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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zigtausende Lehrer im Streik
Zwischenüberschrift:
Stauffenberg-Schüler erlaufen 15 000 Euro für Bildung in Peru
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Zigtausende Lehrer protestieren derzeit auf den Straßen in Peru für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. So beschreiben es die Peruanerinnen Daniela Cleofé Pilco Carpio und ihre Tochter Madú Hasekamp den Schülern der 9. Klasse des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums in Osnabrück. Mit ihrem Verein Monsun setzen sie sich für eine bessere Bildung in dem südamerikanischen Land ein. Die Schule überreichte den beiden jetzt einen Scheck über 15 771 Euro, den Erlös aus einem Sponsorenlauf.

Pilco Carpio begrüßte die Schüler auf Spanisch. Die Peruanerin war aus Südamerika angereist als Botschafterin der Kinder aus der Partnerschule aus Rivera Collata, einem Dorf in Peru. Ihre Tochter Madú gründete 2005 zusammen mit ihrem Mann Jens Hasekamp zunächst eine private Initiative, die 2010 als eingetragener Verein Monsun auf eine rechtliche Basis gestellt wurde. Die Motivation für das Engagement entstand vor zwölf Jahren aus einer Schulpartnerschaft zwischen dem Graf-Stauffenberg-Gymnasium in Osnabrück und dem Mädchengymnasium Santa Rosa in Puno in Peru. Die damalige peruanische Schülerin Madú und der Osnabrücker Schüler Jens Hasekamp lernten sich hier kennen und wirkten an der Partnerschaft der Schulen mit. (Weiterlesen: Graf-Stauffenberg-Gymnasium unterstützt südamerikanische Schule)

Seit vier Jahren unterstützt die Initiative die Schule in Rivera Collata. Pilco Carpio und Hasekamp informierten die Neuntklässler des Gymnasiums, die sich schon vergangenes Jahr an ihren Projekttagen mit dem Thema Peru und dem Solidaritätsprojekt beschäftigt haben, über die schlechten Bedingungen in den Schulen und über die politische Situation in Peru. Monsun setzt sich hier vor allem für die Bildung ein. Obwohl Kinderarbeit auch in Peru verboten ist, müssen viele Kinder schon im Vorschulalter arbeiten . Die Initiative um Pilco Carpio und die Hasekamps hilft den Familien, die Schule als eine motivierende und sichere Umgebung zum Lernen, Spielen und Bewegen anzusehen. Der Verein half dabei, die Schulküche zu sanieren und eine dauerhafte Versorgung zu gewährleisten. Sie bauten einen neuen Spielplatz, finanzierten Material und Schulkleidung und richteten die Schule mit neuen Möbeln ein. Mit Projekttagen werden die Kinder auch über Ernährung und Sauberkeit aufgeklärt.

Politische Situation

Im vergangenen Jahr wurde in Peru eine neue Regierung gewählt. Die Politiker haben den Menschen alles versprochen. Die Lehrer sollten höheren Arbeitslohn und bessere Arbeitsverhältnisse bekommen. Aber nachdem sie gewählt wurden, haben sie nichts davon umgesetzt″, sagt Madú Hasekamp. Seit dem 12. Juli gehen die Lehrer täglich auf die Straße und streiken gegen die schlechten Bedingungen. Lehrer, aber auch Schüler mit ihren Eltern wanderten in die Hauptstadt Lima, um Aufmerksamkeit von dem Präsidenten zu bekommen. Fast 600 000 Menschen seien in diesen Tagen vor dem Regierungsgebäude und schliefen auf der Straße, so Hasekamp. Die Regierung wolle eine Debatte über die Privatisierung von Bildung. Sie drohe den Lehrern, dass sie entlassen würden, weil sie durch die Proteste in den Schulen fehlten. Es solle ebenfalls kein Gehalt mehr geben.

Eine Lehrkraft in Peru bekommt im Monat 900 peruanische Soles, das sind umgerechnet 180 Euro. Wir möchten vor Ort helfen. Deswegen planen wir, Lehramtsstudenten privat zu engagieren, damit diese während der noch laufenden Proteste die Kinder unterrichten können.″ Monsun will extra eine Halle etwas außerhalb von Rivera Collata anmieten, damit der Unterricht sicher weitergehen kann.

Alle drei Jahre wird am Graf-Stauffenberg-Gymnasium ein Sponsorenlauf veranstaltet. Das am Ende zusammengekommene Geld wird aufgeteilt. 20 Prozent gehen hierbei an die Schule, der Rest wird seit 20 Jahren an die Partnerschulen in Peru gespendet. Wir sind stolz, den Betrag über 15 771 Euro an den Monsun e. V. zu übergeben″, sagt Lehrer Hubert Hoffmann.

Bildtext:
Koordinator des Globalen Lernens″ des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums in Osnabrück, Hubert Hoffmann, überreichte der Peruanerin Daniela Cleofé Pilco Carpio (Mitte) und ihrer Tochter Madú Hasekamp (links) eine Spende für den Verein Monsun. Mutter und Tochter klärten die Schüler über die Situation der Kinder in Peru auf.

Foto:
Katja Steinkamp
Autor:
kast


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