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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Lieblingsmahlzeit für die Tiere
Zwischenüberschrift:
Zoo Osnabrück baut das Futter auf eigenen Flächen an
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Giraffen machen lange Hälse. Sie schnuppern den Duft ihrer Lieblingsmahlzeit: Heute gibt es Buchenäste mit frischem Blattwerk. Geschmacklich werden sie nur von Weidenästen übertroffen. Aber auch Ahorn und Eiche stehen auf dem Speiseplan zumindest in der Vegetationsperiode.

Osnabrück. Der Osnabrücker Zoo hat viele Leckermäuler, die versorgt werden müssen von Einheitsfutter keine Spur. Die Giraffen reißen mit ihrer langen Zunge das frische Blattwerk vom Ast und tun sich gütlich an der Rinde, die sie genüsslich abknabbern. Kudus, eine Antilopenart aus der afrikanischen Steppe, benötigt nährstoffreiche Kost, wie sie in den eiweißhaltigen Leguminosen enthalten ist. Luzerne ist eine dieser Pflanzen, die der Zoo auf einer eigenen Ackerfläche anbaut. Heu aus Luzerne mögen auch die Giraffen. Eckhard Krabbe (52) ist der Leiter der landwirtschaftlichen Abteilung des Osnabrücker Zoos. Seit 24 Jahren ist der gelernte Landwirt im Betrieb am Schölerberg tätig. Er sorgt mit dem Selbstanbau für den Futternachschub der Tiere. Dazu gehört Wiesenheu als frisches Futter, das auch in Ballen zu Heulage siliert wird. Heulage in Ballen ist ein ideales Futterdepot in der vegetationsarmen Zeit.

Das Wiesenheu für die Zootiere wird vom eigenen Grünland zur Heulage in Ballen gepresst, eine Silageform, die dem Verdauungssystem der Wiederkäuer sehr entgegenkommt. Insgesamt bewirtschaftet der Zoo etwa zehn Hektar, um den Futterbedarf zu decken. In manchen Jahren reicht das nicht aus. Dann werden Raufutter und Stroh für die Einstreu von lokalen Landwirten zugekauft. Der Jahresbedarf liegt bei 80 Tonnen Raufutter und 60 Tonnen Stroh.

Zwei- bis dreimal im Jahr kann Krabbe mit seinem Team auf dem Grünland des Zoos mähen. Manche Tiere mögen den frischen grünen Schnitt, Elefanten und Nashörner bevorzugen eher grobes und strohähnliches Futter. Zoo-Inspektor Hans-Jürgen Schröder (63) spricht von karger Kost″, die die Dickhäuter in sich hineinstopfen. Der Fachmann nennt das Raufutter. Elefanten und Nashörner unterscheiden sich darin von anderen Großtieren wie etwa Rotbüffeln, die zu den Konzentratselektierern″ gehören, wie Experte Hans-Jürgen Schröder erklärt. Rund 40 Prozent aller Wiederkäuer zählen zu dieser Gruppe. Ihre Nahrung ist arm an Pflanzenfasern und Zellulose. In Blättern, Blüten, Kräutern, Trieben, Knospen, Eicheln und Früchten finden sie leicht verdauliche Nährstoffe wie Eiweiß, Zucker und Stärke.

Nur ein Drittel der Ackerfläche von einem Hektar ist für die Luzerne reserviert, die früher auch als Königin der Futterpflanzen bezeichnet wurde. Das reicht für den Bedarf von Mai bis September. Besonders wertvoll für die Zootiere sind die Blätter der Pflanze. Meist steht sie frisch gemäht auf dem Speiseplan. Im Winter kommt das Luzernefutter zu Heu gepresst aus Südfrankreich oder Spanien. Rund 60 Tonnen werden importiert.

Viele Tierarten sind Liebhaber von Futterholz. Das ist der Sammelbegriff für Äste und Zweige mit Laub und Früchten. Frisch geschnittene Zweige ernten Zoomitarbeiter an ausgesuchten Stellen. Um den Leckerlis der Tiere aus der angestammten Heimat nahezukommen, werden Laubgehölze ausgesucht, die den Tieren ganz offensichtlich gut munden. Zoo-Inspektor Schröder: Bei diesem Angebot wäre es Blödsinn, Blätter von Schirmakazien zu importieren″.

Elefanten schaufeln sich auch im Winter durchaus fingerdicke Äste zwischen die Zähne, die wie ein Mahlwerk alles zermalmen. Das Zooteam achtet sehr darauf, den Tieren nur Futter anzubieten, das für sie zum Verzehr geeignet ist. Taxus, Ilex, Rhododendren und auch Kirschlorbeer gehören nicht dazu, sie sind für viele Zootiere nicht nur ungenießbar, sondern auch giftig. Und auch Holunder, von vielen Menschen wegen der positiven Wirkung von Frucht und Blüte sehr geschätzt, kann die Tiere nicht reizen. Sie machen einen großen Bogen um jeden Holunderstrauch.

Bildtext:
Für gut gefüllte Futterscheunen sorgen Zoo-Inspektor Hans-Jürgen Schröder (l.) und Eckhard Krabbe, Leiter der landwirtschaftlichen Abteilung des Osnabrücker Zoo.

Foto:
Harald Preuin
Autor:
Harald Preuin


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