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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Vom Selfieman, Ultras und jungen Flüchtlingen
 
Von Hugo Boss bis zur Riesenkrake – die Wahlplakate 2017
Zwischenüberschrift:
Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius im Interview
 
Eine abschließende Stylekritik über die Poster der Parteien zur Bundestagswahl
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
In einem Interview mit der Jugendredaktion beantwortet Innenminister Boris Pistorius Fragen zum Thema Flüchtlinge und G-20-Gipfel. Er erklärt das Phänomen des Selfiemans, der Eventrandalierer und was Fußball mit Gewalt von Jugendlichen zu tun hat.

Osnabrück. Politiker sind ja immer beschäftigt. Doch ein paar Minuten hatte Boris Pistorius für uns und unsere Fragen. Nervosität spielt natürlich auch eine Rolle. Wann hat man schon mal den Innenminister vorm Mikro. Zur Unterstützung war Redakteurin Kathrin Pohlmann dabei, Koordinatorin der Jugendredaktion.

Herr Pistorius, wird an den Schulen genug für die Integration von jugendlichen Flüchtlingen getan? Und was wird genau gemacht?
Der wichtigste Ansatz in den Schulen Niedersachsens ist, intensiv über die Sprachlernklassen Sprachkompetenzen zu vermitteln. Das ist sehr mühsam und aufwendig, und ich wäre dafür, dass auch weiter zu betreiben, da es der erste Schlüssel ist. Doch das alleine reicht nicht. Die Familien müssen frühzeitig raus aus der Beschäftigungslosigkeit, damit eine Familien- und Tagesstruktur herrscht. Und wichtig für Kinder und Jugendliche ist die Verknüpfung mit der Umwelt. Sprich in Sportvereine gehen, Musikinstrumente zu spielen oder in Gruppen mitzumachen. Denn die fremde Sprache lernt man gerade als Kind am besten spielerisch.

Werden denn jugendliche Flüchtlinge schnell an den normalen Schulen integriert, oder gibt es eigene separate Schulen dafür?
Sie gehen überwiegend auf die normal bildenden Schulen, da wir keine anderen Schulen haben. Die Herausforderung ist, die Schüler sprachlich schnell im normalen Schulalltag zu begleiten und zu unterstützen. Da besteht eine Menge Arbeit.

Themenwechsel: G-20-Gipfel. Wieso wurde in den Medien erneut so intensiv über das Thema Krawall diskutiert? Kam das nicht früher schon häufiger vor?
Es war ein außergewöhnlicher Ausbruch an Gewalt und weit mehr Krawall. So was habe ich lange nicht bewusst erlebt. Außerdem von einer sehr heterogenen Gruppe aus Linksextremisten, Autonomen und Eventrandalierern, weshalb ich die Diskussionen darüber schon verstehe.

Darf ich fragen, was genau Eventrandalierer sind?
Das sind Leute, die spontan oder von lang an vorbereitet sich in solche Massen eingliedern, weil sie Lust haben, zu randalieren und sich zu prügeln.

Und was halten Sie von Leuten wie dem Selfieman″, der vor brennenden Barrikaden steht und dann noch ein Bild von sich macht.
Offenbar hat er ein ziemlich armseliges Leben, wenn er solche Bilder von sich vor brennenden Barrikaden machen muss. Ich finde das abstoßend, und es ist in keiner Weise zu akzeptieren.

Kommt so etwas immer häufiger vor?
Wir haben generell die Situation, dass sich immer mehr Menschen selber zur Schau stellen. Mit Handys machen sie Bilder von Ereignissen wie Unfällen, nur um es als Erster bei Facebook zu posten. Das ist eine schlimme Entwicklung, die viel mit dem Wunsch, im Internet einen gewissen Ruhm zu erreichen, zu tun hat und als Erster etwas zu posten. Das ist überhaupt nicht vereinbar mit unseren Vorstellungen von Menschenwürde und Respekt voreinander.

Gilt das auch für den Fußball? Was denken Sie, sind die Ursachen von Ultras bzw. wie rutschen Jugendliche in diese Szene hinein, sodass sie im Fußball gewalttätig werden?
Ich weiß nicht, ob ich da der richtige Ansprechpartner bin. Mir lag Gewalt immer fern, auch beim Fußball. Aber die Entwicklung zu dem, was im Fußball passiert, hat seinen Ursprung nicht im Fußball, sondern in der Gesellschaft. Junge und alte Leute suchen ein Ventil zum Beispiel für Langeweile oder Ablehnung gegen etwas, das ist schwer zu sagen. Gewalt ist jedoch immer der falsche Weg. Wir müssen versuchen, durch Fanprojekte Sorge zu tragen, dass bestimmte gewaltgeneigte Gruppierungen im Fußball nicht den Nachwuchs so leicht rekrutieren können, sondern das wir vorher umleiten in eine friedliche Fankultur, die ohne Zweifel ihre Berechtigung hat.

Was denken Sie, kann man dagegen denn tun?
Durch Fanprojekte unterstützen, dass junge Leute, die sich dem Fußball nähern und verführbar sind für unschöne Rituale, umgeleitet werden und man ihnen die Möglichkeit bietet, Fußball zu leben mit einer Fankultur, ohne in die Nähe von Gewalt zu kommen.

Vielen Dank für das Interview.

Bildtext:
Innenminister Boris Pistorius im Interview mit Lea Maaske von der NOZ-Jugendredaktion und Redakteurin Kathrin Pohlmann (r.).
Foto:
Berthold Hamelmann

osnabrück. Am 24. September ist Bundestagswahl. Alle Parteien sind in Aufruhr. Wie wirbt man am besten für sich? Was bleibt im Gedächtnis, und was springt ins Auge? Ich habe mich mit den unterschiedlichen Wahlplakaten auseinandergesetzt und meine ganz eigene Bilanz gezogen.

