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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Hilfe durch Grün gegen Gefährdung der Umwelt
Zwischenüberschrift:
Warum Naturschutztage in der Großstadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Hilfe dutch Grün gegen die Umweltgefährtung", das ist auf den Nenner gebracht, der Sinn der im Rahmen des Europäischen Naturschutzjahres 1970 stattfindenden Osnabrücker Naturschutztage, die morgen beginnen. Wie Stadtbaurat Dipl.-Ing. Carl Cromme, der Kreisbeauftragte für Naturschutz und Landschaftsplege der Stadt, Hartmut Peucker und der Leiter des Gartenamtes, Gartenbaurat Hans Plonsker, bei einer Vorbesprechung betonten, sollen die Veranstaltungen dieser Woche Interesse und Verständnis für die Maßnahmen des Naturschutzes wecken und ein gewisses Engagement der Bürger auslösen. Die wachsenden Gefahren durch die Industrialisierung mit Luft- und Wasserverschmutzung, Lärm- und Müllbelästigung zwingen dazu.

Dieses Problem ist weitweit. " Die Gefahren, die die zunehmenede Industrialisierung, die dichte Besiedlung und das Entstehen größerer Ballungsräume mit sich bringen, erfordern im Interesse der Gesundheit unseres Volkes eine aktive Landschaftspflege und einen größeren Schutz der Natur", erklärte Bundespräsident Heinemann, als er die Schirmherrschaft des Naturschutzjahres übernahm. Oberbürgermeister Kelch und Oberstadtdirektor Fischer schreiben in einem Geleitwort zu den Osnabrücker Naturschutztagen dazu: " Die Natur ist eines der größten Güter in unserer Industrialisierten Zeitalter. Sie zu Wohle der Allgemeinheit zu schützen, ist unsere vornehmate Aufgabe."

EIN FÜNFTEL GESCHÜTZT

Wie sieht es nun in Osnabrück aus? Naturschutzgebiete sind in der Stadt nicht vorhanden, doch ist es möglich, daß im Laufe der Zeit Teile des Rubbenbruchgebietes südlich des Sees zum Naturschutzgebiet erklärt werden. Landschaftsschutzgebiete gibt es seit 1966 in einer Gesamtgröße von rund 1200 ha (Größe des Stadtgebietes 5700 ha). Bei diesem Insgesamt zwölf Gebieten handelt es sich um Landschaften am Stadtrand wie Piesberg, Haseer Berg, Nettetal, um die größten zu nennen und Einsprengsel wie Bürgerpark und Westerberg. Auch landwirtschaftliche Nutzflächen, Kleingärten und Friedhöfe gehören teilweise dazu. Einige Teile z. B. der Haster Berg, liegen im Naturpark Nördlicher Teuteburger Wald/ Wiehengebirge.

24 Naturdenkmale

Die Erhaltung des Gesamtlebensraumes steht bei dieser Arbeit im Vordergrund, deren Ziel die Schaffung von Vorbilds- und Erholungslandschaften ist. Bei den bevorstehenden Eingemeidungen muß aufgepaßt werden, daß dort die Grünbestände erhalten bleiben.

Schließlich weist Osnabrück noch 24 Naturdenkmale auf, in der Hauptsache Einzelbäume wie die Platane am Neumarkt, die Baumgruppe an der Langen Wand oder die Eiche am Everskotten, aber auch Hügel- und Steingräber. Die Stadt will den größten Teil der Naturdenkmale beschildern.

Einen wichtigen Faktor auf dem Gebiet des Grüns bilden die Stadtbäume, die durch Straßen- und Hochbau zunehmend gefährdet sind. " Wir versuchen mach Möglichkeit, die Bäume zu erhalten. Dabei werden auch Straßentrassen korrigiert, denn die Bäume sind die Mehrkosten wert!", betonte der Leiter des Gartenamtes. Rund 10 500 Bäume stehen in Osnabrück auf städtischem Grund, von denen jährlich 50 bis 60 wegen Überalterung oder Verkehrsgefährtung weichen müssen. Jedes Jahr werden jedoch 150 bis 200 neue Bäume angepflanzt, die Neupflanzungen in Grünanlagen und Gärten nicht mitgerechnet.

