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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wer kümmert sich in Nahne um die Kinder?
Zwischenüberschrift:
Bürgerforum: Diskussion um ein fehlendes Ganztagskonzept für die Franz-Hecker-Schule
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wohin mit dem Kind, wenn beide Eltern arbeiten? Nahner vermissen weiterhin ein Ganztagsangebot an der Grundschule. Darüber und über viele andere Themen diskutierte das Bürgerforum für den Stadtteil.

Osnabrück. Wie lassen sich Familie und Beruf vereinbaren? Diese Frage bedrängt viele junge Eltern etwa in einer neuen Siedlung in Nahne. Die Antwort ist für sie klar: Eine Ganztagsschule würde es beiden Elternteilen ermöglichen, einer Arbeit nachzugehen. Doch: Viele Schulen etwa die Franz-Hecker-Grundschule sind noch nicht so weit. Und die Stadt geht ihr eigenes Tempo: Pro Jahr will sie demnach eine Umgestaltung zur Ganztagsschule stemmen. Derzeit laufen sechs Anträge. Die Nahner Grundschule ist noch nicht dabei.

Das muss schneller gehen, findet Jörg Tiemann, einer der jungen Väter aus dem Stadtteil: Wir hatten in den letzten und haben vor allen Dingen in den kommenden Jahren geburtenstarke Jahrgänge, die in Nahne zur Grundschule kommen. Dieses sollte längstens der Verwaltung, Politik und der Schule bekannt sein.″ Die Situation sei für viele Familien, in denen aus finanziellen oder anderen Gründen beide Elternteile arbeiten müssten, sehr schwierig zu handeln, speziell wenn man in den Jahren zuvor bis 16 Uhr gute Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder in der Kita hatte″. Was tun? CDU-Ratsherr Fritz Brickwedde, der das Bürgerforum leitete, stellte fest: Wir sehen, dass das Tempo zu langsam ist.″ Doch für die Stadt seien damit hohe Kosten verbunden, etwa für den Bau einer dazugehörigen Mensa: Wir machen dann alles gleich perfekt. Wir sollten überlegen, ob wir eine Ganztagsschule mit weniger Aufwand betreiben könnten.″ Wie Lehrerinnen der Franz-Hecker-Schule berichteten, arbeiten sie und ihre Kolleginnen an einem Konzept für die Ganztagsbetreuung was sich jedoch als kompliziert erweise. Es bestünden organisatorische Probleme, Vorschriften müssten eingehalten werden, die Ausstattung mit Personal sei nicht geklärt, und die Lehrer hätten den Anspruch, die Kinder nicht allein aufzubewahren.

Jutta Schmitz ist eine der jungen Mütter. Sie hat sich bereits im vergangenen Jahr über Möglichkeiten für eine private Initiative zur Betreuung von Kindern erkundigt und ihr Engagement dafür aufgegeben: Die Auflagen zu erfüllen wäre so aufwendig, dass ihr keine Zeit mehr für eine Berufstätigkeit geblieben wäre. Sie appellierte an die Stadt, für die Eltern aktiv zu werden.

Der Zustand der Turnhalle der Franz-Hecker-Schule strapaziert die Geduld der Nahner ebenfalls. Während der Sommerferien hatte sich erneut Schimmel gebildet. Die Stadt will etwas unternehmen, aber erst sind andere Turnhallen dran. Zunächst erhält das Graf-Stauffenberg-Gymnasium eine neue Turnhalle, dann folgen Sanierungen oder Neubauten für die Hallen am Rosenplatz und an der Diesterwegschule. Manche Nahner fürchten nun, dass etwas dazwischenkommen könnte und es dann wieder länger dauern könnte. Wie Brickwedde erläuterte, befindet sich die Stadt tatsächlich manchmal in einer Feuerwehrsituation″, aber insgesamt würden Schul- und Hallensanierungen künftig eine herausragende Rolle″ spielen.

Die geplante Höchstspannungsleitung treibt die Nahner weiter um. Annegret Gutendorf vom Nahner Bürgerverein wies auf ein Forschungsprogramm des Bundesamtes für Strahlenschutz hin. Dabei geht es vorrangig um Leukämie bei Kindern, Alzheimer und neurologische Krankheitsbilder. Informationen stünden im Internet auf www.bfs.de bereit. Das Amt wünsche sich außerdem eine rege Beteiligung, die bis Freitag, 15. September, möglich sei.

Zu viel Verkehr in den Wohngebieten? Der Nahner Bürgerverein bemängelt, dass viele Autofahrer durch die Siedlung zu den Verbrauchermärkten am Wulfter Turm fahren und auf der Straße Wiesental zu schnell unterwegs sind. Anwohner wünschen sich ein Display, auf dem Autofahrer ihre Geschwindigkeit am Straßenrand ablesen können je nachdem mit einer Mahnung oder einem Dank. Stadtbaurat Frank Otte berichtete, der Ausschuss für Stadtentwicklung habe sich mit dem Durchgangsverkehr beschäftigt und festgestellt, dass die Verkehrsmengen″ der Statistik nach gering gewesen seien. Daher solle nichts unternommen werden. Jedoch werde der Verkehr auf der Straße Wiesental dann neu erhoben, sobald der Paradiesweg fertiggestellt sei voraussichtlich Mitte 2019.

Die Idee eines Bürgers: Wie wäre es mit Anlieger frei″-Schildern? Stadtbaurat Otte glaubt nicht an die Wirkung solcher Schilder: Manche bezeichnen die Straßen dann als für Anlüger frei′.″ Um den Verkehr rund um den Nahner Kirchplatz zu beruhigen, empfiehlt eine Anwohnerin Berliner Kissen″ wie auf einigen Straßen am Westerberg. Brickwedde zeigt sich skeptisch: Die Meinungen sind geteilt.″ Als Nachteile sieht er das Bremsen, das Drumherumfahren und das Gasgeben″.

Ob die Geschäfte am Wulfter Turm künftig doch mehr Autos anlocken? Die Stadt jedenfalls wird einen Bebauungsplan aufstellen, denn Aldi will offenbar in ein neues Gebäude umziehen, und ein Drogeriemarkt will in das alte Aldi-Gebäude einziehen. Der Plan liegt bis Freitag, 29. September, in der Dominikanerkirche aus.

Bildtexte:
Eltern fordern ein Ganztagsangebot in der Franz-Hecker-Grundschule in Nahne.

Foto:
Archiv/ Gert Westdörp
Autor:
Jann Weber


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