Der Model-Kandidat (FDP) Endlich mal ein hübsches Gesicht für Deutschland! Zugegeben, der Vorsitzende der FDP bringt einige Modelqualitäten mit sich. Ja, die Aufmachung des Plakates könnte glatt mit einer Hugo-Boss-Werbung mithalten. Nachdenklich richtet er den Blick seitlich nach unten, wohin genau ist nicht auszumachen. Es soll wohl zeigen, dass auch die FDP (nun in Pink und Blau) hipp und cool ist. Ein frischer Wind weht. Nur schade, dass ihr Slogan Ungeduld ist auch eine Tugend″ von Weitem kaum zu erkennen ist und man als Autofahrer glatt einen Unfall riskieren muss, um die klein gedruckten Buchstaben zu lesen. Aber eines hat die FPD erreicht: Man wir neugierig. Nicht nur auf die Beschriftung, sondern auch auf die Ecke, in die Lindner so verträumt guckt.

Fraukes Baby (AfD)

Friedlich schlafend liegt ein Baby im Arm seiner Mutter. Doch als meine Augen hoch zum Gesicht der Mutter wanderten, musste ich zweimal hinsehen. Dies ist nicht etwa eine Kampagne für Pampers. Nein, das ist das aktuelle Wahlplakat der AfD! Mitten drauf Frauke Petry, die stur lächelnd in die Kamera guckt. In den Armen ihr eigenes Baby. Und was ist ihr Grund für Deutschland zu kämpfen?″, so die emotionale Frage des Plakates. Ein erster Schritt wäre es doch mal, nicht das eigene Kind für den Wahlkampf zu instrumentalisieren. Zugegeben, ein komischer Gedanke, das auch Frauke Petry Kinder hat.

Merkel rautenlos (CDU)

Das Wahlplakat der CDU überrascht nicht, und der Spruch Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben″ langweilt eher als alles andere. Er kommt mir genauso frisch″ vor, wie die Partei selbst. Freundlich lächelnd blickt unsere Bundeskanzlerin in die Kamera, ganz ohne Raute und Namen. Na ja, nach zwölf Jahren Amtszeit weiß wohl ohnehin jeder, wer die Dame im Blazer mit Pott-Schnitt ist. Merkels Motto: Back to the roots.″

Pinker Frieden (Grüne)

Von weniger Europa hat keiner mehr″, so die Botschaft des knalligen Wahlplakates der Grünen. Dieses Plakat springt einem direkt ins Auge und auch die Botschaft spricht mich an. Vor allem ist die pinke Friedenstaube ein Hingucker und mal was anderes im tristen Alltag der Wahlplakate. Weiße Tauben bringen den Frieden, aber eine Frage bleibt: Was bringen dann eigentlich pinke Tauben?

Krakenpanne (DM)

Was ist das denn? Dieser und viele weitere Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich das Wahlplakat der Deutschen Mitte (DM) sah. Vor allem, die Partei schien mir fremd. Laut
der Tagesschau kann die Partei als israelfeindlich bezeichnet werden. Zudem vertritt sie laut der TAZ an Reichsbürger erinnernde und verschwörungstheoretische Positionen. Okay. Zu empfehlen ist allerdings, auf wirklich schlechte Riesenkraken zu verzichten. Sogar die Erde ist ganz krumm.

Der Schrei (SPD)

Ein schreiendes Kind blickt mir entgegen. Im Hintergrund grüner Rasen und bestes Wetter. Die Botschaft: Unsere Familienpolitik ist genauso: laut und fordernd.″ Also Kinder an die Macht oder Kinder im Fokus? Auf vielen SPD-Plakaten wird mit Kindern geworben. Auch bei der SPD heißt es wohl Back to the roots″. Ob das bei den Wählern ankommt? Ich gebe dem schreienden Kind eine mittlere Bewertung.

Linker Spruch

Weißer Hintergrund und rot umrahmte Schrift. Mehr braucht die Linke nicht für ihre Wahlplakate. Zugeben, ein guter Konter gegen die CDU. Und doch zwei Botschaften in einer. Lust auf die Linke! Na ja. Ob die Linke damit überzeugen kann ?

Die Wahlplakate Bundestagswahl 2017 sind anders. Sie sind vielfältiger. Einige jedenfalls. Aber das müssen sie auch sein, wenn sie in der Masse auffallen wollen. Doch wie wird sich das alles auf die Bundestagswahl auswirken? Wird die FDP wieder in den Bundestag (ein) ziehen? Findet die Merkel-Ära nach zwölf Jahren ihr Ende? Schlauer sind wir erst nach der Bundestageswahl. Die Wahlplakate der Parteien nehmen ihren ganz eigenen Einfluss darauf. Warten wir es ab.

Kim Wilmering ist Mitglied der Jugendredaktion. Sie ist 15 Jahre alt und geht auf die Oberschule Bohmte .

Bildtexte:
Ist das eine Werbung für Windeln, Babybrei oder was? Könnte man meinen, aber hier wirbt die AfD.
Alles beim Alten und bitte nichts wagen.
Wen überzeugen eigentlich Kinder, die einen anschreien? Man wird wach immerhin.
Lindner bringt Modelqualitäten mit auf das Kleingedruckte könnte er aber verzichten.
Die Krake kommt und sieht von Weitem eher aus wie eine Farbbeutelattacke.
Pink auf Grün gefällt und ist ein Hingucker.
Keine Lust oder doch Lust? Weiterso oder doch eher nicht. Was denn nun? Lust auf Linke? Aha.
Fotos:
dpa, Michael Gründel
Autor:
Lea Maaske, Kim Wilmering


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