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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Dem Thema Tod nicht aus dem Weg gehen
Zwischenüberschrift:
Viele Infos zu den letzten Fragen beim Osnabrücker Tag des Friedhofs auf dem Domvorplatz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Grau und trist war das Wetter beim diesjährigen Tag des Friedhofs auf dem Domvorplatz. Umso bunter und vielfältiger dagegen die Informationsangebote rund um den Themenkomplex Tod, Bestattung und Erinnerungskultur.

Osnabrück. Seit einigen Jahren findet die vom Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) organisierte Veranstaltung am zentralen Ort zwischen Fußgängerzone und Wochenmarkt statt. Trotz des Dauerregens konnten deshalb auch an diesem Samstag wieder zahlreiche Passanten dazu animiert werden, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, das häufig vermieden wird, solange es nicht dringend ist″, wie Eva Güse von der städtischen Friedhofsverwaltung es formulierte. Dabei lehre ihre Erfahrung, dass es oft angenehmer und befriedigender″ ist, schon im Vorfeld darüber gesprochen und Überlegungen angestellt zu haben, was man sich im Falle des Todesfalles wünscht und wie Angehörige damit umgehen sollen. Entgegen der Entwicklung, dass es sich bei mittlerweile zwei Dritteln aller Bestattungen in der Stadt um Urnenbestattungen handelt, empfiehlt Güse ein herkömmliches Grab, da dort auch im übertragenen Sinne Pflege betrieben werden könne, nämlich die der Erinnerung.

Die gärtnerische Pflege nicht nur der Familien- oder Wahlgrabstätten übernehmen Friedhofsgärtnereien in enger Kooperation mit der Abteilung Friedhöfe des OSB. Ein Trend zu mehr Individualität ist seit Jahren nicht nur bei der Floristik, sondern auch bei der Wahl des Grabsteins festzustellen. Dessen persönliche Gestaltung mit Symbolik und Texten, die einen inhaltlichen Bezug zum Verstorbenen herstellen″, werde zunehmend gewünscht, verriet Frank Richter aus Georgsmarienhütte stellvertretend für die Steinmetze- und Bildhauerinnung Osnabrück und Emsland .

Den Trend zur Urne erklärt sich der evangelische Pastor Thomas Herzberg damit, dass zum einen wohl oft pragmatische, preisliche und praktische Überlegungen eine Rolle spielen und zum anderen die Gesellschaft sich in eine Richtung entwickelt, in der große Familienverbünde, die eine langfristige und nachhaltige Grabpflege organisieren könnten nicht mehr so stark″ seien.

Die Nachfrage nach Abschiedsfeiern auch an der Urne habe dagegen zugenommen, berichtete er. Und Pastoralreferentin Karin Gösmann, die als Herzbergs katholisches Pendant am ökumenischen Informationsstand der Kirchen zugegen war, sagte: Der Blick auf das individuelle Leben des verstorbenen Menschen nehme bei Grabreden mittlerweile eine mindestens genauso wichtige Stellung ein wie die Auferstehungshoffnung.

In keiner Weise konfessionell gebunden, bietet das Osnabrücker Hospiz sowohl ambulante als auch stationäre Betreuung für unheilbar erkrankte Menschen an. An dessen Informationstisch wurde den Passanten in Papierform eines Labyrinths wie auf dem Johannisfriedhof plastisch Raum gegeben, um ihre Erinnerungen kreisförmig fortlaufend bis zur Mitte hin aufzuschreiben. Wer sich lieber bei Kaffee und Kuchen austauschen wollte, konnte der Einladung eines Pantomimen in das Café der letzten Fragen″ folgen.

Bildtext:
Zum Café der letzten Fragen″ wurden die Passanten am Domvorplatz am Tag des Friedhofs eingeladen.

Foto:
Thomas Osterfeld
Autor:
Matthias Liedtke


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