

In Genesis 19, 1-29 steht geschrieben, dass Lot, der gottesfürchtige Vater zweier Töchter, zwei Engel in sein Haus einlädt und sie vor seinen nichtsnutzigen Nachbarn schützen muss. Dazu bietet er den Nachbarn folgendes Geschäft an: , Tut doch nicht übel, meine Brüder! Siehe doch, ich habe zwei Töchter, die keinen Mann erkannt haben; lasst mich sie doch zu euch hinaus bringen und tut ihnen, wie es gut ist in euren Augen.′

Nun, dazu kommt es nicht, denn Gott hat ein Einsehen: Lot darf mit Familie fliehen. Und die Nichtsnutze haben das Nachsehen: , Und Jehova ließ auf Sodom und Gomorrha Schwefel und Feuer regnen von Jehova aus dem Himmel.′

Römer 1, 24-27 ist nicht wirklich besser: , Darum lieferte Gott sie (gemeint sind die Gottlosen) durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, sodass sie ihren Leib durch ihr eigenes Tun entehrten [. . .]. Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; [. . .] Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung. [. . .] Wer so handelt, verdient den Tod.′

Ja, so lautet wohl die Wahrheit und die göttliche Offenbarung, wie sie Herr Dr. Weber versteht. Bin ich froh, dass wir in einem Rechtsstaat leben und nicht in einem wie auch immer sich gerierenden Gottesstaat!

Maria Deters

Wippingen

„[…] Wenn jemand homosexuell ist, hat er sich das nicht ausgesucht es ist wie Haarfarbe, Augenfarbe etc. schon in den Genen festgelegt. Da es immer noch genug Fälle von Ausgrenzung gibt, ist die gleichgeschlechtliche Ehe und somit die Akzeptanz von Homosexualität meiner Meinung nach ein ganz wichtiger Schritt in die richtige Richtung!

Ferner stellt sich mir die Frage, ob das Kindeswohl beziehungsweise die psychische Entwicklung wirklich gefährdet ist, wenn ein Kind bei einem homosexuellen Paar aufwächst. Ich finde, es ist wichtig, dass ein Kind geliebt, geachtet, gefördert und respektiert wird so wie es ist! Und das können gleichgeschlechtliche Paare bestimmt genauso gut wie heterosexuelle, denn es gibt ja durchaus Fälle, wo Kindswohlgefährdung vorliegt, obwohl die Eltern heterosexuell sind. Außerdem sind die Kinder im Normalfall nicht beim Sex dabei, weder bei homo- noch bei heterosexuellen Paaren. Davon nehmen sie also keinen Schaden!

Wenn ein Paar den Weg einer Adoption geht, ist das mit sehr viel Aufwand verbunden. Paare, die sich dafür entscheiden, tun dies ganz bewusst, egal wie schwierig es ist, ein Kind zu bekommen homosexuell oder heterosexuell –; ihnen zu unterstellen, das Wohl dieses Kindes zu gefährden, ist meiner Meinung nach falsch. […] Es gibt Studien darüber (2009 erste repräsentative Studie über Kinder in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften), in denen widerlegt wird, dass Kinder lesbischer und schwuler Eltern durch Diskriminierung Schaden nehmen würden. Auch die Annahme, diese Kinder würden sich anders entwickeln, bewahrheitete sich nicht.

Im Gegenteil, Kinder aus diesen sogenannten , Regenbogenfamilien′, ein schönes Wort, wie ich finde, entwickeln sich zu besonders stabilen Persönlichkeiten, die ein hohes Selbstbewusstsein entwickeln (, Klecks′, Ausgabe September 2017).

Da kann man meiner Meinung nach nicht von Kindswohlgefährdung sprechen! Und zur gesellschaftlichen Entwicklung können solche Menschen sicherlich beitragen. […]″

Luise Rüter

Hilter a. T. W.
Autor:
Maria Deters, Luise Rüter


Anfang der Liste Ende der Liste