User Online: 1 | Timeout: 22:31Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Asbest-Trümmer immer noch nicht entsorgt
 
Ärger um asbesthaltige Trümmer
Zwischenüberschrift:
Westerberg: Baustelle seit zwei Monaten stillgelegt – Eigentümer sieht Abbruchunternehmer in der Pflicht
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Westerberg, Südhang, unverbauter Blick ins Grüne: Wer so einen Bauplatz sucht, muss erst ein Haus abreißen. An der Muesenburg ist das gründlich schiefgelaufen. Asbestalarm! Die Baustelle wurde stillgelegt, seit zwei Monaten verhüllt blaue Plastikfolie notdürftig die Trümmer. Und das wird noch eine Weile so bleiben.

Osnabrück. Asbest war in den Nachkriegsjahrzehnten wegen seiner Festigkeit, seiner Hitze- und Dämmeigenschaften ein beliebtes Baumaterial. Aber weil die feinen Mineralfasern mit der Atemluft eingeatmet werden und Lungenkrebs auslösen können, dürfen Gebäude mit asbesthaltigem Innenleben nur unter Einhaltung besonderer Sicherheitsvorschriften abgerissen werden.

Über die Baustelle an der Muesenburg wachen die Behörden mit Argusaufgen, weil mehrere Fehler nacheinander begangen wurden.

Die Bestandteile mit dem gefährlichen Mineral hätten vor dem Abbruch der 50er-Jahre-Villa vorsichtig entfernt und luftdicht in reißfeste Säcke (Bigpacks) verpackt werden müssen. Wurden sie aber nicht. Stattdessen kam der Bagger und riss die Mauern ein. Mit dem Staub konnten sich die beim Einatmen schädlichen Asbestfasern großflächig im Wohngebiet verteilen.

Die Behörden verhängten einen ersten Baustopp und ordneten eine sichere Entsorgung der gesamten Trümmer an. Eine teure Angelegenheit, weil sich damit das Volumen des belasteten Bauschutts um ein Vielfaches erhöht. Zugleich darf beim Verladen kein Asbeststaub in die Außenluft geraten. Deshalb müssen unter einem Zeltdach sogenannte Schwarz-Weiß-Bereiche geschaffen werden, in denen Arbeiter in Schutzanzügen die gesundheitsschädliche Fracht in Bigpacks einschlagen.

Wer die heiße″ Zone verlässt, muss eine Schleuse mit einer Nasssprühanlage passieren, damit Asbestfasern nicht mit der Kleidung ins Freie gelangen können. Nach Abschluss dieser Arbeiten muss der Boden 30 cm tief ausgekoffert und ebenfalls entsorgt werden. Insider schätzen, dass diese aufwendige Entsorgung weit über 100 000 Euro kosten wird.

Offensichtlich wurden die Vorschriften jedoch erneut missachtet. Ein Container wurde entgegen den Vorschriften vom Grundstück entfernt, ein Bagger musste auf behördliche Anweisung dekontaminiert werden. Die Arbeiten dürften erst fortgesetzt werden, wenn das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt einem detaillierten Arbeitsplan zugestimmt habe, sagt dessen Leiterin Gesche Saathoff-Schiche. Bislang sei aber kein entsprechendes Papier eingegangen.

Die Arbeiten seien ausgeschrieben worden, erklärt dazu der Bauherr, und demnächst würden die Angebote geprüft. Innerhalb der kommenden vier Wochen werde es wohl eine Entscheidung geben. Ein Schadstoffgutachter habe den Auftrag, die weiteren Schritte zu planen.

Für die Fehler, die bei der Asbestentsorgung gemacht wurden, sieht sich der Eigentümer des Trümmergrundstücks moralisch und juristisch″ nicht in der Verantwortung. Er habe sich zwar für die günstigste Abbruchfirma entschieden, aber nicht wissen können, dass sich der Cuxhavener Betrieb nicht an die Vorschriften halte. Und die Kosten der Entsorgung? Die werde ich wohl erst mal selber zahlen müssen″, sagt der Bauherr. Jetzt werde es wohl zu einem Rechtsstreit mit dem Abbruchunternehmen kommen.

Bildtext:
Betreten verboten: Seit zwei Monaten lagern die asbestverseuchten Trümmer an der Muesenburg unter einer blauen Plastikfolie. Die Entsorgung ist aufwendig und teuer.

Foto:
David Ebener

Osnabrück. Zwei Monate nach dem behördlich angeordneten Baustopp liegen die asbesthaltigen Trümmer einer 50er-Jahre-Villa am Westerberg noch immer auf dem Grundstück. Eine Plastikplane soll verhindern, dass die schädlichen Fasern vom Wind davongetragen werden können. Zwischen dem Bauherrn und dem Cuxhavener Abbruchunternehmer bahnt sich ein Rechtsstreit an, und die Kosten für die Entsorgung werden nach Ansicht von Branchenkennern weit über 100 000 Euro betragen. Statt die asbesthaltigen Materialien vor dem Abbruch zu entfernen, hatten die Arbeiter das Gebäude kurzerhand mit dem Bagger zusammengeschoben. Jetzt ist der gesamte Bauschutt kontaminiert und muss als Sondermüll entsorgt werden. Der Bauherr sieht sich moralisch und juristisch″ nicht in der Verantwortung.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


Anfang der Liste Ende der Liste