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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zu viel Fleisch in Kitas und Schulen?
Zwischenüberschrift:
Kritik vom Ministerium – Osnabrücker Eltern im Großen und Ganzen zufrieden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu viel Fleisch, zu wenig Vollkornprodukte und Gemüse das Bundeslandwirtschaftsministerium kritisiert das Essensangebot in Schulen und Kitas scharf und beruft sich dabei auf Studien. Wie sieht die Verpflegung in Osnabrück aus? Wir haben einmal in die Speisepläne gespickt.

Osnabrück. Ein bisschen ulkig ist es schon: Vor nicht allzu langer Zeit warnte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) noch davor, aus Rücksicht auf Muslime auf Schweinefleisch zu verzichten. Jetzt heißt es, dass in den Kantinen zu viel Fleisch angeboten wird. Doch wie sieht es in Osnabrück aus?

Wir haben Eltern gebeten, uns die Speisepläne, die in ihren Kitas aushängen, einmal zuzuschicken. Die Menüpläne der Osnabrücker Schulen sind größtenteils online einsehbar. Meistens bleibt es nicht bei dem Speiseplan. Die Eltern geraten ins Schwärmen. Sie berichten von der Köchin, die mit den Kindern selbst Brot backt, und von dem frischen Frühstück, davon, wie frisch das Frühstück sei, und dass man als Papa oder Mama manchmal regelrecht neidisch wird. Vollkornnudeln, Verzicht auf Soßenbinder und Weißmehl, Eier nur aus Freilandhaltung, Vollkornbrot nur vom Bäcker oder dem Wochenmarkt. Man bekommt als Vater/ Mutter fast ein schlechtes Gewissen, weil man diesen hohen Standard im Alltag selbst oft nicht bieten kann.

In unseren Kitas wird bis auf zwei kleine Einrichtungen überall selbst gekocht″, sagt Antje Marotz, pädagogische Geschäftsführerin beim evangelisch-lutherischen Kirchenkreis, der in Osnabrück für 26 Kindertageseinrichtungen zuständig ist. Bezüglich der verwendeten Produkte und der Mengen richten sich die Köchinnen nach den Ernährungsempfehlungen und den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung″, sagt Marotz. Demnach sollen Kinder im Alter von ein bis drei Jahren etwa 80 Gramm Fleisch in fünf Tagen zu sich nehmen, Vier- bis Sechsjährige etwa 100 Gramm. Zudem versuche man, viele Produkte von regionalen Anbietern zu beziehen: Einige Köchinnen kaufen ihr Obst und Gemüse auch direkt auf dem Wochenmarkt″, sagt Antje Marotz.

Kaum Kritik von Eltern

Auch in den rund 200 katholischen Kindertagesstätten im Bistum Osnabrück spielt gesunde Ernährung eine wichtige Rolle. So haben die Kitas im März Post erhalten: Ein Schreiben zum Thema Essen in Kindertagesstätten″ soll die Einrichtungen über religiöse Dimensionen, aber auch über Tischkultur und die Qualität der Verpflegung aufklären. Es gibt darin allerdings keine Vorgaben für bestimmte Lebensmittel″, sagt Bistumssprecher Hermann Haarmann.

An den städtischen Kitas habe es in der Vergangenheit vonseiten der Eltern keine Kritik darüber gegeben, dass zu viel Fleisch serviert worden sei, berichtet Jutta Wiggelinghoff vom Fachbereich für Kinder, Jugendliche und Familien. Die neun städtischen Kitas orientieren sich ebenfalls an der DGE und an der sogenannten Bremer Checkliste″. Diese Aufstellungen bieten dem Küchenpersonal eine Hilfestellung, wie viel Energie, Ballaststoffe und Nährstoffe Kinder ernährungsphysiologisch pro Mittagsmahlzeit benötigen″, erläutert Wiggelinghoff. Fleisch komme dabei in der Regel nur einmal pro Woche und eventuell noch ein zweites Mal als Eintopf auf den Tisch.

So viel zu den Kitas doch was ist mit den Osnabrücker Schulen?

Das Gymnasium In der Wüste″ hat eigentlich keine eigene Kantine, sodass die Schüler mittags zum Sportlertreff des Osnabrücker Sportclubs (OSC) gehen.

Hier gibt es tatsächlich häufiger einfache Gerichte wie Nudeln mit Tomatensoße oder auch fettige Sachen wie Pommes mit Bratwurst″, sagt Jonas Bodenstein von der Schülervertretung des Gymnasiums In der Wüste″. Allerdings ist es klar, dass für knapp 2, 50 Euro für Stadt- sowie 2, 90 Euro für Landkreisschüler kein 5-Sterne-Menü zur Verfügung gestellt werden kann, und genau dies sind nun mal Dinge, die ein Großteil der Schüler gerne isst.″ Allerdings habe sich das Essen deutlich verbessert, sagt der Schüler. Bis vor zwei Jahren habe man die Mahlzeiten definitiv nicht als gut oder sättigend bewerten″ können. Eine große Masse an Schülern hat sich zu dieser Zeit auch vom Schulessen abgemeldet″, sagt Jonas Bodenstein. Doch inzwischen sei die Qualität des Essens deutlich gestiegen, sodass wieder mehr Schüler beim OSC äßen.

Die Schulleitung des Gymnasiums In der Wüste″ bestätigt im Grunde die Einschätzung der Schülervertretung, weist aber darauf hin, dass es jeden Tag ein vegetarisches Gericht und ein Salatbuffet gebe und die Zusammenarbeit mit dem OSC, bei dem immer frisch gekocht werde, sehr konstruktiv verlaufe.

Und schließlich essen nicht nur Schüler in den Kantinen, sondern auch Lehrer manchmal sogar Schulleiter: Ich esse regelmäßig in der Mensa″, sagt Hartmut Bruns, Leiter des Osnabrücker Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums. Die Fleischportionen wenn es sie überhaupt gibt halten sich sehr in Grenzen.″ Die Kritik des Ministeriums gelte daher nicht für die Mensa des Schulzentrums Sonnenhügel.

Bei all dem Lob für die frischen Mahlzeiten in Kitas und Schulen: Auch in Osnabrück gibt es Einrichtungen, die vom Verpflegungsdienstleister Apetito versorgt werden, also Tiefkühlkost anbieten. Genaue Zahlen will das Unternehmen aus Rheine nicht nennen die Konkurrenz lese ja mit. In ganz Niedersachsen werden demnach 140 Kitas und Schulen von Apetito beliefert. Insgesamt gibt es in Niedersachsen mehr als 5200 Kitas und mehr als 2800 Schulen.

Die Einrichtungen können aus verschiedenen Komponenten selbst Menüs zusammenstellen, wobei der Anteil an vegetarischen Gerichten nach Angaben des Unternehmens bei 60 Prozent liege. Auch Apetito beruft sich bei seinen Qualitätsstandards auf die Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Was genau auf dem Speiseplan komme, entschieden aber am Ende die Schulen und Kitas.

Bildtext:
Zu viel Fleisch, zu wenig Gemüse? Wie sehen die Speisepläne an Osnabrücker Schulen und Kitas aus?

Foto:
dpa
Autor:
Cornelia Achenbach


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