User Online: 1 | Timeout: 05:01Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Herkunft nicht entscheidend″
Zwischenüberschrift:
Geflüchtete als erfolgreiche Azubis bei Dieckmann in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Gerade bei Handwerksunternehmen bietet Flüchtlingsintegration viele Chancen– für beide Seiten. Davon sind Jens-Peter Zuther und Friedrich Pfohl, Geschäftsführer und Betriebsratsvorsitzender der Dieckmann Bauen + Umwelt GmbH in Osnabrück, überzeugt. Unter den 60 Auszubildenden der Firma sind derzeit vier Geflüchtete.

Osnabrück. Da in der Ausbildung Sprache und Praxis verzahnt laufen, kann man schnell auf Erfolgserlebnisse zurückblicken″, so Zuther. Besonders in den Handwerksberufen werde das Erlernen der neuen Sprache durch praktische Beispiele erleichtert. Für den Geschäftsführer ist der Praxisbezug in Kombination mit Sprachunterricht und schulischer Ausbildung sehr wichtig für die Integration von Geflüchteten.

Betriebsrat Friedrich Pfohl sieht die Ausbildung der Flüchtlinge ebenfalls als Erfolg. Für Pfohl, der zugleich Ausbildungsleiter ist, stellt auch die Kooperation mit dem Arbeitsamt einen wichtigen Baustein in der Flüchtlingsintegration dar. Die Einstiegsqualifikation″ des Arbeitsamts sieht wöchentlich drei Tage Praxis im Betrieb, einen Tag Sprachschule und einen Tag Schulunterricht vor. Nach einem Jahr können Geflüchtete mit der abgeschlossenen Einstiegsqualifikation″ einen vollwertigen Ausbildungsvertrag erhalten.

Zuther und Pfohl wollen so auch andere Betriebe ermutigen, sich mit Integrationsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Derzeit ist bei vielen noch eine gewisse Scheu da, diesen Schritt zu wagen″, erklärt Zuther. Dabei sei der Arbeitsaufwand gering man müsse keine zusätzlichen Stellen schaffen, und bei der Kreishandwerkerschaft oder der IHK können sich Unternehmen leicht über Integration informieren. Insgesamt hoffen sie, dass sich das Bewusstsein gegenüber Flüchtlingen in der Arbeitswelt wandelt. Dass Integration bei der Firma sehr erfolgreich ist, bestätigt auch, dass ein Azubi mit türkischem Migrationshintergrund dieses Jahr Innungssieger mit einem Rekordergebnis wurde.

Auch Werkstattleiter Werner Pohlmeier bewertet die Mitarbeit der Geflüchteten als äußerst positiv. Jamal Eldein Ahmed, der vor dem Bürgerkrieg aus dem Sudan geflohen ist, liefere hervorragende Arbeit und Einsatz″ ab. Laut Pohlmeier ist Ahmed voll integriert, was auch auf seine mittlerweile guten Deutschkenntnisse und das gute Arbeitsklima mit den Kollegen zurückzuführen sei.

Verbreitete Vorurteile, dass Flüchtlinge in Deutschland Arbeitsplätze wegnehmen, weiß Pfohl einfach zu entkräften: Der derzeitige Fachkräftemangel ist nur mit Auszubildenden zu kompensieren der Arbeitsmarkt ist ansonsten leer″. Durch die Arbeitsbereitschaft vieler Geflüchteter habe man nun die Chance, nötige Fachkräfte auszubilden.

Die Herkunft ist nicht entscheidend, sondern die Motivation zu arbeiten″, resümierte Geschäftsführer Zuther. Mit dieser Prämisse sei man immer gut gefahren. Denn die Anstellung von Flüchtlingen ist für die Firma Dieckmann nichts Neues. Bereits seit dem Kosovokonflikt der 1990er-Jahre blickt das Handwerksunternehmen auf eine erfolgreiche Geschichte von Flüchtlingsintegration zurück. Die Geflüchteten aus dem Kosovo zählen heute zu unseren zuverlässigsten Mitarbeitern″, betont Zuther und ist überzeugt, dass es auch dieses Mal klappt.

Bildtext:
Liefern ein Beispiel für gelungene Integration (von links): Werner Pohlmeier, Jamal Eldein Ahmed und Jens-Peter Zuther bei der Firma Dieckmann.

Foto:
Egmont Seiler
Autor:
Johannes Fölling


Anfang der Liste Ende der Liste