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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Umstellung auf G9 kostet Millionen
Zwischenüberschrift:
Neue Räume an drei Gymnasien
Artikel:
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Originaltext:
2004 wurde das Turboabi eingeführt, 2015 wieder abgeschafft mit weitreichenden Konsequenzen: An drei Osnabrücker Gymnasien wird es durch den zusätzlichen Jahrgang zu eng. Es muss angebaut werden. Die Verwaltung rechnet mit Kosten von insgesamt 7, 55 Millionen Euro.

Osnabrück. Vor nunmehr gut zwei Jahren hat die niedersächsische Landesregierung beschlossen, das Turboabi nach acht Jahren abzuschaffen und die Schüler wieder für neun Jahre auf die Gymnasien zu schicken. Schon seinerzeit warnten Osnabrücks Schulleiter vor einer zu erwartenden Raumnot durch den zum Schuljahr 2020/ 21 in die Gymnasien drängenden zusätzlichen Jahrgang. Zwar hatte die Umstellung auf G8 durch die damalige von CDU und FDP geführte Landesregierung, Raumkapazitäten freigesetzt, der Effekt war aber schnell dadurch aufgebraucht, dass endlich Containerklassen abgebaut, dringend benötigte Fachräume und Mensen geschaffen werden konnten.

Die Rolle rückwärts durch Rot-Grün im Gymnasialbereich hat nun das alte Gymnasialsystem wieder installiert, die alten Räume aber stehen nicht mehr zur Verfügung. Sie werden mittlerweile für den Ganztag oder auch für geänderte pädagogische Anforderungen benötigt.

So war denn auch bereits 2015 schnell klar, dass die Kommunen und damit auch die Stadt Osnabrück erhebliche Beträge würden investieren müssen, um den absehbaren eklatanten Mangel an Unterrichtsräumen auszugleichen.

7, 55 Millionen Euro

Die damalige Schuldezernentin Rita Maria Rzyski hatte in einer ersten Schätzung von etwa 4 bis 4, 5 Millionen Euro gesprochen, die für den Ausbau der Gymnasien aufzubringen seien. Das Investitionsprogramm des Eigenbetriebs Immobilien und Gebäudemanagement wird jetzt zwei Jahre später konkreter und weist einen Gesamtausgabebedarf in Höhe von 7, 55 Millionen Euro aus. Die Summe verteilt sich in den Jahren 2018 bis 2020 auf drei Osnabrücker Gymnasien: In den Neubau eines Klassentraktes G8/ G9 am Ratsgymnasium fließen 3, 5 Millionen Euro; 2, 5 Millionen werden für das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium benötigt, und das Gymnasium In der Wüste″ bekommt für den Umbau G8/ G9 1, 55 Millionen Euro.

Vorausgegangen sind dieser Kostenermittlung Gespräche, die die Schulverwaltung gemeinsam mit dem Eigenbetrieb Immobilien mit den Schulleitern der insgesamt fünf städtischen Gymnasien geführt hat. Dabei hat sich laut einer Verwaltungsantwort auf eine Anfrage der CDU-Ratsfraktion ergeben, dass Carolinum und Graf-Stauffenberg-Gymnasium keinen Bedarf für eine Erweiterung haben. Hier kann nach Erkenntnissen der Verwaltung der Wechsel von G8 zu G9 mit dem vorhandenen Bestand realisiert werden.

Raumkonzepte und Studien zur Umsetzung der benötigten zusätzlichen Klassenräume sind für jeden Standort erarbeitet″, teilt die Verwaltung mit. Spätestens im Dezember müssen die Weichen für die anstehenden Bauvorhaben in den zuständigen Ausschüssen und im Rat gestellt werden, sollen die Bauten nach den Sommerferien 2020 fertiggestellt sein. Konkret heißt das, die Planungen müssen im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein, um im Sommer desselben Jahres die Ausschreibungen auf den Weg bringen zu können. Bei einer Bauzeit von 18 Monaten geht die Verwaltung von einem Baubeginn im Januar 2019 aus.

Bildtext:
Auch am Gymnasium In der Wüste″ herrscht angesichts des Wechsels auf G9 Raumnot.

Osnabrück: Das Ratsgymnasium (verschiedene Ansichten).

Schulzentrum Sonnenhügel in der Knollstraße Osnabrück. Ansässige Schulen: Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Wittekind-Realschule, Felix-Nussbaum-Schule und Anne-Frank-Schule.

Foto:
David Ebener, Jörn Martens, Michael Gründel

Kommentar:

Probleme noch nicht gelöst

So. Nun ist zumindest schon mal der Bedarf der Osnabrücker Gymnasien für die Umstellung von G8 auf G9 ermittelt. 7, 5 Millionen Euro soll die Rolle rückwärts in der Schulpolitik die Stadt kosten.

Schön wäre es ja, wenn mit dem einen oder anderen Anbau die Kuh endgültig vom Eis wäre. Dem aber ist nicht so, denn die Stadt hat sich vorgenommen, ihre Schullandschaft auf den Prüfstand zu stellen und vor allem den Bereich der Sekundarstufe I einer genauen Betrachtung zu unterziehen. Das wiederum geht nicht, ohne die Gymnasien in die Überlegungen einzubinden.

Mittlerweile drängt die Zeit. Jetzt rächt sich der lange Planungsstillstand in der Schulverwaltung nach dem Weggang Rita Maria Rzyskis. Zwar war das Schuldezernat in der Zeit der Vorstandsvakanz dem Oberbürgermeister zugeordnet, eine signifikante Weiterentwicklung hat es aber in diesen etwa 15 Monaten nicht gegeben. Rzyski-Nachfolger Wolfgang Beckermann drückt jetzt aufs Gas, die verlorene Zeit aufzuholen wird aber kaum möglich sein. Dazu müsste sich die Politik auch endlich mal zu Beschlüssen durchringen. Aber da ist noch nichts in Sicht.
Autor:
Dietmar Kröger


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