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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Hochschulmanagement für Fortgeschrittene
Zwischenüberschrift:
„HELM Programme″: Äthiopische Universitätspräsidenten lernen in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Willkommen in unserer Zentralbibliothek.″ Auf dieses Stichwort gehen 23 Paar Hände in die Höhe. 23 Smartphones werden gestartet, 23 Daumen drücken auf den Aufnahmeknopf. Es sind einfach zu viele Eindrücke, um sie allein im Gedächtnis abzuspeichern. Videos und Fotos erfüllen diesen Zweck viel besser, und sie lassen sich zu Hause herumzeigen.

Denn genau dazu sind die Präsidenten ausgewählter äthiopischer Universitäten nach Osnabrück gekommen. Sie sollen den Lehrbetrieb einer deutschen Hochschule kennenlernen und die gesammelten Ideen in ihrem Heimatland umsetzen. Der Bedarf ist groß: Äthiopien hat die Zahl der öffentlichen Universitäten innerhalb von nur 15 Jahren von zwei auf 37 erhöht. In den kommenden fünf Jahren sollen noch elf dazukommen. Da sind qualifizierte und erfahrene Fachkräfte rar.

Das weiß Jutta Fedrowitz aus eigener Erfahrung. Sie hat langjährige Kontakte ins äthiopische Bildungssystem und leitet im Auftrag der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit das sogenannte HELM Programm″. Die Abkürzung steht für Higher Education Leadership and Management″, zu Deutsch: Führung und Management für höhere Bildung. Viele der Teilnehmer waren vorher Lehrstuhlinhaber oder vielleicht Dekan, und haben jetzt plötzlich 1000 Mitarbeiter unter sich″, berichtet Fedrowitz. Deshalb werden die Äthiopier für ihre Leitungsposition geschult. Auf dem Stundenplan stehen Kommunikation, Gleichstellung, Finanzmanagement oder Technologie-Transfer.

Aber auch die moderne Hochschulbibliothek am Westerberg macht mächtig Eindruck auf die Äthiopier: eine Sitzecke mit grüner Filzabtrennung: Klick! Ein Scanner, der Buchseiten als PDF-Datei speichert: Klick! Ein Automat zum Abgeben der Bücher: Klick! Hunderte Bilder und Inspirationen. Eine Frage: Können wir auch aus Äthiopien auf die Bücher der Bibliothek zugreifen? Antwort: Nein, das ist nur Studenten und Mitarbeitern der Hochschule vorbehalten.″ Enttäuschtes Seufzen.

Die größte Leistung ist, das, was hier gezeigt wird, auf die Verhältnisse in Äthiopien anzuwenden″, erklärt Jutta Fedrowitz. Denn natürlich soll keiner der Kursteilnehmer an seiner Universität eine Bibliothek nach Osnabrücker Vorbild bauen. Aber vielleicht nehmen sie mit, dass alle Studenten zu Beginn ihres Studiums eine Einführung in das Verleihsystem der Bibliothek bekommen. Oder dass fast 50 Prozent der Neuanschaffungskosten in elektronische Bücher fließen. Wenn dieser Transfer gelingt, kann die Servicequalität für die Studenten an den äthiopischen Universitäten verbessert werden, hofft Fedrowitz.

Zwölf Tage verbringen die Universitätspräsidenten in Deutschland. Die Zeit ist knapp: Kurse, Workshops und Vorlesungen, aber auch Hochschulbesuche stehen auf dem Programm. Von Osnabrück aus reist die Gruppe auch nach Münster, Düsburg, Bonn und Twente. Dazu kommen Veranstaltungen zur Vor- und Nachbereitung in Äthiopien. Es ist bereits die vierte Gruppe, die das Programm durchläuft. Vor den Präsidenten waren auch schon die Vizepräsidenten und Dekane in Osnabrück. Bezahlt wird die Reise vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Abate Gethaun ist froh, dabei zu sein. Der promovierte Mediziner ist seit 2014 Präsident der Wollo University″, rund 400 Kilometer und acht Fahrtstunden entfernt von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Für die Teilnahme am Programm musste er sich eigens bewerben. Zuvor war er noch nie in Deutschland und bewundert die grüne Natur genauso wie die soliden Gebäude. Aber auch der Hochschulalltag beeindruckt ihn: Wir beobachten hier, wie engagiert alle sind. Die Mitarbeiter geben alles für die Hochschule.″ Dieses Vorbild will er mitnehmen und an seiner Universität selbst vorleben. Denn eins hat er in Osnabrück schon gelernt: Gute Führung ist alles.″

Bildtext:
Wie der Hochschulalltag funktioniert, darüber informierten sich die äthiopischen Uni-Präsidenten.

Foto: Thomas Osterfeldi
Autor:
lori


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