User Online: 1 | Timeout: 01:42Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kreuz und quer über den Piesberg
Zwischenüberschrift:
Von Plattform zu Plattform und zu den Johannissteinen – Gute Alternative zum Rundwanderweg
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
An den Piesberg führt die heutige Wanderung. Sie verläuft über einen Teil des Rundwanderwegs von Aussichtsplattform zu Aussichtsplattform. Zudem führt sie gleich am Anfang zu seltsamen Abdrücken in Felsen und am Ende zur Lechtinger Kaue.

Wandern in der Region (11)

Osnabrück/ Wallenhorst. Sie sehen tatsächlich aus wie die Abdrücke von zwei Füßen. Von zwei sehr großen Füßen. Wie mag das wohl vor sich gegangen sein, dass sie sich derart in den Fels der Johannnissteine prägen konnten? Um ihre Entstehung ranken sich einige Geschichten, wie Rolf Spilker, der Direktor des Museums Industriekultur, bei Führungen erläutert. So hieß es, dass es sich bei den Abdrücken um Fußspuren von Johannes dem Täufer handele. Er kann aber nie hier gewesen sein″, betont Spilker. Zumal: Der 300 Millionen Jahre alte Stein sei dafür viel zu hart, um durch bloßes Stehen oder Scharren einen Abdruck zu erzeugen. So rankten sich im Laufe der Zeit einige Geschichten um diese Felsformation, auf der auch eine kreisrunde Einkerbung zu sehen ist sowie mehrere kleine Löcher.

Die Johannissteine sind die erste Station der Wanderung, die am Parkplatz am Grubenweg beginnt. Hier stehen zwei Schilder des Natur- und Geoparks Terra-Vita, die einige Phänomene des Piesbergs kurz und knapp erläutern. Wir verlassen den Parkplatz direkt bei ihnen und wenden uns auf der Straße nach rechts auf den Weg zu den Johannissteinen, der im Wald nach rechts abgeht (bitte dort dem Schild folgen). Eine Tafel erläutert die Geschichte rund um die Steine.

Oberhalb von ihnen führt ein kleiner Trampelpfad weiter den Piesberg hinauf vorbei an trichterförmigen Vertiefungen, den Pingen. Sie sind durch den Bergbau entstanden. Belegt wurde der Kohle-Abbau erstmals im Jahr 1461. Zunächst wurde die Kohle in Pütten gewonnen. Diese Löcher wurden dort gegraben, wo die Kohleflöze zutage traten. Die noch sichtbaren Spuren dieser Pütten werden heute Pingen genannt. Erst im 18. Jahrhundert wurden Stollen für den Kohleabbau gebaut.

Wir gehen den Weg weiter, bis ein hoher Zaun den Weg in den Steinbruch versperrt. Hier steht eine metallene Kammer, die bei Sprengungen im Steinbruch Schutz vor umherfliegenden Brocken bietet. Wir folgen dem Weg nun zurück bis zum Abzweig und wenden uns erneut nach rechts, den Berg hinauf, wo die Aussichtsplattform Nordblick ausgeschildert ist. Auf ihr bietet sich ein Blick ins Osnabrücker Land, im Vordergrund liegt Wallenhorst.

Die Wanderer steigen die Wendeltreppe hinab und machen sich auf den Weg zurück, um dann zur Aussichtsplattform Steinbruch abzubiegen (ausgeschildert). Kurz zuvor ist ein Labyrinth angelegt, das der Konzentration und der Kontemplation also der Versenkung dienen soll. Von der Aussichtsplattform Steinbruch aus kann sich der Betrachter in die Felsformationen des Piesbergs vertiefen und unter der Woche auch die schweißtreibende Arbeit im Steinbruch beobachten.

Treppen zur Felsrippe

Anschließend folgen wir der Ausschilderung Rundwanderweg″ weiter zur dritten Aussichtsplattform des Piesbergs, genannt Felsrippe. Die Stille am Piesberg wird plötzlich unterbrochen durch wadenstarke Radler des Bikeparks, die bei rasendem Tempo um eigens aufgebaute Hindernisse herum- fahren oder drüberspringen. Kreuzende Biker sind jedoch nicht zu befürchten: Der Bikepark beginnt links vom Weg.

