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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Unterricht im Wandel der Zeiten
Zwischenüberschrift:
20 Jahre Schulmuseum Osnabrück: Verein hofft auf mehr öffentliche Unterstützung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Seit 20 Jahren besteht der Verein Osnabrücker Schulmuseum. In zwei Museumsräumen finden Besucher Osnabrücker Schulgeschichte. Doch die Räume reichen nicht: Ein großer Teil der Sammlung liegt in Archiv- und Lagerräumen.

Osnabrück. Platz zum Ausstellen ist nicht da. Die Unterstützung vor allem von der Stadt fehle, findet der Verein. Ein Klassenraum, wie er im Jahre 1924 ausgesehen hat, ist einer von den zwei Räumen im Gebäude der Schule an der Rolandsmauer, die der Museumsverein nutzt. Er dient zur Veranschaulichung des Unterrichts zu dieser Zeit. Hier befinden sich hölzerne Zweierbänke, Geschichts- und Landkarten von Osnabrück, Schiefertafeln und ein Lehrertisch mit Pult. Vorgabe für die Gestaltung ist ein Erlass von 1924, der einen Bildungsauftrag formulierte. Nun sind 80 Prozent des Raumes nach diesem Auftrag gestaltet.

Kommen Schulklassen hierher, erleben sie, wie sich der Unterricht damals zugetragen hat: Nach kaiserlicher Vorstellung wurden die Schüler paramilitärisch unterrichtet. Schreiben im Takt und gerade sitzen war unabdingbar. Nicht nur Heimatkunde, auch Musik war von hoher Bedeutung. Weil ein Lehrer ein Instrument beherrschen musste, finden sich auch im nachgestellten Klassenzimmer ein Klavier und eine Geige. Durch Rollenspiele und Vergleiche soll Besuchern vermittelt werden, wie sich Schule und Unterricht bis heute entwickelt haben.

Den Plan, ein Schulmuseum in Osnabrück zu errichten, hatte der damalige Regierungsschuldirektor und heutige Vorsitzende des Vereins Jürgen Barth. Zusammen mit Schulleitern, Schulräten und Kulturbeamten setze er die Idee um. Osnabrück sei der perfekte Ort für ein Schulmuseum, denn die Hasestadt sei eine von besonders historischen Schulstädten; sie sei eine Stadt der Schulkultur, erklärt Clemens Kirsch, Mitglied und Teil des Vorstands vom Verein. Günter Nordmann war damals Schulleiter. Mit einem Kollegen wollte er ein Schulmuseum auf dem Dorf eröffnen. Als sie Barth trafen und er ihnen von dem Vorhaben erzählte, stiegen sie mit ein in das Projekt Osnabrücker Schulmuseum″. Heute gibt es fast 40 Mitglieder.

Jährlich nehmen Schulklassen, Erwachsenengruppen, Lehrkräfte und Stundenten an 25 bis 30 Führungen und Veranstaltungen teil, die die Mitglieder des Vereins anbieten. Zu den Themenschwerpunkten gehören der historische Unterricht und Schrift und Schreiben sowie Ausstellungen im Osnabrücker Stadtgebiet. Weitere behandelte Themen sind die Nussbaum-Fibel″, eine Fibel, die Felix Nussbaum illustrierte und dessen Illustration eines Jungen sich im Kunstwerk Stillleben mit Gliederpuppe″ wiederfindet, und eine Reihe von Fibeln, die der Autor Friedrich Weitkamp zwischen 1917 und 1950 verfasste.

Der Verein finanziert das Schulmuseum ausschließlich aus Spenden und Mitgliederbeiträgen. Alle Aktiven arbeiten ehrenamtlich. Die Räume werden von der Stadt mietfrei zur Verfügung gestellt. Aber der Verein braucht Platz für weitere Ausstellungsmöglichkeiten, denn die zwei Räume reichen nicht aus. Daher fehle es nicht nur an Mitgliedern und Sponsoren, sondern vor allem an der finanziellen Unterstützung und Förderung durch die Stadt. Mehrfach hätten sie schon versucht, ihr Anliegen an die Stadt zu bringen. Auch sei Boris Pistorius als Oberbürgermeister schon zu ihnen gekommen und hätte sich das Museum angeschaut, aber er war ganz interessiert, und das war′s dann auch″, so Kirsch.

Elisabeth Czucka erklärt: Die Schule ist das Kulturerbe an sich; vielen ist gar nicht so bewusst, wie wichtig Schule ist.″ Daher will der Verein auch, dass das Museum die Möglichkeit bietet, dass Osnabrücker sich ein Bild aller Epochen machen können; dass sie verstehen, wie die Entwicklung von Unterricht und Schule bis hierher verlaufen ist. Es soll ein Ort mit interaktiven Möglichkeiten werden, und es soll auch die zukünftige Schul- und Unterrichtsentwicklung zeigen. Auch in dem gewaltigen Archiv sind Schätze, die noch gar nicht entdeckt wurden″, so Czucka. Ideen haben wir genug, wir brauchen aber auch Manpower″ und mehr Platz.
Autor:
Anne Sophie Köstner


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