User Online: 1 | Timeout: 18:16Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mindener Straße zu gefährlich?
Zwischenüberschrift:
Eltern der Kita „Altes Wasserwerk″ kämpfen für Fußgängerampel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die integrative Kindertagesstätte Altes Wasserwerk″ kämpft für sinnvolle Überquerungshilfen für die Mindener Straße. Zuletzt wurde die Höchstgeschwindigkeit in diesem Bereich auf 30 Kilometer pro Stunde beschränkt. Das reicht den Eltern aber nicht.

Osnabrück. Zu einer Ortsbegehung trafen sich nun engagierte Eltern, städtische Mitarbeiter sowie Ratspolitiker wie Anette Meyer zu Strohen (CDU), Frank Henning (SPD) und Volker Bajus (Grüne).

Die Elternvertreter vertraten dabei die Ansicht, dass das Tempolimit keinerlei Zweck erfüllt. Die Schilder seien für die Autofahrer schwer erkennbar, und die meisten würden sich ohnehin nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit halten, sagte die Elternratsvorsitzende Elma Avdic.

Im Verlauf der viel befahrenen Hauptstraße soll eine Verkehrsinsel den Übergang von der einen zur anderen Straßenseite erleichtern. Trotzdem sagen die Eltern, dass es fast unmöglich sei, mit ihren Kindern sicher die Fahrbahn zu überqueren. Die Autofahrer fahren einfach viel zu schnell und halten auch nicht an″, beklagte Avdic.

Die sicherste Lösung ist nach Meinung des Elternbeirates eine Bedarfsampel, die nur auf Rot umschaltet, wenn ein Fußgänger auf den Knopf drückt. Die Eltern sind sich sicher, dass eine solche Ampel mehr Aufmerksamkeit erregt als ein Verkehrsschild. Das 30er-Verkehrsschild war damals ein guter Vorschlag, aber leider hat es überhaupt nichts gebracht″, sind sie sich einig. Wenn man selbst 30 fährt, wird man sogar angehupt und überholt″, berichtete Avdic.

Über das Bürgerforum holte die Vorsitzende des Elternbeirats die Politik mit ins Boot. Die Kita gibt es seit sieben Jahren, und seitdem würden Einrichtungsleitung und Eltern für eine sichere Verkehrslösung kämpfen.

Heike Stumberg, Fachbereichsleiterin der Verkehrsplanung der Stadt Osnabrück, berichtete den Eltern, dass Messungen ausgeführt worden seien. Diese hätten ergeben, dass in einer Spitzenstunde bis zu 1000 Autos und 80 bis 90 Fußgänger den Straßenabschnitt von der Kita bis zu der Kreuzung Heiligenweg nutzen. Über vier Tage wurden die Zahlen gemessen und anschließend ein Diagramm erstellt, das zeigen soll, welches Mittel für die Überquerung das richtige ist. Ergebnis: Die Mittelinsel ist zu schmal und könnte auf Kosten von Parkplätzen verbreitert werden. Für eine Ampel hingegen, die 20 000 bis 30 000 Euro kostet, reicht die Menge der Autos und Fußgänger nicht aus.

Diese Einschätzung konnte die Eltern nicht überzeugen. Eine verbreiterte Insel bringe gar nichts, hieß es. Kinder seien ungeduldig und würden auch auf einer breiteren Fläche nicht stehen bleiben. Die integrative Kindertagesstätte betreut auch Kinder, die eingeschränkt sind und ein höheres Weglauf-Potenzial aufweisen″, argumentierte Avdic. Für die Eltern ist es schwierig, in dieser Situation dem Kind zu vermitteln, dass es so lange warten muss, bis die Autos weg sind.″ Eine Mutter erzählte, dass ihr Sohn in solchen Situationen oft Wutausbrüche bekomme und es schwierig sei, ihn davor zu beschützen, vor ein Auto zu laufen. Mehrere Minuten würden die Familien oft warten, bis sie endlich die Straße überqueren könnten. Das ist eine absolute Stresssituation für alle Beteiligten.″

Norbert Obermeyer, Fachbereichsleiter Verkehrssicherheit, widersprach. Die Kinder müssen jederzeit in Begleitung sein. Verkehr ist nun mal gefährlich.″ Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde sei fachlich das richtige Mittel″.

Eine Lösung fanden Politiker, städtische Mitarbeiter und Kita-Eltern nicht. Als Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses versprach Anette Meyer zu Strohen aber, das Thema bereits in der nächsten Sitzung auf die Tagesordnung zu setzen.

Bildtext:
Viel zu gefährlich mit kleinen Kindern? Die Eltern der Kita Altes Wasserwerk″ sind mit der Überquerung der Mindener Straße unzufrieden. Bei einem Ortstermin machten sich die Politiker und Verwaltungsmitarbeiter ein Bild.

Eine Statistik über das Verkehrsaufkommen legt nahe, die Verkehrsinsel zu verbreitern.

Fotos:
Katja Steinkamp
Autor:
Katja Steinkamp


Anfang der Liste Ende der Liste