Es folgen einige Treppenstufen, hinter denen es nicht gerade vielversprechend duftet. Hier betreiben die Stadtwerke eine Kompostanlage. Es folgen weitere Treppen, bis nach einigen Metern Straße die Aussichtsplattform Felsrippe″ erreicht wird. Nun folgen die Wanderer dem Weg zurück zum Grubenweg und wenden sich an seinem Ende nach rechts.

An der Pyer Straße biegen sie wieder rechts ab, dann erneut rechts in den Stollenweg, an dessen Ende die Lechtinger Kaue liegt. Das Gebäude im Rundbogenstil wurde 1850 realisiert″, erläutert Spilker. Bis zur Schließung der Steinkohlezeche 1898 diente es als Kohlenniederlage und Waschhaus der Bergleute. Hinter ihm befindet sich das Mundloch zum Lechtinger Tiefstollen. Seit Mitte der 1980er-Jahre dient das Gebäude als Wohnhaus. Von hier aus begeben sich die Wanderer zurück zum Parkplatz am Grubenweg dem Endpunkt der Wanderung.

In unserer Sommerserie stellen wir Wanderrouten in Osnabrück und Umgebung vor.

Wanderlust″ heißt ein Buch mit Touren zwischen Ems und Weser, das im Ellert & Richter Verlag in Kooperation mit der Neuen OZ erschienen ist. Erhältlich für 9, 95 Euro in den Geschäftsstellen der NOZ, unter Telefon 05 41/ 3 10-10 44, auf shop.noz.de und im Buchhandel.

Auf der Themenseite noz.de/ wandern finden Sie alle Beiträge der Serie. Dort können Sie auch die GPX-Datei der Route herunterladen. Sie können den Track auf Ihrem Smartphone in einer geeigneten App (zum Beispiel GPX-Viewer) anzeigen lassen und die Route per GPS-Navigation zurücklegen.

Bildtexte:
Blick in den Steinbruch: Der Zickzackkurs führt zu allen drei Aussichtspunkten am Piesberg.

Wissenswertes vermittelt Rolf Spilker, Direktor des Museums Industriekultur, bei Themenführungen.

Fotos:
Marie-Luise Braun

Die Tour in der Übersicht
Knapp 6, 5 Kilometer misst der Wanderweg am Piesberg. Der Höhenunterschied beträgt 98 Meter. Für Familien mit Kindern ist der Weg deshalb nur bedingt geeignet; es sind einige Treppenstufen zu überwinden.

Am besten ist der Ausgangspunkt der Parkplatz am Grubenweg in Wallenhorst-Lechtingen mit dem Auto oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Aber auch mit dem Bus ist es möglich. Der Bus der Linie 583 fährt bis zur Haltestelle Lechtingen Schulweg″, von dort sind es fünf Minuten Fußweg bis zum Parkplatz (Fahrpläne und Verbindungen unter www.vos.info).

Direkt an der Strecke gibt es keine Einkehrmöglichkeit. Wanderer können aber anschließend im Gasthof Zur alten Eversburg″, Die Eversburg 43, essen und trinken. Öffnungszeiten von April bis September: mittwochs bis freitags ab 15 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Es gibt Kaffee, Kuchen, Eis, Salate, Suppen und Menüs. Mehr unter www.zuralteneversburg.de. Ab Frühlingsbeginn bis Weihnachten ist zudem an Sonn- und Feiertagen das Café des Piesberger Gesellschaftshauses, Glückaufstraße 1, von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Serviert werden Kuchen, Kaltgetränke, Tee und Kaffee. Informationen unter www.piesberger-gesellschaftshaus.de.

Bildtext:
Die Tour startet am Parkplatz am Grubenweg in Wallenhorst-Lechtingen.

Kartendaten:
Google/ 2017 Geo-Basis-DE/ BKG
Autor:
Marie-Luise Braun


Anfang der Liste Ende der Liste