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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Die Autolobby hat die Regierung fest im Griff
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu den Artikeln Software macht Autos nicht sauber″ und Dicke Luft auch nach dem Dieselgipfel″ (Ausgabe vom 4. August) sowie Lesermeinungen zum Diesel-Abgasskandal″:

Das Diesel-NOx-Problem Fakten! In den vielen Diskussionen um das Diesel-NOx-Problem fehlt mir bisher eine einfache Fakten-Analyse. Fakt ist doch, dass die NOx-Werte bei vielen Dieselfahrzeugen die vereinbarten Grenzwerte seit Jahren um das Zigfache (bis zu 1800 Prozent!) überschreiten und dass die Kontrollen auf den Prüfständen durch (Schummel-) Software gefälscht wurden. Das heißt doch, es müsste möglich sein, mit den Betriebsbedingungen auf den Prüfständen die geforderten Grenzwerte im Normalbetrieb zu erreichen. Leider nein, denn auf den Prüfständen wurde durch die Software die Leistung abgesenkt, die aber im Normalbetrieb erwartet wird. Die Leistung wird bei der NOx-Messung nicht gemessen. Welche Problemlösungen für die NOx-Senkung bieten sich gemäß Stand der Technik an? Erstens: Senkung der Verbrennungstemperatur. Bei niedrigeren Verbrennungstemperaturen wird definitiv weniger NOx gebildet. Die Industrie hat eine 30-prozentige NOx Senkung durch ein Update der Software zugesagt. Diese Temperaturabsenkung ist durch die Softwareänderung leicht möglich. Aber, bei Wärmekraftmaschinen wie dem Dieselmotor sinkt dadurch auch der Wirkungsgrad. Das heißt, die Leistung sinkt, der Verbrauch steigt, und beim Diesel nimmt die Rußbildung zu. Wie lange Motor und Rußfilter das mitmachen, wäre interessant zu wissen. Die Aussagen der Automobil-Manager , keine Verbrauchssteigerungen und keine Leistungseinbußen′ werden wohl bald zu den , Fake News′ gehören!

Zweitens: Erhöhung der Harnstoffzugabe: Diese Maßnahme dürfte zurzeit die einzig wirksame Methode zur Verringerung der NOx-Menge sein. Harnstoff und NOx reagieren zu Stickstoff, Wasser und Kohlendioxid. Die Automobilindustrie lehnt einen entsprechenden Umbau der bereits vorhandenen Dieselfahrzeuge aus Kostengründen ab. Umbaukosten ca. 15 Mrd. Euro? Warum lässt sich die Politik darauf ein? Weil eine derartige drastische Gewinneinbuße dem Bund und den Ländern genauso drastische Steuerausfälle bescheren würde! Wir werden für bessere Luft wohl auf die nächste Autogeneration warten müssen. Fazit: Lösung eins wurde gerade von Politik und Autoindustrie vereinbart. Wie man dabei eine bis zu 1800-prozentige Grenzwertüberschreitung mit einer 30-prozentigen Reduzierung der NOx Werte erschlagen will, ist mir zwar völlig schleierhaft. Aber vielleicht gehört das auch zu den , Alternative Facts′, die ich nicht verstehe. Falls ich mich nun geirrt haben sollte und alles ganz anders ist, als von mir dargestellt, bitte, ich lerne gerne dazu!

Dr. Klaus-J. Ploner

Bad Iburg

Ich bin in einer Zeit groß geworden, in der Pferde noch bevorzugt für die Arbeit in der Landwirtschaft und den Transport von Gütern aller Art eingesetzt wurden. Der Fortschrittsglaube hat mich aber stets nur die Vorteile neuer Technik erkennen lassen. Der Einsatz von dieselbetriebenen Treckern, Lastwagen und Pkw haben dies gefördert. Statt Holz als Brennstoff wurde und wird immer noch Heizöl , und dies ist nichts anderes als Diesel, in erheblichen Mengen eingesetzt. Die dadurch verursachte erhebliche Luftverschmutzung wird leider kaum noch diskutiert.

Man stürzt sich auf die Abgasmanipulation von Dieselantrieben aller Art und vermeidet Vergleiche mit anderen Emissionen, wie zum Beispiel mit den benzinbetriebenen Fahrzeugen, deren Abgase ja ebenfalls im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Hierzu möchte ich alle Autofahrer einmal bitten, die Hinweise, die an jeder Tanksäule angebracht sind zu lesen. Dabei wird man feststellen, dass Ottokraftstoff von Hause aus ein erheblich größeres Gefahrenpotenzial enthält als Diesel. Beide Kraftstoffarten erzeugen Abgase, in denen erhebliche Anteile an Schadstoffen enthalten sind. [...] Da alle die bei uns immer noch steigenden CO2–Emissionen, als größten Verursacher des auf die gesamte Menschheit sich negativ auswirkenden Klimawandel erkannt haben sollten, kann man es nicht verstehen, warum nicht generell umgedacht wird und nur noch emissionsfreie Technologien gefördert bzw. zugelassen werden. Schon Mitte der Sechzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts wurde in Deutschland am , Wasserstoffmotor′ geforscht. Die damit verbundene emissionsfreie Brennstoffzellenantriebstechnik wäre schon längst einsatzbereit, wären da nicht gegensätzliche Interessen von Erdölförderern und Autoherstellern betroffen. Ich hoffe für meine Enkel, dass sie nicht nur autonom, sondern auch in schadstofffreien Autos unterwegs sein können.″

Reinhard Saft

Ankum

Ich danke der NOZ für die umfangreiche Berichterstattung und die fundierten Kommentare zum Dieselskandal. Aus meiner Sicht sollte im Zusammenhang mit nachgewiesenen rechtswidrigen Softwaremanipulationen für Dieselautos deutscher Hersteller nicht nur die Rolle der Autolobby betrachtet werden. So könnte klarer werden, wer in Deutschland oft mitregiert. Wie steht es eigentlich um unseren Staat, wenn Verursacher des Dieselskandals bestimmen, wie die Folgen ihrer aufgeflogenen Manipulationen zu behandeln sind? Der Dieselgipfel am 2. August in Berlin hat gezeigt, dass die Automobilindustrie und der Chef des VDA, Matthias Wissmann (CDU), das Verkehrsministerium von Alexander Dobrinth (CSU) fest im Griff haben. Dagegen hatte die Umweltministerin von der SPD mit ihren Forderungen keine Chance. [...] So müssen letztlich Verbraucher/ innen für das Fehlverhalten der Autoindustrie zahlen. Sie zahlen zwar nicht für billige Software-Updates, die die Autoindustrie und auch CDU und CSU mit Verkehrsminister Dobrinth (CSU) favorisieren. Zahlen müssen Kunden und Kundinnen mit Wertverlusten ihrer Fahrzeuge und zudem mit drohenden Einschränkungen ihrer Mobilität. [...] Korrekturen geltenden Rechtes und Möglichkeiten zu besserer Durchsetzung von Verbraucherrechten würde es bringen, wenn der nächste Bundestag Sammelklagen und auch eine sinnvolle Aufgabentrennung beim Kraftfahrtbundesamt beschließen würde. [...]″

Jürgen Kalähne

Emsbüren

Bildtext:
Der Dieselskandal ist für viele Leser auch ein Verschulden der Politik.

Foto:
dpa
Autor:
Klaus-J. Ploner, Reinhard Saft, Jürgen Kalähne


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