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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mit fünf Mark und tausend Ideen hat alles begonnen
Zwischenüberschrift:
Afghanischer Frauenverein feiert 25-jähriges Bestehen – Jubiläumsgala am 30. September in der Lagerhalle
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Mit fünf Mark auf dem Konto und 1000 Ideen im Kopf habe der Afghanische Frauenverein vor 25 Jahren seine Arbeit aufgenommen, erzählt dessen Vorsitzende Nadia Nashir. In diesem Vierteljahrhundert hat der Verein 100 000 Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser verschafft, 11 000 Kindern eine Schulbildung ermöglicht und 450 000 Menschen mit Nahrung versorgt. Am Samstag, 30. September, sollen diese Zahlen aber Nebensache sein. Dann wird das Jubiläum mit einer Gala in der Lagerhalle gefeiert.

Nadia Nashir ist 1975 aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. Zusammen mit 13 Frauen aus ganz Deutschland hat sie 1992 festgestellt, dass sie etwas für ihr Geburtsland tun muss. Uns ging es hier gut. Wir wollten unseren Landsleuten helfen″, erinnert sie sich. Gründungsort war Bonn. Eingetragen war der Verein aber immer in Osnabrück, wo auch das Büro zu finden ist.

Zehn Jahre lang war Roger Willemsen der Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins. Nach einer Lesung aus seinem Afghanistan-Buch in Neuwied habe die Kassenwärtin Rona Youssof-Mansury den im Februar 2016 verstorbenen Schriftsteller und Moderator einfach gefragt, ob er die Aufgabe übernehmen wolle, erzählt Nadia Nashir. Er hat, ohne zu zögern, und mit großer Freude gesagt, es sei ihm eine Ehre.″ Willemsen bleibt weiter Schirmherr. Eine Freundin von ihm, Katja Riemann, wird bei der Gala per Videobotschaft ein Grußwort schicken. Des Weiteren gibt es Musik des afghanischen Percussionisten Hakim Kudin, und Schüler des Carolinums lesen Texte von Willemsen.

Die Arbeit des Afghanischen Frauenvereins ist vielfältig. Sie beginnt bei Grundbedürfnissen wie sauberem Wasser. So sind mittlerweile zahlreiche Brunnen gebaut worden. Der Verein setzt vor allem auf die Bildung. Etliche Mädchen haben durch ihn eine Schulbildung erhalten. Sie sind zum Teil kilometerweit durch gefährliche und unwegsame Gebiete gelaufen, um zur Schule zu gehen. Das neueste Projekt des Vereins soll 14 Mädchen ein Hochschulstudium ermöglichen.

Die nachhaltigen Effekte dieser Arbeit sind seit einiger Zeit sichtbar. Junge Frauen ernähren ihre Familien und bringen ihnen Lesen und Schreiben bei. Sie verdienen sich Respekt und Geld, das sie einsetzen, um auch die männlichen Mitglieder ihrer Familien zu unterstützen. Durch den Brunnenbau konnten Krankheiten wie Malaria oder Cholera vermindert werden.

Laut einer Statistik des Vereins wurden durch seine Arbeit etwa 1, 25 Millionen Afghanen erreicht. Das sind etwa vier Prozent der Bevölkerung. Auf die Forderung mancher Politiker, Flüchtlingsursachen vor Ort zu bekämpfen, hat Nadia Nashir eine eindeutige Antwort: Man muss mehr Geld zur Verfügung stellen.″ Sie habe in dem Land von vielen Hilfsorganisationen erfahren, dass sie ihre Arbeit mangels Unterstützung einstellen mussten. Dass militärische Projekte dagegen gefördert werden, ärgert sie. Vor allem bei den jungen Menschen ist der Wille da, das Land aufzubauen″, sagt Nashir. Es gebe viele hoch qualifizierte Afghanen, die ein kostbarer Schatz seien und wie viele ihrer Landsleute eine große Sehnsucht nach Frieden hätten. Man muss aufpassen, dass sie nicht in die Kriminalität abgleiten, wenn sie keine Arbeit haben″, so die Vorsitzende.

Die Gala für geladene Gäste in der Lagerhalle beginnt am 30. September um 16.30 Uhr. Am 5. November gibt es im Theater-Foyer afghanische Musik und Texte von Roger Willemsen. Mehr Infos über den Verein gibt es im Internet unter www.afghanischer-frauenverein.de.

Bildtext:
Auf Schulbildung hat der Afghanische Frauenverein in den 25 Jahren seines Bestehens viel Wert gelegt. Das Foto zeigt die Partnerschule des Carolinums in Bojasar.

Foto:
Nadia Nashir
Autor:
tw


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