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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Das Handy als Fahrschein
 
Handyticket kommt im November
Zwischenüberschrift:
Busfahrscheine im Vorverkauf via VOS-Pilot-App – Echtzeitinformation wird schrittweise angeboten
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Schneller und unkomplizierter wollen die Stadtwerke Osnabrück den Fahrkartenverkauf machen. Das Mittel der Wahl heißt Handyticket. Zwei Wochen haben es Freiwillige getestet. Im November wird es für alle freigeschaltet, aber nur für Fahrten im Osnabrücker Stadtbusnetz.

Auf den Handytickets sind nicht nur der Name des Ticketinhabers, Datum und Uhrzeit zu lesen. Auch ein QR-Code, bewegte Bildelemente und Wasserzeichen sollen für Echtheit bürgen, außerdem mehrere versteckte Kennzeichen. Fotomontage: NOZ/ Petra Böttcher; Fotos: Stadtwerke Osnabrück

Ab November können Fahrgäste im Osnabrücker Stadtbusnetz auch Handytickets nutzen. Die digitalen Fahrscheine werden über die Smartphone-App VOS Pilot″ verkauft. Mit der neuen Funktion kommt das Aus für Fahrkartenautomaten.

Osnabrück. Vom 7. bis 21. September haben die Stadtwerke Osnabrück das Handyticket einem ausführlichen Praxistest unterzogen. 50 Freiwillige aus verschiedenen Zielgruppen, darunter Fahrgäste, Busfahrer, Verwaltungsmitarbeiter und Mitglieder des Fahrgastbeirats, durften dabei ausprobieren, was in Kürze allen Kunden geboten werden soll: ein schneller, unkomplizierter und bargeldloser Fahrkartenkauf per Smartphone verbunden mit Echtzeitinformationen zum Beispiel über Standort und Pünktlichkeit der Busse.

Nur in Preisstufe 0

Und tatsächlich deutet trotz des damit verbundenen großen technischen Aufwands alles auf einen planmäßigen Start ins Zeitalter des digitalen Fahrschein-Vorverkaufs hin. Zwar seien bei dem zweiwöchigen Feldversuch kleinere Fehler aufgefallen, aber nichts, was die Einführung zum Stichtag verhindern würde″, sagt Werner Linnenbrink, Leiter der Abteilung Mobilitätsangebot. Gleichwohl werden Handytickets zunächst nur in der Preisstufe 0 (Osnabrück/ Belm) erhältlich sein. Ob und wann sie auch für das übrige Gebiet der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) verfügbar gemacht werden, entscheiden die dort tätigen Partnerunternehmen selbst. In Osnabrück ist der Bedarf am größten″, erklärt Linnenbrink die Vorreiterrolle der Stadtwerke. Das System sei aber auf eine regionale Erweiterung ausgerichtet.

Ab dem 1. November werden acht Sorten von Fahrscheinen als Handyticket angeboten: Kurzstreckenticket, Einzelticket, Tagesticket, Tagesticket Familie, Wochenticket, Wochenticket Schüler, Monatsticket und Monatsticket Schüler. Zum Erwerb eines Handytickets brauchen Kunden ein internetfähiges Mobiltelefon und die App VOS Pilot″. Dann heißt es: Fahrt aussuchen, Ticket kaufen, losfahren.

Verstärkte Kontrollen

Bei der Abrechnung sollen Kunden zwischen üblichen Zahlverfahren wählen können. Anfangs sind das Bankeinzug und Kreditkarte. Kontrolliert werden Handytickets vorläufig per Sichtprüfung durch die Busfahrer oder spezielles Prüfpersonal. Sie achten darauf, ob der digitale Fahrschein alle eingebauten Sicherheitsmerkmale aufweist. Wir haben uns einiges einfallen lassen, um unsere Handytickets möglichst fälschungssicher zu machen″, sagt Linnenbrink.

So ist auf den Fahrscheinen nicht nur der Name des Ticketinhabers, Datum und Uhrzeit zu lesen. Auch ein QR-Code, bewegte Bildelemente und Wasserzeichen sollen für Echtheit bürgen, außerdem mehrere versteckte Kennzeichen. Beim Einsteigen in den Bus ein Bildschirmfoto von einem Handyticket vorzuzeigen, funktioniert also nicht″, warnt der Stadtwerke-Chef und kündigt zugleich verstärkte Kontrollen″ an.

