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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
BOB will die Umweltzone abschaffen
Zwischenüberschrift:
Forderung nach besserer Ampelsteuerung – Verwaltung: Plaketten weiterhin nötig
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Bund der Osnabrücker Bürger (BOB) will die Umweltzone in Osnabrück abschaffen. Sie sei nutzlos. Vielmehr sollte die Stadt Maßnahmen treffen, die den Verkehr flüssiger fließen lassen. Die Verwaltung widerspricht: Die Umweltzone ist weiterhin nötig.

Am 24. August will BOB die Abschaffung der Umweltzone im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss auf den Weg bringen, um die Stickstoffdioxidbelastung zu senken. Am 5. September soll der Rat darüber entscheiden.

2010 hatte Osnabrück die Umweltzone wegen der damals zu hohen Feinstaubwerte eingeführt, seit 2012 dürfen sie nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette befahren. Feinstaub ist in Osnabrück zwar kein großes Problem mehr, beim Stickstoffdioxid (NO2) erfüllte sich die Hoffnung aber nicht: Jahr für Jahr wird der von der EU erlaubte Jahresmittelwert überschritten. In Ballungsräumen wie Osnabrück ist dem Umweltbundesamt zufolge der Verkehr die Hauptquelle des giftigen Gases.

Dem BOB-Antrag zufolge führt die Plakettenregelung der Umweltzonen sogar zu einem höheren Stickstoffdioxidausstoß. Durch die höhere Motortemperatur und bessere Kraftstoffverbrennung werde zwar weniger Feinstaub ausgestoßen, aber mehr Stickoxide. Antragsteller Ralph Lübbe bezieht sich auf eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts aus dem Jahr 2010, der zufolge Umweltzonen wirkungslos seien. Statt einer solchen fordert BOB eine Verbesserung des Verkehrsflusses durch eine bessere Ampelsteuerung und besseres Baustellenmanagement zur Reduzierung der Schadstoffemissionen.

Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz, hält die Umweltzone weiterhin für nötig. Vor der Einführung habe die NO2-Belastung am Schlosswall bei 61 Mikrogramm gelegen allerdings war das schon im Jahr 2006. Nach der Einführung sank sie von 50 Mikrogramm in 2010 auf 49 in 2011 und 48 Mikrogramm in 2012. Die Umweltzone hat am Anfang ganz schön viel gebracht″, sagt Gerds im Gespräch mit unserer Redaktion. 2015 lag der NO2-Wert allerdings bei 50 Mikrogramm. Den Anstieg führt Gerdts auf den gestiegenen Anteil der Dieselfahrzeuge zurück.

Ampelsystem ausgereizt″

Einen flüssiger fließenden Verkehr würde auch Gerdts begrüßen. Wir haben viel Geld in die Optimierung des Ampelsystems gesteckt.″ Das System sei aber sehr ausgereizt″, so Gerdts. Zudem führen wieder mehr Menschen mit dem Auto in oder nach Osnabrück, wenn der Verkehr flüssiger fließe.

Lübbe zufolge wäre das eine Frage der Erziehung″. Auch er erachte weniger Autos besser als mehr″, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Aber er spricht sich gegen den Ausschluss älterer Fahrzeuge aus, die womöglich weniger Schadstoffe ausstoßen als jüngere Modelle.

Der BOB-Antrag ist nicht der erste seiner Art in Osnabrück. Ende 2014 wollte die FDP die Umweltzone abschaffen, zog den Antrag im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss letztlich zurück. Gerdts hatte damals dargelegt, dass es in Stadt und Landkreis Osnabrück sowie dem Kreis Steinfurt noch 59 000 Fahrzeuge gab, die keine grüne Plakette hatten.

Die Zahl sank bis zum 1. Januar dieses Jahres auf 44 600 Fahrzeuge. In der Stadt Osnabrück hatten zu diesem Stichtag 2882 Dieselfahrzeuge eine gelbe Plakette, 440 eine rote und 1786 Fahrzeuge gar keine Plakette. Im Landkreis waren es 10 922 Diesel mit gelber, 2213 mit roter und 5055 Fahrzeuge ohne Plakette. Die 44 600 Fahrzeuge wären durchaus ein generelles Problem″, sagt Lübbe zumindest dann, wenn viele von ihnen ins Stadtgebiet führen.
Autor:
yjs


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