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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kein Leben ohne Ehrenamt
Zwischenüberschrift:
Bei Edith Scharfschwerdt hat Unkraut keine Chance
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Schule in der Dodesheide ist Osnabrücks größte Grundschule. Das drückt sich nicht nur in den Schülerzahlen aus (463), sondern auch in der Größe des Geländes etwa 8000 Quadratmeter. Dieser Fläche hat sich Edith Scharfschwerdt angenommen. Ehrenamtlich pflegt sie das Grün und kämpft den Dauerkampf gegen das Unkraut.

Osnabrück. Den Eingang zur Schule zieren bunte Blumen in gepflegten Beeten. Weder auf den Bürgersteigen rund um die Gebäude noch auf dem Schulhof oder den anderen schuleigenen Flächen wagt auch nur ein einziges Unkrautpflänzchen, den Kopf ans Tageslicht zu heben. Geschweige denn, dass sich Papier oder anderer Unrat in den Anlagen finden lassen würde. Nichts dergleichen. Hier herrscht ein strenges Regiment. Und das hat einen Namen: Edith Scharfschwerdt. Sie kümmert sich um die Grundschule, als wäre es ihre eigene, und füllt überall dort die Lücken, die der eigentlich zuständige Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) nicht füllen kann. Die Jungs machen eine tolle Arbeit″, beugt Scharfschwerdt möglichen Missverständnissen vor und schließt gleich auch noch Hausmeister Daniel Pesch in ihr Lob mit ein. Aber das Schulgelände so gepflegt zu halten, wie ihr es vorschwebt, würde die Möglichkeiten des OSB weit übersteigen.

Das weiß Scharfschwerdt und legt sich deshalb mächtig ins Zeug. Mit ihren 80 Jahren jetzt zumindest numerisch nicht unbedingt mehr zu den Youngstern dieser Stadt zählend, hat sie aber noch mehr Energie als so manch 50-Jähriger. Mich aufs Sofa zu setzen und Kaffee zu trinken ist nicht mein Ding. Da geh ich lieber raus fegen und Unkraut zupfen.″ Etwa 20 Stunden in der Woche verbringe sie mit der Pflege der Grundschule, meint Scharfschwerdt. Schulleiter Thorsten Steinbrinker runzelt bei dieser Einschätzung die Stirn. Ich glaube, damit kommen Sie nicht hin. Das sind schon einige Stunden mehr.″ Steinbrinker weiß Edith Scharfschwerdts Einsatz zu schätzen und freut sich deshalb auch, dass die Junggebliebene für ihr ehrenamtliches Engagement in Hannover geehrt wurde. Unter dem Motto unbezahlbar & freiwillig″ vergibt die Staatskanzlei gemeinsam mit der Sparkassenstiftung und der VGH-Versicherung jährlich den Niedersachsenpreis für Bürgerengagement. Edith Schrafschwerdt war unter den Preisträgern des vergangenen Jahres und zur Preisverleihung mit Ministerpräsident Stephan Weil nach Hannover eingeladen.

Scharfschwerdt ist schon ein wenig stolz auf diesen Tag, ihre eigentliche Motivation findet sie aber in den klein scheinenden aber eigentlich doch richtig großen Begebenheiten des Alltags. Zum Beispiel der Vater, der unlängst an der Schule hielt, seinen kleinen Sohn aus dem Auto ließ, der mit einem Strauß Blumen auf Edith Scharfschwerdt zuging und sich für ihre tolle Arbeit bedankte. Aber auch der tägliche Umgang mit den Kindern ist für sie Lebenselixier. Wenn die Kinder in den Ferien nicht in der Schule sind, ist die Welt für mich irgendwie nicht in Ordnung″, sagt Scharfschwerdt mit einem Lächeln, denn natürlich gönnt sie den Grundschülern ihre Ferien von ganzem Herzen.

Für Scharfschwerdt gehört das ehrenamtliche Engagement zum Leben wie die Luft zum Atmen. Als mein Mann und ich vor über 40 Jahren beim SSC angefangen haben, bist du noch in die Schule gegangen″, sagt sie an den ehemaligen Vereinsvorsitzenden und heutigen Osnabrücker Bürgermeister Uwe Görtemöller gewandt.

Der weiß um den Wert von Scharfschwerdts unermüdlichem Tun. Du leistest hier eine äußerst wertvolle Arbeit″, so Görtemöller. Und so bekommt der Uwe″ beim Ortstermin dann auch gleich noch einen Auftrag mit auf den Weg: An der Turnhalle müsst ihr unbedingt die Platten richten. Das Wasser spritzt gegen die Hauswand. Das sieht schäbig aus. Außerdem kommt doch dann die Feuchtigkeit an die Halle.″

Bürgermeister Görtemöller wird sich drum kümmern. Besser so, denn Edith Scharfschwerdt wird ihn mit Sicherheit an das Problem erinnern und zwar bis es aus der Welt ist.

Scharfschwerdt ist nicht die einzige Ehrenamtliche, die sich in den Alltag an der Schule in der Dodesheide einbringt. Wir haben ungefähr 40 Frauen und Männer, die sich in den verschiedensten Bereichen um unser Schulleben verdient machen″, sagt Steinbrinker.

Die Ehrenamtlichen seien aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken. Scharfschwerdt freuen die lobenden Worte, die sie aber auch gerne zurückgibt, natürlich an den Schulleiter, der die Ehrenamtlichen immer wieder motiviere, aber auch an Hausmeister Daniel Pesch, mit dem sie gerne zusammenarbeitet.

Bildtext:
Gruppenbild mit Dame: Edith Scharfschwerdt (80) pflegt das Grün rund um die Schule in der Dodesheide. Auch das Blumenbeet am Eingang trägt ihre Handschrift. Schulleiter Thorsten Steinbrinker (l.) und Bürgermeister Uwe Görtemöller wissen, was Schule und Stadt an Edith Scharfschwerdt haben.

Foto:
Swaantje Hehmann
Autor:
Dietmar Kröger


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