Nach einigen Monaten, spätestens aber mit Einführung von Abo-Chipkarten Anfang 2018 werde jedoch eine elektronische Überprüfung der Handytickets mittels Bordrechner möglich sein. Linnenbrink: Die Kunden halten das Handyticket dann vor ein Lesegerät im Bus. Der Fahrer bekommt umgehend einen Gültigkeitshinweis, und die Kontrolle ist abgeschlossen.″ Prüfpersonal werde dagegen mit Scannern ausgestattet, wie sie auch die Schaffner der Deutschen Bahn verwenden.

Apropos Bordrechner: Um den Kunden demnächst auch verlässliche Echtzeitinformationen über sämtliche Verbindungen liefern zu können, müssen in der VOS insgesamt 429 Busse mit neuer Technik versehen werden. Das ist nach Angaben der Stadtwerke erst zu einem guten Teil geschafft. Und weil sich auch die Bereitstellung der hochkomplexen″ Daten schwieriger gestalte als angenommen, werde sich die Echtzeitinformation anders als geplant ab dem 1. November zunächst auf große Teile von Osnabrück″ sowie die probehalber ausgewählte Linie 541 (Düstrup–Neumarkt–Rulle) beschränken. Wir möchten das System noch intensiver testen, bevor wir es auch unseren Kunden im Landkreis zur Verfügung stellen″, bedauert Linnenbrink die Verzögerung.

Automaten ausgemustert

Zum Schluss noch eine schlechte Nachricht für alle, die Tickets aus Papier lieber mögen als solche aus Bits und Bytes: Die beiden letzten Fahrkartenautomaten des Osnabrücker Verkehrsbetriebs der eine in der Johannisstraße, der andere am Neumarkt werden ebenfalls zum 1. November abgeschafft. Und zwar aus Kostengründen, wie Stadtwerke-Vertriebsleiter Maik Blome betont. Die Geräte seien teuer im Unterhalt, zudem würden die Hersteller keine Wartungen und Software-Updates mehr anbieten. Die Abschaltung der Automaten war damit sowieso nötig. Sie fällt eher zufällig mit der Einführung der Handytickets zusammen.″

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Fotos:
Stadtwerke Osnabrück

Kommentar

Handytickets machen Busse schneller

Handytickets im öffentlichen Nahverkehr sind keine neue Erfindung, und ebenso wie viele Menschen am Bargeld hängen, trauen sie auch dem Fahrschein aus Papier mitunter mehr als einem Billet aus Bits und Bytes. Dennoch gibt es mindestens drei gute Gründe, das Handyticket auch in Osnabrück einzuführen.

Vorteil Nummer eins: Der Gelegenheitskunde braucht keine Münzen und Scheine mehr vorzuhalten, um einen Stadtbus nutzen zu können. Die Abrechnung erfolgt mittels Smartphone. Das dürfte so manchem potenziellen Fahrgast entgegenkommen. Und je mehr Menschen dank des neuen Angebots das eigene Auto stehen lassen, desto besser.

Vorteil Nummer zwei: Mit Einführung des Handytickets werden in Osnabrück endlich auch Monatstickets im Vorverkauf erhältlich sein. So können Nutzer schon bald auf eine nervige und kostenpflichtige Extra-Busfahrt zum Mobilitätszentrum am Neumarkt verzichten, wo sich die einzige Ausgabestelle für diese Sorte Fahrschein befindet.

Vorteil Nummer drei: Handytickets machen den Busverkehr schneller und pünktlicher. Eben weil es beim Einstieg keine Bezahl- und Druckvorgänge mehr gibt. Das alles bringt wertvolle Sekunden, hält Fahrer und Fahrgäste weniger auf.

Handytickets sind also ein kleiner, aber nützlicher Beitrag der Stadtwerke zur Verbesserung des ÖPNV. Für Busbeschleunigung im ganz großen Stil, etwa durch flächendeckende Einrichtung von Busspuren und Vorrang für Busse an Ampeln, sind andere zuständig.
Autor:
Sebastian Stricker


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