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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge
Zwischenüberschrift:
Netzwerk NTFN eröffnet Außenstandort in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Das Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen (NTFN) hat in Osnabrück den ersten Außenstandort eröffnet. Das Beratungsteam rund um die Leiterin Sandra Steinkühler wird am 4. Oktober seine Arbeit aufnehmen.

Osnabrück. An der Tür des Hauses Lotter Straße 104 steht noch Dauerhafte Haarentfernung″. Das ist Vergangenheit. Derzeit richtet der NTFN in den hellen Räumen die erste Außenstelle ein. Das symbolische rote Band zur Eröffnung durchschnitt die grüne Landtags- und künftige Bundestagsabgeordnete Filiz Polat in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende der Niedersächsischen Kommission für Migration und Teilhabe.

Die Eröffnung komme passend zum zehnjährigen Bestehen des Netzwerkes, freute sich die Geschäftsführerin Karin Loos. Für eine Außenstelle in Osnabrück habe es verschiedene Gründe gegeben: Zum einen sei hier die Sprach- und Kommunikationsmittlung (SPuK) ansässig, und ohne eine gute Sprachvermittlung sei psychotherapeutische Arbeit nicht möglich. Der Caritasverband Osnabrück sei eines der ersten Mitglieder im NTFN gewesen und habe in den vergangenen Monaten die Arbeit des Netzwerkes tatkräftig unterstützt und Räume für die Beratung zur Verfügung gestellt. Nicht zuletzt komme der Schirmherr des NTFN aus Osnabrück: der frühere niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff.

Die neue Außenstelle bedeute eine Verbesserung der Versorgung traumatisierter Flüchtlinge, sagte Loos. Sie richte sich nicht allein an Betroffene in Stadt und Landkreis Osnabrück, sondern ebenso an Geflüchtete, die in der Grafschaft Bentheim lebten. Für sie alle gebe es außer festen Terminen ab November auch offene Sprechstunden.

Es gebe einen enormen Bedarf für diese Hilfe, betonte auch die scheidende Landtagsabgeordnete Polat. In der Fläche Niedersachsens gebe es bisher kaum Angebote für Geflüchtete. Die Unterstützung für traumatisierte Menschen nach der Flucht sei eine dauerhafte Herausforderung.

Das bestätigte auch Sandra Steinkühler im Gespräch mit unserer Redaktion. Oft kämen die traumatischen Erlebnisse erst ein, zwei Jahre nach der Flucht an die Oberfläche. Die Menschen hoffen, dass es besser wird, wenn sie sich etwas eingelebt haben und zur Ruhe gekommen sind.″ Wenn das nicht der Fall sei, suchten sie Hilfe.

Rund 115 Klienten hat Steinfühler in knapp einem Jahr kennengelernt. Zum Team der Sozial- und Organisationspädagogin gehören die Ergotherapeutin Greta Krukewitt, die Sozialarbeiterin Doro Buchweitz und als Honorarkraft die Kinder- und Jugendlichentherapeutin Sena Habib. Bei längerfristigen Therapien werden die Klienten an niedergelassene Therapeuten vermittelt. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen, sagte Steinkühler, die Gebühren für die Dolmetscher bei Minderjährigen das Jugendamt („ unbürokratisch″), bei Erwachsenen das Jobcenter („ leider oft sehr zögerlich″).

Bildtext:
Beim symbolischen Schnitt durch das rote Band: Filiz Polat (links), Vorsitzende der Niedersächsischen Kommission für Migration und Teilhabe, und die Leiterin der NTFN-Außenstelle, Sandra Steinkühler.

Foto:
Thomas Osterfeld
Autor:
Ulrike Schmidt


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