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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Union und Grüne punkten bei Jugendlichen
Zwischenüberschrift:
AfD erzielt bei Juniorwahl auf Bundesebene 6 Prozent – Nicht alle Schulen gehen mit Wahlergebnis transparent um
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Würde die Stimme der Jugendlichen unter 18 Jahren zählen, dann wäre die Bundestagswahl anders ausgefallen.

Das Projekt Juniorwahl hat am Sonntag mit der ersten Hochrechnung der Bundestagswahl auch seine Ergebnisse veröffentlicht. Dabei geht es darum, für Schüler, die unter 18 Jahre alt sind und noch nicht wählen dürfen, die Bundestagswahl zu simulieren.

Am Sonntagabend gegen 18 Uhr waren die Zahlen auf der Homepage des Projekts einzusehen: Zwar ist die Union mit 27 Prozent weiterhin stärkste Partei und die SPD mit 19, 3 Prozent zweitstärkste Partei, die Grünen liegen mit 17, 9 Prozent aber deutlich über dem Ergebnis der Bundestagswahl und bilden die drittstärkste Partei. Auf nur 6 Prozent kommt die AfD bei den Jugendlichen. Trotzdem legt die rechtskonservative Partei im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 um 3, 6 Prozentpunkte zu. Da erzielte die Partei ein Ergebnis von 2, 4 Prozent. Für die Wahlkreise 38 und 39 sind auf der Seite der Juniorwahl nur die Direktkandidaten veröffentlicht worden. Da kommt André Berghegger von der CDU auf 39, 5 Prozent für den Wahlkreis Osnabrücker Land. Parteikollege Mathias Middelberg aus dem Wahlkreis Stadt Osnabrück erzielt 38, 2 Prozent. Ergebnisse für die Zweitstimme gibt es bislang nicht.

Grüne punkten

Auch Schulen rund um Osnabrück haben an der Wahl teilgenommen. Die Schüler der BBS Schölerberg zum Beispiel stimmten mehrheitlich für die CDU (34, 6 Prozent), zweistärkste Partei wurde die SPD mit 23, 7 Prozent, die FDP erzielte 12, 1 Prozent, darauf folgen die Grünen mit 11, 8 Prozent. Die Linke schafft die Fünf-Prozent-Hürde mit 6, 3 Prozent, die AfD schafft sie nicht und bleibt mit 4 Prozent darunter.

Die Geschwister-Scholl-Oberschule aus Bad Laer hat ähnliche Ergebnisse. Die Union ist mit 35, 9 Prozent stärkste Partei, darauf folgt die SPD mit 19, 7 Prozent, die Grünen erzielen 14, 5 Prozent. Danach folgt die AfD mit 6, 6 Prozent. FDP und Linke teilen sich den Platz fünf mit 3, 5 Prozent.

Beim Gymnasium In der Wüste″ sieht es ein wenig anders aus. Wahlsieger sind dort ganz klar die Grünen mit 27, 3 Prozent, zweitstärkste Partei ist die CDU (22, 4 Prozent), die SPD wird drittstärkste Partei (18, 5 Prozent). Die Liberalen (6, 6 Prozent) und die Piraten (5, 2 Prozent) kommen über die Fünf-Prozent-Hürde, die AfD (4, 5 Prozent) dagegen nicht.

Bei der Initiative U-18-Wahl, die ähnlich abläuft wie die Juniorwahl, fällt das Ergebnis auf Bundesebene ähnlich aus. Die CDU ist mit 28, 5 Prozent stärkste Partei geworden. Dahinter folgt die SPD mit 19, 8 Prozent, die Grünen kommen als drittstärkste auf 16, 6 Prozent. Die Linke erzielt 8, 1 Prozent, dahinter folgt die AfD mit 6, 8 Prozent. Die FDP hat zugelegt und erhält 5, 7 Prozent, bei der vergangenen Juniorwahl lag sie unter der Fünf-Prozent-Hürde, genau wie die AfD.

Die Ergebnisse für Niedersachsen sind vergleichbar: CDU: 31, 1 Prozent, SPD: 24, 5 Prozent, Grüne: 14, 6 Prozent, Linke: 5, 9 Prozent und die AfD: 5, 3 Prozent.

Viele Schulen im Verbreitungsgebiet gehen mit dem Ergebnis der SchülerWahlen transparent um und haben die Ergebnisse auf ihrer Homepage veröffentlicht. Unsere Redaktion hat mehrere Schulen aus dem Verbreitungsgebiet nach den Wahlergebnissen gefragt. Einige wollten ihre Ergebnisse jedoch nicht preisgeben.

Bildtext:
Bei den Schülerwahlen sind wieder in ganz Deutschland Jugendliche dazu aufgerufen, sich an den Wahlen zu beteiligen. Die Ergebnisse sind nun öffentlich.

Symbolfoto:
dpa

Kommentar:

Haben Schulen ein Demokratieproblem?

Die Initiativen U-18-Wahl und Juniorwahl geben Schulen oder auch anderen Einrichtungen die Möglichkeit, Wahlen für Jugendliche unter 18 Jahren zu simulieren. So können sie sich mit Parteien auseinandersetzen und lernen den Ablauf einer Wahl. Eigentlich eine gute Sache. Doch offensichtlich haben einige Schulen ein Problem damit, die Ergebnisse so einer Wahl öffentlich zu machen. Unsere Redaktion hat mehrere Schulen aus dem Verbreitungsgebiet nach den Wahlergebnissen gefragt. Doch einige wollten ihre Ergebnisse nicht preisgeben. Da heißt es zum Beispiel: Das Ergebnis müsse erst geprüft werden. Erst danach könne man über eine Veröffentlichung nachdenken. Man wolle verhindern, dass Schüler zu identifizieren seien. Das Ergebnis zähle nicht, der Vorgang an sich solle den Schülern vermittelt werden. Sprich: Wenn das Ergebnis uns nicht passt, dann veröffentlichen wir es nicht, und Schüler interessieren sich auch nicht für die Ergebnisse? Geht so Demokratie? Nein. Ganz im Gegenteil das ist autoritär und zeigt, dass Schüler nicht ernst genommen werden. Welcher erwachsene Mensch geht denn zur Wahl, nur um sich den Prozess des Kreuzchenmachens zu verinnerlichen? Keiner. Das Ergebnis interessiert am Ende. Und das wäre ein Hinweis darauf, was Jugendliche wollen, wie sie ticken. Wenn man schon Demokratie in Form einer Wahl nachspielt, dann auch richtig. Es ist scheinheilig, den Schülern zu predigen, wie wichtig unser Staatssystem ist, und im Umkehrschluss Angst vor den Wahlergebnissen zu haben. Denn nur so können Schüler lernen, dass eine Stimme zählt. Denn was ist das größte Argument der Nichtwähler? Meine Stimme zählt nicht, ich kann nichts verändern.″

Woher rührt die Angst?, fragt man sich. Dass ein Ergebnis möglicherweise zugunsten rechter Parteien ausfällt? Ja, aber genau das ist Demokratie. Das muss man aushalten, und das macht sie so anstrengend. Es ist schade, dass dieser Mut vielen Bildungseinrichtungen offensichtlich fehlt.
Autor:
kp


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