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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Klares Forschungsergebnis
Zwischenüberschrift:
Symbiofilter für Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2017 nominiert
Artikel:
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Originaltext:
Ein lebender Filter, der geklärtem Abwasser überschüssige Nährstoffe entzieht, wird zurzeit am Bramscher Klärwerk getestet. Mit gutem Erfolg: Dieser Symbiofilter entwickelt an der Universität Osnabrück ist für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung 2017 nominiert.

Osnabrück/ Bramsche. In dieser Kategorie wird die beste Lösung für den nachhaltigen Umgang mit Wasser ausgezeichnet.

Dass der Symbiofilter gerade in Bramsche erprobt wird, ist kein Zufall. Die Ursprungsidee stammt vom Bramscher Physikprofessor Hilmar Franke, der schon lange daran forscht, mithilfe von Algen Schadstoffe wie zum Beispiel Kohlendioxid aus dem Wasser zu filtern. Gebaut hat den Symbiofilter die Firma Aqualight aus Lappenstuhl. Ein Teil des Abwassers und Abluft aus dem Klärwerk Bramsche wird in der kleinen Versuchsanlage gereinigt, mit gutem Ergebnis, wie Klärwerksleiter Frank Möller versichert. Die wissenschaftliche Betreuung des Projektes liegt bei der Universität Osnabrück, speziell bei der Arbeitsgruppe Botanik.

Eine genauere Vorstellung des Projektes wird im Rahmen des Wettbewerbs um den Nachhaltigkeitspreis noch folgen. Unter anderem wird dazu das 3sat-Wissenschaftsmagazin nano″ einen Film drehen. Aber schon jetzt kann im Internet darüber abgestimmt werden, wer den Preis in der Kategorie Forschung bekommen soll. Unter allen Teilnehmern der Abstimmung werden zwei Eintrittskarten für den 10. Deutschen Nachhaltigkeitstag mit Preisverleihung am 8. Dezember in Düsseldorf verlost.

Neben dem Osnabrücker Symbiofilter sind zwei weitere wissenschaftliche Projekte in der Kategorie Forschung nominiert: eine neuartige Brennstoffzelle und ein Wasserschutzbrot″. Dem Clausthaler Umwelttechnik-Institut und seinen Partnern ist es gelungen, aus dem Abwasser einer Kläranlage direkt Strom zu gewinnen. Kernstück der Anlage ist eine bio-elektrochemische Brennstoffzelle, die ohne bisher übliche Umwege über den Faulprozess Strom und Wasserstoff erzeugen kann. Kläranlagen gehören bislang zu den größten kommunalen Stromverbrauchern. Mit der neuen Technologie wird eine Trendwende eingeleitet, die aus dem Stromfresser Kläranlage ein kleines Kraftwerk macht.

Wasserschutzbrot

Mit dem Kauf eines Wasserschutzbrotes können Verbraucher direkt dazu beitragen, die Nitratbelastung des Grundwassers in Unterfranken zu reduzieren. Die Landwirte der Initiative verzichten auf die letzte Stickstoffdüngung ihres Weizens vor der Ernte und verringern so das Risiko der Nitrat-Auswaschung ins Grundwasser. Dadurch nimmt auch der Eiweißgehalt des Weizens ab, und seine Backeigenschaften verändern sich. Mit innovativen Backtechnologien erzeugen Mühlen und Bäcker der Region daraus das Wasserschutzbrot und sensibilisieren die Bürger so für nachhaltigen Konsum. Die Wasserversorger profitieren von der reduzierten Nitratbelastung des Grundwassers, und regionale Wirtschaftskreisläufe werden wiederbelebt.

Bildtext:
Am Klärwerk in Bramsche werden zurzeit Symbiofilter (links) und Abluft-Wäscher erprobt.

Foto:
Heiner Beinke

Wie funktioniert ein Symbiofilter?

Forscher der Firma Aqualight aus Bramsche haben in Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück die Natur als Vorbild genommen, um Abwasser zu reinigen. Entwickelt wurde ein lebender Filter, der aus der Wasserlinse (einer schnell wachsenden Wasserpflanze) und Mikroorganismen besteht, die wiederum in einer engen Lebensgemeinschaft (Symbiose) mit der Wasserlinse leben und deren Reinigungswirkung verstärken. Der Symbiofilter entzieht dem geklärten Abwasser überschüssige Nährstoffe (zum Beispiel Nitrat und Phosphat), die in herkömmlichen Kläranlagen bisher nicht entfernt werden können, und verbessert so auf natürliche Weise die Wasserqualität. Selbst gesundheitsschädliche Schwermetalle und Arzneimittelreste können durch den Symbiofilter beseitigt werden.
Autor:
Heiner Beinke


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