User Online: 1 | Timeout: 18:30Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Museum am Schölerberg braucht Hilfe
 
Museum braucht Millionen
Zwischenüberschrift:
Neue Dauerausstellung für den Schölerberg
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Eine 30 Jahre alte Dauerausstellung hat sich nach Meinung von Fachleuten überlebt. Die Ausstellung zum Thema Boden im Museum am Schölerberg wurde vor drei Jahrzehnten eröffnet. Ihre Zeit ist also abgelaufen.

Ein Ersatz wird teuer, mit mehreren Millionen Euro dürfte zu rechnen sein. Die Verwaltung will die Kosten ermitteln und ein Konzept erarbeiten, das als Grundlage für die Einwerbung von Drittmitteln zum Beispiel aus den Fördertöpfen der Europäischen Union dienen soll. Für Kultusdezernent Wolfgang Beckermann steht fest: Wenn wir nicht erheblich in das Gebäude und eine neue Dauerausstellung investieren, ist das Museum am Schölerberg nicht überlebensfähig.″

Wenn eine Dauerausstellung ihren Namen verdient hat, dann wohl die Bodenausstellung im Museum am Schölerberg. Vor etwa 30 Jahren wurde sie eröffnet die normale Lebensdauer einer solchen Ausstellung geben Fachleute mit etwa 10 bis 15 Jahren an. Mit anderen Worten: Auf dem Schölerberg muss dringend etwas passieren.

Osnabrück. Der Rat hat in seiner jüngsten Sitzung eine erste Weiche in Richtung Erneuerung gestellt, indem er einstimmig 50 000 Euro außerplanmäßig für eine konzeptionelle Vorstudie zur baulichen Umsetzung des Ausstellungsvorhabens freigab. Die Vorstudie soll die Grundlage für die Antragstellung zur Einwerbung der erforderlichen Drittmittel darstellen. Eine Ideenskizze nebst Kosten- und Finanzierungsprognose, auf deren Grundlage die Planung der neuen Dauerausstellung erfolgen soll, gibt es schon.

Vom Tisch ist zunächst einmal offensichtlich eine Änderung der Organisationsform des Museums. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Überlegungen gegeben, Museum und Zoo organisatorisch zusammenzufassen. Anfänglich war von einer Fusion die Rede, zuletzt schien die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft (gGmbh) schon in greifbare Nähe gerückt. Das Thema ist nun offensichtlich zurückgestellt, sei aber noch nicht komplett ad acta gelegt, so Kultusdezernent Wolfgang Beckermann im Gespräch mit unserer Redaktion. Eine Kooperation mit dem Zoo sei auch in anderen Formen denkbar. Eine Umwandlung der Organisation würde die Runderneuerung des Museums zu sehr in die Länge ziehen, ist sich Beckermann sicher. Außerdem könnten allein durch die Gründung einer gGmbH und die dadurch angestrebten Einsparungen nicht kurzfristig die Mittel generiert werden, derer es bedürfe, um das Museum zu modernisieren.

Die Zeit aber drängt. Die Dauerausstellung bedarf ganz dringend einer Erneuerung, sonst ist das Museum nicht überlebensfähig″, sagt Beckermann. Ein inhaltliches Konzept liege seit 2014 vor. Dessen Umsetzung solle nun vorrangig und unabhängig von der Organisationsform vorangetrieben werden. In ihrer Beschlussvorlage für den Rat artikuliert die Verwaltung die Hoffnung, über die landeseigene N-Bank Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für das Museum gewinnen zu können. Erste Kontakte haben gezeigt, dass sich ein Antrag noch in diesem Jahr lohnen könnte″, heißt es in dem Papier. Auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt habe bereits positive Signale gesendet, die weiter zu vertiefen seien. Und wir wollen noch weitere regionale Partner finden″, sagt Beckermann. Auch hier sei man bereits ziemlich vorangeschritten″. Konkrete Aussagen über die Kosten der Grundrenovierung wollte Beckermann nicht machen. Er betonte aber, dass der Löwenanteil durch Drittmittel finanziert werden solle.

Mit Blick auf vergleichbare Projekte in anderen Städten ist wohl davon auszugehen, dass die Projektkosten im einstelligen Millionenbereich anzusiedeln sind. Darin enthalten sein dürften dann aber auch schon Arbeiten am Gebäude wie eine energetische Sanierung.

Bildtext:
Das Museum am Schölerberg wurde in den 80er-Jahren gebaut.

Foto:
David Ebener

Kommentar:

Der Patient Museum kämpft ums Überleben

Als das Museum am Schölerberg vor 30 Jahren mit seiner Dauerausstellung zum Thema Boden an den Start ging, gab es viel Lob zu Recht. Jetzt drei Jahrzehnte später ist das Museum zu einem kurzatmigen Patienten in der Osnabrücker Kulturlandschaft geworden.

Politik und Verwaltung müssen den ganz großen Erste-Hilfe-Kasten aus dem Schrank holen. Eine Neukonzeption für einen Gesamtbetrag im einstelligen Millionenbereich ist eine teure Medizin für den siechen Patienten. Allerdings ist auch klar, dass das Museum ohne dieses hochwirksame Aufputschmittel dem Tode geweiht ist. Die Politik hat die ersten 50 000 Euro für den Überlebenskampf schon freigegeben. Weiteres Geld wird folgen müssen. Auch wenn es nicht die gesamten Kosten für eine neue Dauerausstellung sind, ein siebenstelliger Betrag ist auch bei vorsichtiger Schätzung als Eigenleistung mehr als wahrscheinlich. Die Ratsfraktionen werden nicht anders können, als Ja″ zu den Investitionen zu sagen, wollen sie das Museum nicht sterben lassen.

Abzuwarten bleibt, ob die Parteien nicht doch noch einmal die Frage nach der Gründung einer gGmbH und einer Kooperation mit dem Zoo stellen. Der hat sich in der Vergangenheit äußerst flexibel und erfolgreich bei Marketing und Sponsoring, aber vor allem auch in der Gewinnung von Fördermitteln bis auf EU-Ebene gezeigt. Der Rat könnte sich ein ähnliches Management auch für den Patienten Museum wünschen.
Autor:
dk


Anfang der Liste Ende der Liste