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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Raumnot an den Schulen im Fokus
Zwischenüberschrift:
Stadtelternrat trifft sich am Montag – Votum für Neue Schule wahrscheinlich
Artikel:
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Originaltext:
Der Osnabrücker Stadtelternrat wird sich in seiner Sitzung am kommenden Montag mit der Entwicklung der Sekundarstufe I und dem Raumbedarf an den städtischen Schulen befassen. Am Ende der Sitzung soll eine Empfehlung an Schulausschuss und Rat stehen.

Osnabrück. Der Landkreis ist bereits einen Schritt weiter: Die Schulverantwortlichen im Kreishaus haben schon vor Wochen den Raumbedarf an den Landkreisgymnasien ermittelt, der sich in drei Jahren aus der Umstellung von der bislang achtjährigen auf die dann wieder neunjährige Gymnasialzeit ergibt. Die konkreten Planungen für Baumaßnahmen laufen. Die Stadt ist noch nicht so weit. Zwar war die Verwaltung schon in den Gymnasien unterwegs, hat allerdings bislang noch keine validen Zahlen über den zu erwartenden Raumbedarf vorgelegt.

Schwierig wird die Situation in der Stadt, weil hier die Raumproblematik an den Gymnasien eng mit der Entwicklung im Sekundar-I-Bereich verknüpft ist. So ist nach wie vor die Frage offen, ob sich aus den drei Innenstadtschulen Förderschule an der Rolandsmauer, Hauptschule Innenstadt und Möser-Realschule die Neue Schule bilden kann. Dann würde wahrscheinlich auch die Felix-Nussbaum-Schule als letzte im Stadtgebiet verbliebene Hauptschule im Schulzentrum Sonnenhügel wegfallen, was zusätzliche Raumkapazitäten für das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium freisetzen könnte.

Gleichzeitig besteht bei vielen Eltern, aber vor allem auch bei den Sozialdemokraten im Rat, der Wunsch nach einer weiteren Integrierten Gesamtschule (IGS), deren Gründung alle Schulformen beim Thema Raumbedarf entlasten dürfte.

Die Osnabrücker Schullandschaft gleicht derzeit also einem Dominospiel: Wer einen Baustein anfasst, wird damit nahezu unweigerlich einen anderen zumindest anstoßen. Der Vorsitzende des Stadtelternrates, Wolfgang Schaefer, will der Montagssitzung nicht vorgreifen, sieht aber im Gespräch mit unserer Redaktion ein Votum des Gremiums für die Neue Schule.

Es gibt an unseren Schulen kaum Differenzierungsräume, und es fehlen Räume für die Sprachlernklassen″, wirft Schaefer ein Schlaglicht auf zwei Teilaspekte der Gesamtsituation an den Osnabrücker Schulen. Die Zahlen belegten, so Schaefer weiter, dass in den kommenden Jahren wohl über fünf Prozent mehr Kinder in den Sek-I-Bereich drängen werden. Schon heute seien die Klassenteiler nicht realistisch, weil es in vielen Schulen an Räumen fehle, um eine weitere Klasse aufzumachen, selbst wenn es nach den vorgeschriebenen Klassengrößen möglich wäre. Der Raumbedarf ist nach Schafers Worten also schon jetzt erheblich. Der Stadtelternrat werde sich auch mit Provisorien, die dann zu Dauerlösungen werden, nicht zufriedengeben. Mit anderen Worten: Die Eltern werden keine Containerklassen hinnehmen.″ Eine zusätzliche Schule hält Schaefer für dringend nötig.

Das könnte eine dritte Gesamt- und damit eine zweite IGS sein. Die Zahlen der zu jedem neuen Schuljahr abgelehnten Kinder an der Kooperativen Gesamtschule Schinkel und der IGS in Eversburg sprechen laut Schaefer für sich. Der Arbeitskreis Schulentwicklung des Stadtelternrates tendiere in die vom Schulausschussvorsitzenden Jens Martin (SPD) vorgeschlagene Richtung und könne sich eine IGS in den Räumen der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Schule am Schölerberg durchaus vorstellen, so Schaefer. Ein großes Plus in dieser Lösung sieht er im Wegfall eines langwierigen Genehmigungsverfahrens, weil unter anderem der Bebauungsplan an diesem Standort schon jetzt die Schulnutzung vorsehe.

Neben der Diskussion um die Schulentwicklung werde sich der Stadtelternrat auch mit dem Thema Stundenabordnungen befassen, kündigt Schaefer an. Die Landesschulbehörde hatte überraschend zwei Tage nach Schulbeginn Stundenabordnungen in erheblichem Umfang von Gymnasien vor allem an Grund-, Haupt-, Ober- und Realschulen angeordnet. Das hat zu erheblicher Unruhe in den betroffenen Schulen geführt. Protestaktionen der Eltern seien geplant, kündigt Schaefer an.

Kommentar;

Es braut sich was zusammen

Die Eltern wollen langsam Taten sehen. Die Verwaltung ist gut beraten, wenn sie beizeiten Zahlen, Daten und Fakten vorlegt, die belegen, wie sie sich die Entwicklung der Osnabrücker Schullandschaft vorstellt.

Aber nicht nur die Verwaltung, auch die Politik muss langsam mal aus den Startblöcken kommen und der Elternschaft quer durch alle Schulformen mitteilen, wie sie sich die Zukunft unserer Kinder vorstellt. Vor Parteiengezänk zwischen, aber auch innerhalb der Fraktionen sei an dieser Stelle nachdrücklich gewarnt: Kröten werden alle schlucken müssen. Während die einen ihre Gesamtschule bekommen, können sich die anderen über eine kostenverträgliche räumliche Stärkung der Gymnasien freuen. Und die Neue Schule wollen sowieso alle. Für einen ideologiegetriebenen Bildungsstreit bleibt da gar kein Raum.

Und das Geld? Das ist ohnehin nicht da. Kann also schon allein deshalb kein Streitfall sein. Kredite werden es richten müssen. Die refinanzieren sich aufs Allerschönste mit einer hohen Rendite durch einen gut ausgebildeten Nachwuchs, den dieses Land dringend braucht.

Die Elternschaft zeigt sich zunehmend sensibilisiert, wenn es um Bildungspolitik geht. Das werden in der kommenden Woche einmal mehr Landeschulbehörde und Kultusministerium zu spüren bekommen, wenn Mütter und Väter gegen die Lehrerabordnungen prostestieren. Zunehmend in die Kritik könnten aber auch Stadtverwaltung und Lokalpolitik kommen, wenn sie den Eltern nicht bald Lösungen präsentieren.
Autor:
Dietmar Kröger


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