700 STRASSENBÄUME

In der kommenden Woche beginnt an der Ellerstraße eine großeBaumpflanzaktion, bei der unter Beteiligung von Schulkindern insgesamt 700 Straßenbäume gepflanzt werden sollen. Neben Beton, Asphalt und Abgasen hat sich in den beiden letzten Wintern die Verwendung von Streusalz ungünstig auf den Baumbestand, vor allem auf die Linden ausgewirkt. Am Dienstag wirt auf der Großen Domfreiheit eine Hilfsaktion gestartet, bei der eine Nährstofflösung in den Wurzelbereich der gefährdeten Bäume gepumpt wird. In diesem Jahr werden 125 Bäume behandelt: im kommenden Jahr geht es weiter.

Nicht nur die zuständigen Behörden schützen die Reste der Natur im Steinmeer der Großstadt auch der Bund zur Vogelschutz der Naturwissenschaftliche Verein, Wander-, Bürger- und Heimatvereine sowie der Naturpark Nordhcher Teutoburger Wald Wiehengebirke tragen dazu bei. Letztlich sollte jeder Bürger mithelfen seine Umwelt - und damit sich selbst - gesund zu erhalten.

Bildtext:
GRÜN UND STRASSENBAU schließen nicht unbedingt einander aus. Beim Bau des Westzubringers zur Autobahn wurden am Kurt-Schumacher-Damm vorbildliche Pflanzungen angelegt, die schon jetzt einen Lärm- und Sichtschutz bilden und in einigen Jahren die Fahrbahn mit einem dichten Grüngürtel abschließen werden.
Aufnahme:
Fricke

Naturschutz-Programm

Eröffnung am Sonntag in der VHS

Sonntag, 25. Oktober:
11 Uhr, Eröffnungsveranstaltung, Eröffnungsreferat Naturschutzbeauftragter Hartmut Peucker. Film " Ausverkau der Natur", Aula der Volkshochschule
An allen Vormittagen dieser Woche Filmvorführungen und Kruzvorträge f. d. Schuljugend
Dienstag, 27. Oktober:
15 Uhr, Offener Filmnachmittag, Vorführungen der besten Filme aus dem Bereich von Naturschutz, Vogelschutz und Landschaftspflege, Haus der Jugend
20 Uhr, Professor Dr. Tüxwn, Todenmann: " Unsere NAturschutzgebiete, ihre Bedeutung und ihre Behandlung", Aula der Volkshochschule
Mittwoch, 28. Oktober:
20 Uhr, " Jugend und Naturschutz", Podiumsdiskussion nach einem Einführungsvortrag von Dr. W. Ern, Bonn, Haus der Jugend
Donnerstag, 29. Oktober
15 Uhr, Veranstaltung für die Behörden, Prof. Dr. Preising, Leiter der Nieders. Landesstelle für Naturschutz und Landschaftspflege, Hannover: " Naturschutz als Behördenaufgabe", Sitzungssaal des Kreishauses
Freitag, 30. Oktober,
15 Uhr, Offener Filmnachmittag im Haus der Jugend,
20 Uhr, Hahn, Leiterder Nieders. Vogelwarte Steinkrug Deister: " Unsere Vogelwelt, ihre Lebensräume im Zeitalter der Technik", Aula der Volkshochschule
Dienstag 3. November,
20 Uhr Zoo-Direktor Dr. Müller, Bremen: " Nationalparks und zoologische Gärten in den USA", Veranstaltet vom Leserdienst der Neuen OZ, Aula des Rarsgymnasiums
Autor:
Helmut Hertel


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