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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Friedensappell vor dem Rathaus
 
Netzwerk der Freundschaft
Zwischenüberschrift:
Weltfriedenstreffen endet in Osnabrück mit Lob und Friedensappell
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Zum Abschluss des dreitägigen Weltfriedenstreffens haben die Teilnehmer am Dienstagabend einen Friedensappell vor dem Rathaus verabschiedet. Darin verpflichteten sich die Unterzeichner, neue Wege des Friedens″ zu eröffnen. Zu der Abschlussveranstaltung kamen Vertreter verschiedener Religionen zusammen. Sie beteten im und rund um den Dom und entzündeten am Ende Friedenslichter. Osnabrücker Bürger konnten die Veranstaltung über mehrere Leinwände rund um Markt und Dom verfolgen. Die Veranstalter zeigten sich zufrieden.

Strahlende Gesichter und viel Lob: Nach drei Tagen endete das Weltfriedenstreffen der christlichen Gemeinschaft Sant′Egidio und der Bistümer Münster und Osnabrück am Dienstagabend mit einem Friedensappell.

Osnabrück. Pünktlich zu den Gebeten klarte es auf. Zum Abschluss des Weltfriedenstreffens am Dienstag in Osnabrück wichen Gewitter und Regen strahlendem Sonnenschein. Aus dem Dom strömte Weihrauch. Weil alle Sitzplätze belegt waren, standen sogar noch im Eingangsbereich Dutzende Menschen, die mitsangen und Wortbeiträge von Vertretern unterschiedlicher Religionen hörten.

Am Morgen hatten bereits mehrere Tausend Teilnehmer Podiumsveranstaltungen in Münster besucht. In Osnabrück starteten parallel Schüler aus der Region und Gäste von Sant′Egidio mit einem Jugendforum an der Universität Osnabrück. Auch Berufsschüler aus Meppen nahmen teil. Interessanter als erwartet″, kommentierte der 20-jährige Lars Wessels. Und ein riesiger Aufwand hier in der Stadt.″ Schade, dass zwischendurch nicht so viel geboten wurde wie in Münster″, ergänzte Sozialpädagogin Petra Horn. Aber ich finde die Veranstaltung grundsätzlich total klasse. Es geht um eine große Vision. Nur so ist Frieden machbar. Man muss mit kleinen Schritten anfangen.″

Auch Klaus Reder, Vorsitzender der Gemeinschaft Sant′Egidio in Deutschland, zog ein positives Fazit: Die beiden Städte haben sich von ihren besten Seiten gezeigt.″ Bei gemeinsamen Essen seien die Teilnehmer ins Gespräch gekommen und hätten etwa über die Integration von Flüchtlingen intensiv diskutiert.

An den Gebeten der Religionsgemeinschaften am Nachmittag nahmen auch Bürger teil. Ein sehr schöner Gottesdienst″, lobte Marianne Reiners das Gebet der Buddhisten. Die Osnabrückerin unterhielt sich anschließend mit den Geistlichen und informierte sich über unterschiedliche buddhistische Strömungen. Das Treffen hält sie für wichtig: Der Friede ist weltweit bedroht. Die Menschen beben vor Angst.″ Nach den Gebeten zogen die Geistlichen gemeinsam zum Rathaus, wo laut Veranstalter rund 3000 Zuschauer warteten. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode erklärte dort einmal mehr den Sinn des Treffens: Die Begegnungen der vergangenen Tage zeigen unübersehbar die positive Kraft der Religionen für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen″. Ein solches Treffen sei niemals vergeblich, denn hier werden Netzwerke der Freundschaft geknüpft″.

Der Gründer der Gemeinschaft Sant′Egidio, Andrea Riccardi, ergänzte: Zu viele Menschen leiden. Wir müssen neue Wege des Friedens finden.″ Im Gebet könne der Gläubige erkennen, dass Friede nicht unmöglich sei. Die Freundschaft unter den Religionen ist keine Rhetorik. Das haben wir erlebt.″ Zu Filmmusik von Ennio Morricone entzündeten die Religionsvertreter schließlich gemeinsam Kerzen und unterschrieben den Friedensappell unter dem Applaus der Gäste. Darin verpflichteten sich die Unterzeichner, neue Wege des Friedens″ zu eröffnen. Im Respekt vor der Verschiedenheit muss durch einen dauerhaften Dialog eine spirituelle Einigung verwirklicht und aufgebaut werden″, heißt es in dem Dokument. Zum Friedensgruß umarmten sich dann nicht nur die Teilnehmer auf der Bühne, sondern auch die Gäste auf dem Platz vor dem Rathaus. Jubel brach aus, als der Moderator den Ort des nächsten Weltfriedenstreffens im Jahr 2018 verkündete: Bologna.

Bildtext:
Gemeinsamer Friedensappell: Am Ende der Veranstaltung unterzeichneten die Teilnehmer eine Erklärung, in der sie sich verpflichten, neue Wege des Friedens″ zu eröffnen.

Bischof Franz-Josef Bode schwärmte von dem in Osnabrück geknüpften Netzwerk der Freundschaft″.

Fotos:
Michael Gründel

Kommentar:

Was bleibt

Ein Impuls für den Weltfrieden sollte vom Treffen der katholischen Gemeinschaft Sant′Egidio ausgehen. Was bleibt? In Münster wurde vielfach kritisiert, bei der Gemeinschaft Sant′Egidio handele es sich um einen elitären italienischen Club, der sein Jahrestreffen eben dieses Mal in die Friedensstädte verlegt habe. In Osnabrück fragten noch am Dienstag viele, was es mit diesem Weltfriedenstreffen überhaupt auf sich habe.

Hinter den Kulissen wurde deutlich: Die häufig sehr kurzfristige Organisation der Gemeinschaft verlangte den beiden Bistümern viel ab. Das viel beschworene Netzwerk des Friedens wurde zunächst vor allem hinter verschlossenen Türen gestaltet. Mit dem Geist eines Katholiken- oder Kirchentages hatte das wenig zu tun. Der Bürger blieb draußen.

In Osnabrück wandelte sich das, wenn auch spät. Am Abend prangte im Herzen der Stadt, vor dem Rathaus des Westfälischen Friedens, weithin sichtbar die Friedenstaube. Vertreter aller Weltreligionen zogen demonstrativ gemeinsam zum Ort der Abschlusskundgebung und unterzeichneten den gemeinsamen Friedensappell. In einer Zeit, in der Konfliktlinien wieder einmal parallel zu Religionsgrenzen verlaufen, machte das Treffen ganz am Ende deutlich, wie ein religionsübergreifender Einsatz für den Frieden aussehen kann.
Autor:
swi


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