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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Die Innenstadt muss in die Werkstatt
Zwischenüberschrift:
Stadt lädt Bürger ein, am Masterplan für die City mitzuarbeiten
Artikel:
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Originaltext:
Bürger, an die Arbeit: Die Stadt ruft Menschen aus der Stadt und dem Umland dazu auf, sich in die Planungen für die Osnabrücker Innenstadt einzumischen. In einer Bürgerwerkstatt am Freitag, 27. Oktober, werden Ideen gesammelt, die in einen Masterplan Innenstadt″ münden sollen. Die Kosten: 75 000 Euro.

Osnabrück. Die Politik will die Entwicklung der Innenstadt nicht dem Zufall überlassen. Deshalb hatte der Rat schon 2011 in Zusammenhang mit dem Beschluss zum Bau des Einkaufszentrums am Neumarkt der Verwaltung den Auftrag gegeben, eine strategische Planung für die Entwicklung der gesamten Innenstadt in Angriff zu nehmen. Der Blick sollte nicht nur auf Neumarkt und Fußgängerzone gerichtet sein. Das Projekt ruhte jahrelang, weil im Rathaus das Personal zur Umsetzung fehlte.

Außerhalb des Wallrings

Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Am Freitag, 27. Oktober, von 13 bis 18 Uhr sind alle Interessierten zu einer Bürgerwerkstatt″ in die Dominikanerkirche eingeladen, um Ideen und Konzepte zu Papier zu bringen. Wir sagen bewusst Werkstatt, weil die Teilnehmer wirklich arbeiten sollen″, sagte Stadtbaurat Frank Otte bei der Vorstellung des Planungsprozesses am Montag. Die Bürger seien die eigentlichen Experten″ der Stadtgestaltung, so Otte. Und in vielen Planungsprozessen in der Stadt habe es sich bewährt, diesen Sachverstand abzurufen.

Osnabrück verfüge bereits über zahlreiche Konzepte und Pläne, sagte Otte. Es gibt aber kein Gesamtkonzept.″ Außerdem fehle allen bisherigen städtebaulichen Planungen der Blick über den Tellerrand″. Der Tellerrand ist in diesem Fall der Wallring. Die Bürgerwerkstatt soll daher auch über den Wall hinaus in die angrenzenden Stadtteile schauen, dortige Entwicklungspotenziale und Verflechtungen zum engeren Kreis der City identifizieren.

Moderiert wird die Bürgerplanung vom Planungsbüro Machleidt aus Berlin. Helma Pötter vom Fachbereich Städtebau hofft auf mindestens 60 bis 80 Teilnehmer. Aus organisatorischen Gründen bittet die Stadt um vorige Anmeldung übers Internet. In Arbeitsgruppen sollen drei bis vier Schwerpunktenthemen bearbeitet werden, wobei die Teilnehmer auch diese Schwerpunkte selbst bestimmen. Stadtbaurat Frank Otte kann sich schon Kernthemen vorstellen, die sich vermutlich herauskristallisieren werden: Verkehr und Wohnen zum Beispiel″. Kein Schwerpunkt wird nach seinen Worten der Neumarkt sein, denn dafür liegen Beschlüsse des Rates vor wie über den Bau des Einkaufszentrums, zur Autofreiheit und zur Gestaltung des Platzes. Ich kann mir nur vorstellen, dass da an Details weitergearbeitet wird, aber nicht an den großen Linien.″

Experten und Laien

In einem ersten Schritt werden an diesem Mittwoch Experten und Interessenvertreter aus Handel, Wirtschaft, Verkehr und Umwelt angehört. Die Ergebnisse der Expertenanhörung und der Bürgerwerkstatt sollen im November dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vorstellt werden. Denkbar sei, daran eine weitere Bürgerbeteiligung anzuschließen, sagte Helma Pötter vom Fachbereich Städtebau, die den Planungsprozess steuert. Das hängt davon ab, wie weit wir dann sind.″ Die Kosten des Beteiligungsverfahrens beziffert sie auf 75 000 Euro. Das ist sehr günstig″, betonte sie. Der Rat hat im Haushalt insgesamt 100 000 Euro für die Erstellung eines Masterplans Innenstadt eingestellt.

Einzelhandel und Wirtschaft unterstützen die Bemühungen der Stadt, zu einer zielgerichteten Gesamtplanung zu kommen, die über das Abarbeiten einzelner Großprojekte hinausgeht. Im vergangenen Jahr hatte der Inhaber des Modehauses L+ T, Mark Rauschen, die Gründung eines Rundes Tisches zur Innenstadtentwicklung angeregt.

Onlinebefragung

Erste Impulse für den Planungsprozess erhofft sich die Stadt aus einer Onlinebefragung, die am Donnerstag scharf geschaltet wird. Sie ist auf der Homepage der Stadt zu finden (www.osnabrueck.de). Die erste Frage lautet: Nennen Sie ein Wort, mit dem Sie die Innenstadt von Osnabrück beschreiben würden.″ Gefragt wird außerdem nach den Plätzen mit der höchsten und geringsten Aufenthaltsqualität und nach Orten mit den größten Entwicklungspotenzialen. Helma Pötter: Vielleicht werden wir auf Dinge aufmerksam, die wir bisher noch gar nicht bemerkt haben.″

Bürgerwerkstatt:

Freitag, 27. 10., 13 bis 18 Uhr, Dominikanerkirche, Hasemauer 1. Anmeldung: osnabrueck.de.

Foto:
David Ebener; (Montage: Sascha Nabrotzky)

Kommentar:

Schwarmintelligenz

Schon wieder ein Masterplan. Schon wieder eine hohe fünfstellige Summe für ein Konzept, von dem niemand weiß, welchen Nutzen es am Ende haben wird. Wir haben doch schon reichlich Gutachten und Masterpläne den Leitplan für die Innenstadt, das Städte- und Märktekonzept, das Bürgergutachten zum Neumarkt, den Masterplan Verkehr, das Cima-Gutachten über die Folgen des Einkaufszentrums, den Rahmenplan Rosenplatz, das Programm Soziale Stadt für den Schinkel. Die Liste ließe sich fortsetzen. Genügt das nicht?

Nein. Denn dies ist der erste Planungsprozess, der den Blick auf die ganze Innenstadt mit den angrenzenden Quartieren außerhalb des Walls richtet und der dabei die Schwarmintelligenz nutzt. Die Bürgerbeteiligung bietet die Chance, die intimen Kenntnisse der Menschen zu sammeln, diese mit dem Wissen der Experten abzugleichen, gegen die Interessen der Lobbyisten abzuwägen, von Außenstehenden beurteilen zu lassen und den Politikern als Auftrag an die Hand zu geben.

Der Erfolg hängt allerdings ganz wesentlich davon ab, ob Bürger bereit sich, sich einzubringen und unentgeltlich in die Arbeit zu knien. Also: mitmachen!
Autor:
Wilfried Hinrichs


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